Ed Sheeran verliert eigene Band & alle Vorbands
Nach Macklemores "Free Palestine"-Appell wurde er aus Ed Sheerans "Loop"-Tour gestrichen. Jetzt steht der Brite ganz allein auf der Bühne.
Nach Macklemores "Free Palestine"-Appell wurde er aus Ed Sheerans "Loop"-Tour gestrichen. Jetzt steht der Brite ganz allein auf der Bühne.
Macklemore ist nicht nur für Hits wie "Thrift Shop" und "Can't Hold Us" bekannt. Auch gesellschaftliche und politische Themen spielen seit Jahren eine Rolle in seiner Öffentlichkeit. Das zeigte der Rapper nun erneut während Ed Sheerans aktueller "Loop"-Tour, bei der er als erster Support-Act auf der Bühne steht.
Bei seinen Auftritten am Freitag, dem 4. September, und am darauffolgenden Abend im MetLife Stadium in New Jersey nutzte Macklemore die große Bühne für einen politischen Appell. Dabei sprach er unter anderem über die Situation in Palästina und richtete sich an die Menschen im Gazastreifen und im Westjordanland. Macklemore erklärte von der Bühne aus, die Menschen dort sollten wissen, "dass sie nicht vergessen sind". Anschließend sagte er: "Ich glaube, dass jeder Mensch auf dieser Erde genau dieselbe Freiheit verdient. Ich sage: Freiheit für Palästina, Freiheit für Kuba, den Kongo, den Sudan und den Iran sowie für all die Menschen in Amerika, die aus Angst vor dieser Terrororganisation ICE leben."
Direkt danach performte der Rapper seinen pro-palästinensischen Song "Hind’s Hall". Während des Tracks wurden auf den großen Stadionleinwänden Bilder aus dem Gazastreifen gezeigt.
Ein paar Tage später ist es offiziell: Macklemore ist nicht mehr Teil von Ed Sheerans "Loop"-Tour und wurde gefeuert. Zuvor hatte bereits P!nk den Rapper für seinen "Free Palestine"-Appell kritisiert. Via Instagram bestätigte Macklemore schließlich sein Tour-Aus und machte gleichzeitig deutlich, dass weder er noch Sheeran oder P!nk die eigentlichen Opfer des Konflikts seien. Die Leidtragenden seien vielmehr die Palästinenser.
Laut Macklemore gingen der Entscheidung eine Woche voller "schwieriger Gespräche" mit Ed Sheeran voraus. Die beiden sind seit 13 Jahren befreundet, doch ihre Freundschaft habe für ihn nichts daran geändert, über seine Überzeugungen zu sprechen. Gleichzeitig betonte Macklemore, dass auch Sheeran selbst massiv unter Druck gestanden habe.
Dem Rapper zufolge sollen Stadionbetreiber gefordert haben, Macklemore aus dem Line-up zu nehmen. Andernfalls hätten weitere Konzerte Sheerans in deren Stadien auf dem Spiel gestanden. Dabei verwies Macklemore auch auf Robert Kraft, den Besitzer der New England Patriots und des Gillette Stadiums in Foxborough, Massachusetts, wo Sheeran als Nächstes auftreten sollte.
“Ich habe Ed am Telefon mehrfach gesagt: Unsere Freundschaft kann meine Verantwortung, die Wahrheit darüber zu sagen, was passiert ist, nicht verändern. […] Ed war in einer beschissenen Situation. Er wusste es. Seine übliche unpolitische Haltung wurde auf eine Art und Weise herausgefordert, wie es zuvor noch nie passiert war.”
Macklemores Statement sorgte unterdessen für enorme Aufmerksamkeit. Innerhalb von nur einem Tag sammelte sein Instagram-Post mehr als 6,8 Millionen Likes.
Am 15. September 2026 hat sich Ed Sheeran erstmals selbst zu Wort gemeldet und ein sechsteiliges Statement veröffentlicht. Wir haben hier einmal die wichtigsten Fakten kurz und knapp zusammengefasst:
Unterschrieben: Ed
Nach Macklemores Tour-Aus gibt es weitere Konsequenzen für Ed Sheerans "Loop"-Tour: Alle drei Opening-Acts, FINNEAS, Lukas Graham und Aaron Rowe, haben ihre Teilnahme beendet und eigene Statements veröffentlicht. Auch Sheerans irische Band Beoga kündigte an, die verbleibenden US-Shows nicht mehr zu begleiten. In einem ausführlichen Statement erklärten die Musiker, sie hätten sich nach dem Umgang mit Macklemores "Free Palestine"-Appell zum Ausstieg entschieden. Dabei betonten sie gleichzeitig ihre langjährige Freundschaft zu Sheeran und ihre Unterstützung für Macklemores Botschaft. Beoga schrieb:
"Wir haben uns dazu entschieden, als Band von Ed Sheeran bei den verbleibenden US-Shows der 'Loop'-Tour zu [kündigen], nachdem Macklemore von zionistischen Lobbygruppen zum Schweigen gebracht wurde. Wir sind eine traditionelle irische Band und hätten uns nie vorstellen können, einmal vor einem so riesigen Stadionpublikum zu spielen. Diese Chance wissen wir sehr zu schätzen. Wir sind seit mehr als zehn Jahren mit Ed befreundet und werden es auch weiterhin sein. Wir glauben daran, dass Dialog ein Weg sein kann, die Situation der palästinensischen Bevölkerung voranzubringen. […] In Locations aufzutreten, in denen jedoch Menschen zum Schweigen gebracht werden, die sich für ein freies Palästina einsetzen, kommt für uns schlicht nicht infrage. Es ist wichtig, dass alle wissen, dass der wahre Gegner die zionistische Lobby ist. Sie haben unermüdlich daran gearbeitet, Künstler zum Schweigen zu bringen, die offen über einen Genozid sprechen wollen, der vor unseren Augen stattfindet, aus Angst vor Konsequenzen. Schaut euch an, wie stark Robert Kraft die BDS-Bewegung bekämpft hat. Dann bekommt ihr vielleicht ein Gefühl dafür, womit wir alle konfrontiert waren. Wir waren bei Macklemores Auftritt und seiner Rede dabei. Wir haben seine Botschaft voll und ganz unterstützt, genauso wie der Großteil des Publikums im MetLife Stadium, was die Lobbygruppen in Angst versetzt. Lest euch das Transkript noch einmal durch, wenn ihr daran zweifelt. Wir sind Iren und wissen, was Kolonialismus bedeutet. Als Gründungsmitglieder der Bewegung Irish Artists For Palestine setzen wir uns weiterhin für Gerechtigkeit ein und werden damit auch nicht aufhören. Dieser gesamte Vorfall lenkt einmal mehr vom eigentlichen Thema ab: Seit dem jüngsten sogenannten Waffenstillstand wurden mehr als 1.000 Palästinenser getötet. Hoch die Arbeiterklasse. Free Palestine. BEOGA"
Damit sind aktuell alle ursprünglich vorgesehenen Vorgruppen für die verbleibenden Shows raus, und auch seine Begleitband ist nicht mehr dabei. Wie es wohl weitergeht mit Ed Sheeran und seiner "Loop"-Tour durch den Norden von Amerika? Am 17. Oktober 2026 sollte er eigentlich im Bank of America Stadium in Charlotte auf der Bühne stehen und bis Ende des Jahres zwölf weitere Shows in den USA, Chile, Paraguay, Argentinien, Brasilien und Mexiko spielen ...
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