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Credit: Adobe Stock / Iryna_Tiumentseva

Hier bei bigFM TRENDS sind wir ja für Sie immer auch auf der Suche nach dem nächsten coolen digitalen Ding. Nicht mehr ganz neu ist Twitch, einst gestartet als Streaming-Plattform für Gamer, ist das heute nichts anderes als ein Beispiel für das neue Fernsehen. Digital und jung, live und interaktiv. Mehr dazu heute bei bigFM-TRENDS.
 
twitch.tv ist nichts anderes als das Fernsehen für Zocker. Quasi wie die Sportschau für die Fußballfans, aber mit entscheidenden Unterschieden. Hier kann jeder, wenn er denn will, sein eigenes Spiel spielen. Live vor Publikum, das aktiv ins Geschehen eingreift und kommentiert. Das ist so, wie wenn der lineare TV-Zuschauer entscheiden könnte, wer den entscheidenden Elfmeter bei einer Weltmeisterschaft schießen soll. Und wenn der Gamer gut genug ist, kann er auch noch Geld damit verdienen. Aber der Reihe nach:
 
Amazon sichert sich Zocker-Zukunft
 
2011 wurde twitch.tv gelauncht. Im Mittelpunkt: Live Videospiele von den Usern im Video-Streaming-Format. Und immer wieder: Die Live-Übertragung von esports-Events auf der Plattform. 2014 dann hat sich Amazon das boomende Unternehmen für 970 Millionen Dollar einverleibt. Ein Schlag damals auch für Google, die bis zum Schluss auf den Zuschlag für ihre Tochter YouTube gehofft hatte. So war der Internet-Gigant gezwungen mit YouTube Gaming eine eigene Zocker-Plattform aufzubauen, mit den gleichen Tools und Möglichkeiten, aber eben mit dem Nummer Zwei-Status, der bis heute Bestand hat. Heute wird Twitch selbst auf Special Interest Seiten wie beispielsweise ESL.TV (Streaming Sender, der ausschließlich Gaming Events überträgt) eingebunden, bietet eine Menge an Vermarktungs- und Werbeoptionen, hat ein eigenes soziales Netzwerk, in dem sich nicht nur über Zocker-Themen ausgetauscht wird und wartet nach wie vor mit enormen Reichweitensteigerungen auf.
 
Drei Milliarden Minuten pro Monat
 
Zu den Zahlen: 30 Millionen spielen in Deutschland regelmäßig Games auf den entsprechenden Konsolen. Viele dieser Geräte haben inzwischen den Link zu Twitch bereits integriert. In guten Monaten verbucht die Streaming-Plattform bis zu drei Milliarden Seh-Minuten. Das Finale eines Counter-Strike-Finales wird schon einmal von einer Million Zuschauern verfolgt. Die Spieler selbst agieren inzwischen wie Influencer. Sie leben von Werbung, Spenden der Community und von der Kooperation mit Marken. Klar, dass Werbetreibende aufmerksam werden, denn hier agiert eine junge Zielgruppe, die im Schnitt unter 24 Jahre alt und überwiegend männlich ist. Eine Zielgruppe, die sich weitgehend von klassischen Medien entfernt hat und deshalb nur schwer erreichbar ist.
 
Erste erfolgreiche Cases
 
Die Star Trek Macher haben Twitch zur Bewerbung von Star Trek Beyond genutzt. Drei beliebte Player aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden quasi weggebeamt, tauchten dann im Cockpit der Enterprise wieder auf und mussten sich natürlich mit Games den Weg nach Zuhause erkämpfen.
 

Auch hierzulande gibt es erste regionale Beispiele, so nutzt ein Münchner Radiosender die WM für ein digitales Projekt, bei dem Hörer gegen die Spieler des Senders antreten und die WM-Duelle virtuell nachspielen.

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Inzwischen ist klar, dass Twitch auch für Marken außerhalb der Gamingwelt interessant ist, aber wichtig für alle Werbetreibenden: Die Tonalität und die Regeln auf der Plattform müssen eingehalten werden, sonst wird keine Wirkung erzielt, oder schlimmer noch, es gibt negative Effekte.
 
Wenn Sie Fragen zu diesem Artikel haben oder sich für digitale Kampagnen interessieren oder Fragen rund um das digitale Business haben, dann wenden Sie sich gerne an die Experten von bigFM-TRENDS