Gesichts- oder Atemmasken sind derzeit Mangelware, doch bei vielen steigt das Verlangen selbst eine zu besitzen. Jetzt sprach der Virologe Prof. Dr. Christian Drosten eine Empfehlung für ein einfaches Do it Yourself aus, für das es kaum mehr als Küchenpapier benötigt.  
Eine einfache Anleitung für wirkungsvolle Gesichtsmasken

Credit: De an Sun/Unsplash

 

 Materialmangel zwingt Bundesregierung zu Entscheidung 
Während Jena als erste deutsche Stadt die Mundschutz-Pflicht für Supermärkte (Angestellte sowie Kunden) eingeführt hat, fordert der bayrische Ministerpräsident Markus Söder eine "nationale Notfallproduktion" von medizinischen Schutzmasken. Und auch das angesehene Robert-Koch-Institut riet vor wenigen Tagen nun allen und nicht nur Atemwegserkrankten zum Tragen eines Mund-Atem-Schutzes im öffentlichen Raum. Doch die Masken sind Mangelware - das wissen Krankenhäuser am besten, sie sollen ihre fortan mehrfach verwenden. Der Grund hierfür ist einfach wie erschreckend zugleich: Der Materialmangel zwingt den Krisenstab der Bundesregierung zu dieser Entscheidung. Vor Kurzem gaben Politiker ihr Go, in der Corona-Krise medizinische Schutzmasken wiederverwenden zu dürfen. Im Normalfall sind medizinische Schutzmasken nur für den einmaligen Gebrauch vorgesehen. Erklärtes Ziel ist es laut der am 1. April veröffentlichten Erklärung der Ministerien für Gesundheit und Arbeit, "eine pragmatische und zielführende, aber dennoch sichere Lösungen zu finden".

 Virologe empfiehlt Masken-DIY 
Steigt die Nachfrage, steigt auch der Preis - wer die teilweisen horrende Preise für noch vorhandene Atemmasken nicht bezahlen möchte und handwerklich kein tapferes Schneiderlein ist, für den hat Virologe Prof. Dr. Christian Drosten die perfekte Lösung: Ein einfaches Do It Yourself mir der sich jeder im Handumdrehen eine wirkungsvolle Gesichtsmaske herstellen kann. Was es dazu braucht: Kaum mehr als Küchenpapier, einen Faden und eine Schere. 

 Wichtig 
Glaubt man den Aussagen einiger Virologen und Wissenschaftlern, so soll die DIY-Maske 80 bis 90 Prozent des Schutzes einer medizinischen Maske bieten. Medizinisches Personal sollten diese Alternative jedoch nicht nutzen. Auch ist wichtig zu wissen, dass die Maske seinen Träger nicht vor einer Infektion mit dem Corona-Virus schützt - vielmehr soll sie einen Schutz für Mitbürger darstellen, sollte der Träger selbst infiziert sein.  

 Was Ihr für die DIY-Maske benötigt 

  • Handelsübliche Küchenrolle
  • Einweg-Taschentuch 
  • Küchenübliche Gummibänder
  • Einen Locher
  • Paket-Klebeband  
  • Ein Stück Draht 
 Anleitung für zwei Masken 
  • Legt zwei Blätter der Küchenrolle übereinander
  • Auf die beiden Küchenrollen-Blätter legt Ihr nun ein Taschentuch (wichtig: Aus Papier)
  • Schneidet die Papiere nun in der Hälfte durch (jede Hälfte ergibt eine Maske) 
  • Klebt an die Seiten der Papiere einen Streifen Klebeband - so erhält die Maske Stabilität
  • Jetzt locht Ihr beide Seiten (rechts und links am Klebeband-Rand)
  • Am oberen Ende der Schutzmaske könnt Ihr jetzt ein kleines Stück Draht mit einem Klebestreifen befestigen. Biegt Ihr den Draht im aufgesetzten Zustand um Eure Nase, schmiegt sich die Maske besser an 
  • Durch alle vier Löcher fädelt Ihr Gummibänder, die ihr durch eine Schlaufe festzieht - die Bänder werdet Ihr später über Eure Ohren ziehen, damit die Maske Halt findet 

 Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung erhaltet Ihr im Video anbei 

 
 Atemmasken für Gehörlose  
Der Spanier Francisco Zuastí hat gemeinsam mit einer Gruppe Freiwilliger die erste Produktion von Atemmasken für Gehörlose gestartet. Der Unterschied zu handelsüblichen Masken besteht darin, dass der Mittelteil, der den Mund schutzt, nicht aus Stoff, sondern einem transparenten Kunststoff besteht. So wird es Gehörlosen ermöglicht, trotz des Tragens einer Atemmaske, die Lippen ihres Gegenübers lesen zu können. "Wir haben zunächst die Regenhauben von Kinderwagen für die Herstellung benutzt", so Francisco Zuastí gegenüber dem spanischen Fernsehen. Mittlerweile sei die Produktion so weit gereift, dass die Masken nicht beschlagen, widerstandsfähig sind und mehr Schutz bieten würden, als herkömmliche Stoffmasken, erläutert Zuastí weiter. Etwa 1,2 Millionen Menschen in Deutschland sind laut dem Projekt "BIK für Alle" hochgradig hörbehindert oder gehörlos (2001), weltweit rund 360 Millionen Menschen (2015). Rechnet man leicht- bis mittelgradig schwerhörige Menschen hinzu, sind 19 % der deutschen Bevölkerung betroffen.