Ed Sheeran schmeißt Macklemore aus Loop-Tour
Nach Macklemores “Free Palestine”-Statement zieht Ed Sheeran Konsequenzen: Der Rapper bestätigt, dass er nicht mehr Teil der “Loop Tour” ist.
Nach Macklemores “Free Palestine”-Statement zieht Ed Sheeran Konsequenzen: Der Rapper bestätigt, dass er nicht mehr Teil der “Loop Tour” ist.
Am 14. September 2026 bestätigte Macklemore, dass er nach seinem "Free Palestine"-Appell im Rahmen des Opening-Acts auf der "Loop"-Tournee von Ed Sheeran gekündigt worden war. Doch was war passiert?
Macklemore ist nicht nur für seine Musik bekannt. Gesellschaftliche und politische Themen gehören seit Jahren zu seiner öffentlichen Rolle. Auch im Rahmen von Ed Sheerans aktueller "Loop"-Tour, bei welcher er als erster Act auf der Bühne steht, vertritt der Rapper seine Meinung. Macklemore nutzte seine Auftritte am Freitag, den 4. September, und am darauffolgenden Abend im MetLife Stadium in New Jersey für einen politischen Appell. Dabei sprach er sich unter anderem für die Freiheit Palästinas aus und richtete sich an die Menschen im Gazastreifen und im Westjordanland.
Macklemore erklärte auf der Bühne, die Menschen dort sollten wissen, "dass sie nicht vergessen sind". Anschließend sagte er: "Ich glaube, dass jeder Mensch auf dieser Erde genau dieselbe Freiheit verdient. Ich sage: Freiheit für Palästina, Freiheit für Kuba, den Kongo, den Sudan und den Iran sowie für all die Menschen in Amerika, die aus Angst vor dieser Terrororganisation ICE leben."
Im Anschluss performte Macklemore seinen pro-palästinensischen Song "Hind’s Hall". Während des Tracks wurden auf den Stadionleinwänden Bilder aus dem Gazastreifen gezeigt.
Der Auftritt sorgte anschließend für Gegenwind. Der Israeli-American Council, kurz IAC, startete eine Petition an Ed Sheeran und dessen Management. Darin wird gefordert, Macklemore von den verbleibenden Konzerten der aktuellen "Loop"-Tour auszuschließen. Es heißt:
"Bei Ed Sheerans Konzert am 4. September im MetLife Stadium in New Jersey nutzte der Support-Act Macklemore die Bühne für eine ausführliche politische Botschaft, rief 'Free Palestine' und spielte 'Hind’s Hall', während Bilder aus dem Gazastreifen und weitere politische Botschaften auf die Stadionleinwände projiziert wurden."
Der IAC wirft Macklemore dabei vor, eine "globale Konzertbühne zur Verbreitung einer einseitigen politischen Agenda" genutzt zu haben. Weiter heißt es: "Dies war ein Ed-Sheeran-Konzert – keine politische Kundgebung, kein Protest und keine Aktivistenveranstaltung."
Einige Tage sind vergangen, selbst US-Superstar P!nk hat für einen Shitstorm gesorgt und sich gegen Macklemore gestellt und scheinbar musste Ed Sheeran seine eigenen Konsequenzen ziehen: Der "Thrift Shop"-Star wurde von der Tour gekickt. Via Instagram veröffentlichte Benjamin Hammond Haggerty, so sein bürgerlicher Name, die Neuigkeiten und stellte gleichzeitig klar: Weder er noch Sheeran oder Pink seien die eigentlichen Opfer.
“Wir haben Karrieren, Geld, Möglichkeiten, Sicherheit und ein Publikum auf der ganzen Welt”, schrieb Macklemore. “Egal, welche Konsequenzen wir für das tragen, was wir sagen, wir können nach Hause zu unseren Familien gehen. Die Opfer sind die Palästinenser. Die Männer, Frauen und Kinder, die getötet, ausgehungert und vertrieben wurden und unvorstellbare Gewalt durchleben mussten”, fügte der Rapper hinzu. Dabei verwies er auf die mehr als 20.000 Kinder, die seit den Terroranschlägen der Hamas vom 7. Oktober 2023 im Gazastreifen durch das israelische Militär getötet worden seien.
Macklemore erklärte außerdem, dass der Entscheidung eine Woche voller “schwieriger Gespräche” mit Sheeran vorausgegangen sei. Die beiden sind seit 13 Jahren befreundet und Macklemore bezeichnete den britischen Superstar sogar als seinen “Bruder”. Trotzdem könne ihre Freundschaft nichts daran ändern, dass er sich verpflichtet sehe, über das zu sprechen, was passiert sei.
“Ich habe Ed am Telefon mehrfach gesagt: Unsere Freundschaft kann meine Verantwortung, die Wahrheit darüber zu sagen, was passiert ist, nicht verändern”, so Macklemore. Laut dem Rapper stand Sheeran dabei selbst unter Druck. Stadionbetreiber, die von Robert Kraft – dem Besitzer der New England Patriots und des Gillette Stadiums in Foxborough, Massachusetts, wo Sheeran als Nächstes auftreten sollte – mobilisiert worden seien, hätten demnach gefordert, Macklemore von der Tour zu nehmen. Andernfalls hätte Sheeran möglicherweise nicht mehr in deren Stadien auftreten dürfen.
“Ed war in einer beschissenen Situation”, schrieb Macklemore. “Er wusste es. Seine übliche unpolitische Haltung wurde auf eine Art und Weise herausgefordert, wie es zuvor noch nie passiert war.”
Zum Ende seines mehrseitigen Posts bekräftigte Macklemore noch einmal seine Forderung nach einem “freien Palästina”: "Was ich bei MetLife gesagt habe, sage ich seit fast drei Jahren auf Bühnen auf der ganzen Welt. Warum ist es also jetzt plötzlich ein Problem? Weil ich jetzt mit einem der größten Künstler der Welt auf der Bühne stehe – und zwar auf einigen der größten Bühnen Amerikas. Wenn mich diese Worte die Bühne kosten und gleichzeitig das Gespräch zurück auf Palästina lenken, dann war es die erfolgreichste Tour, auf der ich jemals war."
Die Messina Touring Group, Veranstalter des US-Teils von Sheerans Tournee, teilte dem Rolling Stone mit: "Als Veranstalter von Ed Sheerans US-'Loop Tour' wurden wir von den Spielstätten der anstehenden US-Konzerte darüber informiert, dass sie kein Konzert mit Macklemore im Line-up zulassen würden. Dies hätte eine Absage der Tournee zur Folge gehabt und Hunderttausende von Fans betroffen. Nach Gesprächen mit den Beteiligten wird Macklemore nun nicht bei den verbleibenden Konzerten als Support-Act auftreten.“
Sheeran selbst reagierte zunächst nicht auf Bitten um eine Stellungnahme.
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