Deutschen Landwirten fehlt es an etwa 300.000 helfenden Händen - wie jeder Erntehelfer werden kann und welche Voraussetzungen es dafür gibt, erfahrt Ihr hier. 
Deutschland braucht Erntehelfer - so könnt auch Ihr einer werden

Credit: Farsai Chaikulngamdee/Unsplash

 300.000 helfende Hände fehlen  
Das Corona-Virus muss eingedämmt, die Ausbreitung verlangsamt werden. In ganz Europa ist die Reisefreiheit eingeschränkt. Das führt dazu, dass Landwirten bis zu 300.000 Arbeitskräfte fehlen. Gleichzeitig können viele Menschen, die in der Gastronomie oder dem Einzelhandel beschäftigt sind, ihren Beruf nicht ausüben. Andere, wie Studenten, sind zum Zuhause bleiben verdammt. Und auch die Politik versucht händeringend eine Lösung zu finden, wie der Erntehelfer-Mangel derzeit bewältigt werden kann. Als erste Reaktion hat die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bauernverband den Einreisestopp für Erntehelfer teilweise wieder aufgehoben - so sollen in den Monaten April bis Juni bis zu 40.000 ausländische Erntehelfer unter strengen Kontrollen und Hygienevorschriften einreisen dürfen. Dennoch fehlt es weiterhin an allen Ecken und Enden. Für all diese Menschen, die arbeiten wollen und können, hat die Initiative des Bundesverbands der Maschinenringe e.V., gemeinsam mit Landesverbänden und regionalen Maschinenringen die Aktion "Das Land hilft" gestartet. In der Organisation befinden sich etwa 187.000 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland. Unterstützt werden sie vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. 

 Vermittlung von Helfern und Landwirten 
"Die Plattform stellt den Kontakt zwischen Landwirten und Bürgerinnen und Bürgern her, deren bisheriger Erwerb aufgrund der Corona-Krise weggefallen ist, um sie für Pflanz- und Erntearbeiten in der Landwirtschaft zu vermitteln", so das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in einer Pressemitteilung. Ziel ist eine schnelle, kostenlose sowie vor allem zuverlässige Hilfe und Vermittlung von Menschen, die Hilfe brauchen und die Hilfe bieten. 

 

Für alle, die helfen möchten, haben wir hier die meistgestellten FAQs zusammengetragen:

 Wie kann ich Erntehelfer werden? 
Egal, wer - jeder ist willkommen, der von der aktuellen Krise betroffen ist und helfen möchte. "Hilfe hat auch mit Verantwortung zu tun. Deshalb ist eine Voraussetzung für alle Beteiligten, dass alle Beteiligten - Landwirte wie Helfer - keine Anzeichen einer Infektion mit dem Corona-Virus haben. Wir gehen nach aktuellem Kenntnisstand davon aus, dass Erntetätigkeiten auf dem Feld kein erhöhtes Ansteckungsrisiko bergen. Die nötigen Schutzmaßnahmen wie beispielsweise Abstand halten, lassen sich bei der Ernte auf dem Feld problemlos umsetzen" - heißt es seitens der Plattform "Das Land hilft". Wichtig ist ebenso, dass nur ernstgemeinte Hilfsangebote eingestellt werden. 

 Wie kann ich mich melden? 
Helfer können sich kostenlos über die Plattform "Das Land hilft" registrieren. Alternativ können Helfer und Landwirte auch über die Plattform "Erntehelfer gesucht" in Kontakt treten - diese entstand im Rahmen des "#WirVsVirus"-Hackathons der Bunderregierung. Die Plattformen dienen dazu, einen direkten Kontakt zwischen Helfern und Hilfesuchenden herzustellen. Du erstellst auf beiden Plattformen eine Anzeige, in der Du Deine Hilfe anbietest. Landwirtschaftliche Betriebe werden sich dann direkt mit Dir in Verbindung setzen. 

 Darf ich wegen der Ausgangsbeschränkung überhaupt helfen? 
Ja! Der Weg zur Arbeit ist weiterhin erlaubt, da die Landwirtschaft zudem eine systemrelevante Branche ist, gilt es, diese auch in Krisenzeiten aufrechtzuerhalten.

 Darf ich trotz Kurzarbeit einen Nebenjob als Erntehelfer annehmen? 
Ja! Jeder Arbeitnehmer, der von Kurzarbeit betroffen ist, darf einen Nebenjob annehmen. Das erwirtschaftete Einkommen wird jedoch mit dem Kurzarbeitergeld verrechnet. Jeder Erntehelfer darf so viel dazu verdienen, wie sein 100% Nettogehalt ausfällt. Da die Landwirtschaft jedoch zu einer systemrelevanten Branche zählt, kann der Zuverdienst auch in vollem Umfang und ohne Abzug des Kurzarbeitergeldes verdient werden. Dies gilt es jedoch individuell abzuklären. Weitere Informationen zum Thema Kurzarbeit findet Ihr HIER

 Wie viel verdiene ich als Erntehelfer und bin ich versichert? 
Die Plattform "Das Land hilft" klärt hier folgendes auf: "Es gibt keinen pauschalen Stundenlohn. Der Verdienst richtet sich je nach Angebot und ist mit demjenigen, der die Anfrage einstellt, individuell zu vereinbaren. Natürlich gilt auch für Erntehelfer, egal ob aus dem Ausland oder fachfremd, der Mindestlohn als Untergrenze. Ein Beschäftigungsverhältnis gehst Du mit demjenigen ein, der Dich vor Ort beschäftigt. Mit ihm klärst Du alle Rahmenbedingungen. In vielen Fällen bietet sich eine Anmeldung als kurzfristige Beschäftigung an. Saisonarbeitskräfte, dürfen bis zum 31. Oktober 2020 eine kurzfristige Beschäftigung für bis zu 115 Tage sozialversicherungsfrei ausüben. Bisher war das für bis zu 70 Tage möglich". 

 Kann ich mich als Betrieb ebenfalls auf der Plattform anmelden?
Natürlich! Sowohl auf "Das Land hilft" als auch auf "Erntehelfer gesucht" können sich Betriebe und Landwirte ebenfalls registrieren und ihr Angebot veröffentlichen. Die Plattformen kosten weder den Helfer, noch den Hilfesuchenden Geld. Eine Inserats-Gebühr oder eine Provision bei erfolgreicher Zusammenarbeit fällt bei beiden Plattformen nicht an.