Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
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Regierung verabschiedet Gesetzt gegen Menschenrechtsverletzung

Gambia verbietet weibliche Genitalverstümmelungen

Mit dem Kampf gegen den Missbrauch setzt das westafrikanische Land Gambia ein Zeichen für die Rechte von Frauen.

Grausamer Brauchtum in Afrika

In vielen afrikanischen Ländern ist es auch heute noch oft Tradition, junge Mädchen zu beschneiden. Doch im Gegensatz zu der Beschneidung von Männern ist die Durchführung bei den Frauen eindeutig eine Verstümmelung der Genitalien.

Bis 2015 wurden allein in Westafrika rund 125 Millionen Frauen Opfer dieser Tradition, die sie ihr Leben lang kennzeichnet und dramatisch beeinträchtigt. Die Dunkelziffer ist deutlich höher. Doch jetzt hat das Land Gambia ein Zeichen gegen die weibliche Genitalverstümmelung gesetzt.

Beschneidung hat keinen Platz im Islam

Als Hauptgrund der Beschneidung werden häufig religiöse Ansichten genannt. In den alten patriarchalischen Ordnungen des frühen Islam sei festgelegt, die Sexualität der Frau müsse immer unterdrückt werden. 

Letzte Woche hat der Präsident von Gambia öffentlich im Fernsehen erklärt, die „Genitalverstümmelung hat keinen Platz im Islam und in unserer modernen Gesellschaft“. Das Parlament hat ein Gesetzt verabschiedet, das sich alle, die solche Operationen an Frauen oder Mädchen durchführen, strafbar machen.

Deutliches Zeichen für die Rechte der Frauen

Die Hilfsorganisation „Terre des Femmes“ begrüßt die Arbeit der gambischen Regierung und sieht die Entscheidung als Vorreiter für eine Zukunft ohne Missbrauch. Weitere Länder wie Nigeria, Uganda, Tansania, Kenia und Ägypten werden gesetzliche Verbote in ihren Verfassungen festlegen.