Ab Montag gilt in fast allen Bundesländern Deutschlands die Maskenpflicht für den öffentlichen Raum und den Nahverkehr. Aber wie sieht es während der Fahrt im eigenen Auto aus? Wir klären einige Fragen rund um die neue Verordnung.

bigFM Atemmaske

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Ab Montag den 27. April tritt in fast allen Bundesländern die Maskenpflicht in Kraft. Letzte Nachzügler wie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Brandenburg und Bremen gaben in dieser Woche bekannt, ebenfalls eine Pflicht zum Tragen von Nasen- und Mundschutzmasken, anzustreben. In vielen Städten gilt die Maskenpflicht für den öffentlichen Raum bereits seit Wochen. Nun wird der Anblick von Maskenträgern im Supermarkt und der Bahn also von der Ausnahme zur Gewohnheit. Dabei ist es nicht zwingend, eine Maske zu tragen - auch ein Schal oder ein Tuch, der die Nase und den Mund bedeckt, sind erlaubt. Doch wo und wie tritt die Maskenpflicht in den einzelnen Bundesländern in Kraft und gilt sie auch bei der Fahrt im eigenen Auto? Wir klären auf. 

 Verordnungen nach Bundesländern (ab 1. dem 20., bzw. 27. April) 

  • Baden-Württemberg: Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen
  • BayernMaskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen
  • Berlin: Maskenpflicht gilt bislang nur im öffentlichen Personennahverkehr
  • Brandenburg: Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen
  • Hansestadt Hamburg: Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Einkaufen in Geschäften sowie beim Einkauf auf dem Wochenmarkt 
  • HessenMaskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Einkaufen in Geschäften sowie dem Besuch von Bank- und Postfilialen
  • Mecklenburg-Vorpommern: Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen
  • NiedersachsenMaskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen
  • Nordrhein-Westfalen: Bis zuletzt hatte Ministerpräsident Armin Laschet die Maskenpflicht abgelehnt - dennoch wird sie ab dem 27. April in Kraft treten und den öffentlichen Personennahverkehr sowie den Einkauf betreffen
  • Rheinland-PfalzMaskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen
  • SaarlandMaskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen
  • Sachsen: Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen
  • Sachsen-AnhaltMaskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen
  • Schleswig-Holstein: Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen
  • Thüringen: Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen

*Die Verordnung gilt für den Einkauf im Einzelhandel - also sowohl in Supermärkten, als auch in Bekleidungsläden, etc. 

 Bußgelder bei Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz 
Mit Inkrafttreten der neuen Maßnahmen passen einige Bundesländer auch ihre Bußgeldkataloge an. Die Mehrheit der Bundesländer, darunter Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, wollen jedoch zunächst von Strafen absehen. Stattdessen setze man in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt auf den Dialog mit Personen, die keine Maske tragen. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer stellt allerdings klar, dass "eine Pflicht aber auch bedeutet, dass das Ganze am Ende bußgeldfähig wird". Ob und wann Bußgelder eingeführt werden, ist bislang nicht klar. In Jena, in der die Maskenpflicht bereits seit dem 6. April gilt, droht ein Bußgeld in Höhe von 50 Euro.

 Welchen Schutz bieten die einzelnen Masken? 
Die Stadt Dresden verteilt zur Einführung der Maskenpflicht am 20. April 200.000 Masken an seine Bürger - allerdings leben fast dreimal so viele Menschen in der Hauptstadt Sachsens. Bei der Ausgabe kam es zudem zu einem Massenauflauf, sodass der Mindestabstand nicht mehr eingehalten werden konnte. Auch die Wirtschaftsförderung in Heidelberg stellte Betreibern von Ladengeschäften Desinfektionsmittel und 12.500 Atemmasken kostenlos zur Verfügung. Für Privatpersonen gilt jedoch weiterhin: Masken sind Mangelware - doch man kann sich behelfen. Entweder mit selbstgeschneiderten Tuchmasken, mit Schals oder mit einem Masken Do-it-Yourself, das der Virologe Prof. Dr. Christian Drosten empfohlen hat. Anhand einer Grafik, die die BILD-Zeitung erstellt hat, lässt sich gut erkennen, welche Art Schutz die einzelnen Masken bieten. 

Welche Maske schützt wie? Ein Überblick

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 Das solltet Ihr beim Tragen der Masken beachten 
Bernd Salzberger, Infektiologe am Universitätsklinikum Regensburg, erläutert die wichtigsten Faktoren, die es zu beachten gilt, damit eine Maske den besten Schutz bietet. 

  • Die Maske muss Mund und Nase vollständig bedecken und eng sitzen 
  • Es dürfen sich keine Öffnungen bilden 
  • Beim An- und Ausziehen sei es wichtig, den Stoff der Maske nicht zu berühren, sondern diese nur mit Hilfe der Gummibänder an- und auszuziehen
  • Damit sich das Sekret nicht auf dem Stoff verteilen und eingeatmet werden kann, sollte die Maske nach dem Aufsetzen nicht mehr berührt werden 

 Maskenpflicht beim Autofahren? 
Wer in seinem eigenen PKW unterwegs ist, muss die Atemmaske abnehmen - das besagt Paragraf 23, Absatz 4,  der Straßenverkehrsordnung: "Wer ein Kraftfahrzeug führt, darf sein Gesicht nicht so verhüllen oder verdecken, dass er nicht mehr erkennbar ist", heißt es hier. Eine Ausname besteht jedoch dann, wenn sich weitere Personen im Fahrzeug befinden. Sollten diese gefährdet sein und der Mindestabstand im Fahrzeug nicht eingehalten werden können, dürfen Autofahrer und Beifahrer Masken tragen. Vermutlich wird hier im Einzelfall entschieden und darüber informiert oder eine Verwarnung ausgesprochen. Bußgelder könnten drohen, allerdings scheint dies erstmal kein Thema zu sein. Wichtig ist, laut ADAC, dass wesentliche Gesichtszüge während der Fahrt im Auto weiterhin erkennbar sind. In Tankstellen werden Kunden seit jeher dazu aufgerufen, ihre Gesichter nicht durch Motorradhelme oder ähnliches zu verdecken - anders sieht das jedoch nun bei Atemmasken aus: Diese müssen auch in Tankstellen getragen werden. 

 Müssen Kinder auch Masken tragen? 
Das ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In Sachsen-Anhalt sollen Kinder ab zwei Jahren und in Hamburg ab drei Jahren eine Maske tragen. Es handelt sich hierbei jedoch vorerst nur um Empfehlungen. Ein entsprechendes Gesetz gibt es derzeit nicht. Ein Gegner der Maskenpflicht bei Kindern ist Nordrhein-Westfalens Familienminister Joachim Stamp. Die Gründe hierfür sind verschieden: Je jünger ein Kind ist, umso häufiger berührt es seine Maske - somit verliert die Maske ihren Schutz. Auch die Gefahr durch Strangulation kann groß sein - etwa, wenn das Gummi der Maske sich beim Spielen verheddert. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) rät dazu, dass Kinder nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Maske tragen sollen.