Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
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Jungs, steht zu Eurer Figur!

Male-Plus-Size-Model fordert Männer zu mehr Selbstbewusstsein auf

Raul Samuel, ein junger, lebensfroher Engländer, war erst mit Antritt seines jetzigen Berufs wunschlos glücklich. Der 25-Jährige ist erfolgreiches Plus-Size-Model und will seine männlichen Mitmenschen nun dazu motivieren, ohne Wenn und Aber zu ihrem Körper zu stehen!

Raul Samuel, ein junger, lebensfroher Engländer, war erst mit Antritt seines jetzigen Berufs wunschlos glücklich. Der 25-Jährige ist erfolgreiches Plus-Size-Model und will seine männlichen Mitmenschen nun dazu motivieren, ohne Wenn und Aber zu ihrem Körper zu stehen!

Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
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Nicht nur Frauen haben Probleme mit ihrem Körper

Zu dicke Arme, zu breite Schenkel, zu kräftig gebaut: Probleme, über die scheinbar nicht nur Frauen klagen. Plus-Size Model Raul spricht Klartext über den gesellschaftlichen Zwang, schlank sein zu müssen, um akzeptiert zu werden. Denn nicht nur Frauen sind oft unsicher darüber, ob sie in die Norm fallen, sondern auch Männer hadern mit ihrem Erscheinungsbild. In Zeiten der digitalen Medien und der damit einhergehenden ständigen Informationsüberflutung werden wir täglich mit Bildern überhäuft. Gefühlt strahlen uns überall gertenschlanke oder muskelbepackte Models mit breitem weißen Lächeln entgegen. Das kann sehr verunsichernd sein, wenn man sich nicht mit diesem Schönheitsbild identifizieren kann. So erging es auch dem 25-Jährigen, welcher seit seiner Kindheit und Jugend mit sich selbst und seinem Gewicht unzufrieden war. "Ich fühlte mich sehr alleine mit meinem Aussehen", äußert er sich gegenüber UNILAD. "Überall sah ich Sixpacks. Ich fand keine Klamotten, in denen ich mich gut gefühlt habe. Alles, was es für mich und andere kräftige Jungs zur Auswahl gab, passte zwar, aber sah nicht gut aus".

Mut zum Umdenken

Mit 25 Jahren fängt er an neben seinem Job an einer Schule zu modeln und erhält hierfür immer wieder positives Feedback. Raul hat große Freude an seiner Nebentätigkeit und kehrt seinem alten Job schon bald den Rücken zu, um voll in das Model-Business einzusteigen und eine kleine Revolution zu starten. "Auf Frauen ebenso wie auf  Männer wird heutzutage zu hoher Druck ausgeübt", meint er. "Das fängt schon in der Schule an." Raul hofft, dass das Schönheitsideal sich dahingehend verändert, dass es auch gut aussehende Klamotten für kräftigere Menschen gibt. Auch soll es gesellschaftlich als normal angesehen werden, wenn Plus-Size Models ebenso wie normale Models in der Modewelt etabliert sind.

Kritik an der Branche

Plus-Size Models sind längst keine Seltenheit mehr: Eine im April 2017 gestartete  Kampagne für fülligere Models und auch der Kosmetik-Riese "Dove" setzen sich bereits gegen den Magerwahn ein. Natürlich gibt es aber auch einige Kritiker. Dr. Brad Frankum, Vorsitzender der Australian Medical Association in New South Wales, äußerte sich gegenüber BBC wie folgt: "Wenn wir sehr übergewichtige oder fettleibige Menschen den Laufsteg auf- und ablaufen lassen […] sagt das aus, dass wir das in einer bestimmten Weise zelebrieren. Ich denke, dass ist gefährlich, weil wir wissen, dass das ein gefährlicher Zustand ist." Der 25-jährige Raul sieht das allerdings ganz anders: "Ja, man sollte gesund bleiben, aber kräftig zu sein kann auch ein Körpertyp sein – jeder ist anders." Der selbstbewusste Engländer isst gesund und trainiert drei- bis viermal die Woche. Er ist überzeugt davon, dass kräftige Menschen härter arbeiten müssen, um in der Modebranche ernst genommen zu werden.

Rauls Message soll an all jene gehen, welche sich in ihrem eigenen Körper unwohl fühlen. Auch Kinder sollen wissen, dass es völlig normal ist, nicht wie ein Fashionmodel auszusehen, weil jede Körperform anders ist. Und er steht nicht alleine da: Zach Miko, das erste Plus-Size-Model überhaupt, findet ebenso, dass Schönheit nicht definierbar ist. Alles deutet darauf hin, dass sich der Trend des Schlankheitswahns wandelt, wenn nicht sogar gänzlich verändert. Hoffen wir das Beste!