In Argentinien hat der Selfie-Eifer von Strandbesuchern einen jungen Delfin das Leben gekostet. Eine Gruppe von Touristen zerrte einen Delfin an Land, reichte ihn für Fotos herum und überließ das Tier anschließend sich selbst.
 


Tragisches Ende für ein unschuldiges Tier
In einem argentinischen Küstenresort in San Bernardo verendete ein Baby-Delfin auf tragische Weise. Eine Gruppe sensationslustiger Menschen zog das Tier aus dem Wasser, um mit ihm für Fotos zu posieren. Dabei wurde das Tier aus der Gattung der Zahnwahle wie ein Spielzeug herumgereicht, sodass jeder der Anwesenden ein Selfie mit ihm machen konnte. Anstatt den Delfin anschließend wieder ins Wasser zu bringen, ließen die Touristen ihn einfach an Ort und Stelle liegen – wo das Tier kurz darauf verstarb. Ein Video auf Twitter zeigt die Strandbesucher um den Delfin versammelt; scheinbar ohne die geringste Sorge um das Wohlergehen des Tieres. Doch dieses hatte keine Chance an Land zu überleben. Delfine und andere Wale atmen nicht wie Fische durch Kiemen, sondern holen durch ein Nasenloch auf dem Kopf Luft. Dafür müssen sie immer wieder aus dem Wasser auftauchen, um die unter Wasser verbrauchte Luft auszustoßen und neue zu holen. Befinden sie sich jedoch an Land, ist insbesondere die Gefahr eines Hitzschlags sehr hoch. Zudem zieht ihr Körper die Tiere in die Seitenlage, wodurch ihr Atemorgan nicht frei ist.
 

Delfine sind hochintelligent
Delfine gelten als besonders intelligente Tiere – darauf lässt ihre komplexe Hirnrinde schließen. Zudem sind die Meeressäuger sehr sozial und leben in Gruppen mit anderen Delfinen, zu denen sie teilweise enge Bindungen entwickeln. Dies äußert sich vor allem durch die Unterstützung kranker oder verletzter Artgenossen. Eine Studie der US-Forscherin Lori Marino hat hervorgebracht, dass das Hirn von Delfinen dem des Menschen sogar gleichgestellt ist. Demnach erfüllen die Tiere alle Voraussetzungen, um als Individuum zu gelten und dadurch ähnliche Rechte wie Menschen zu erhalten. Ethik-Professor Thomas White erklärte auf dem Kongress der größten Forscherorganisation, dass zahlreiche Studien die hohe emotionale Intelligenz der Tiere bestätigen. So hätten Delfine positive und negative Empfindungen, Selbstbewusstsein und sie könnten sich sogar im Spiegel erkennen – eine Gabe, die außer ihnen nur Menschen und Menschenaffen hätten. Diese Kombination aus geistigen Fähigkeiten und Verletzlichkeit mache sie dem Menschen ebenbürtig, wie White gegenüber N24 erklärt. Man kann sich also nur vorstellen, welche Ängste das Tier am Strand von San Bernardo kurz vor seinem Tod ertragen musste.

Keine Ausnahme
Leider ist das Ereignis in Argentinien kein Einzelfall. Eine ähnlicher Vorfall ereignete sich bereits in einer anderen Stadt in besagtem Land - traurigerweise haben die Menschen nichts daraus gelernt. In Santa Teresita wurde ein seltener Franciscana-Delfin von einem Mann mit ähnlichen Absichten an Land gezogen und starb in der Sonne an Dehydrierung. Ebenfalls für ein Foto misshandelt wurde ein Schwan, der in Mazedonien von einer Touristin brutal an den Federn gezogen wurde  für ein Foto. Liebe Leute, bitte stellt euren Selbstdarstellungsdrang nicht vor das Wohlergehen und den Schutz unschuldiger Tiere!