Der Deutsch-Rapper möchte öffentlich über seine mentalen Probleme sprechen und damit seinen Fans erklären, dass sie “nicht allein” sind.

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Credit: Frank Hoensch / GettyImages

Was für Texte …
Haftbefehl, bürgerlich Aykut Anhan, ist ein deutscher Rapper mit türkisch-kurdischen Wurzeln. Er ist vor allem für seine krassen Bars bekannt und ließ gerne Lyrics wie die nachfolgenden vom Hocker:

Aus “Kobrakopf” mit Kollegah und Farid Bang:

“Hast kein Flus, bist arm, deine Mutter lutscht Schwanz für paar Fuffziger” 

Aus Song “Crackfurt”:

“Die kleine Schlampe mit dem Nachnamen Perez
Herkunft Venezuela, hatte nicht nur mit Ahmed Sex
Die Bitch lutschte jeden Schwanz für 'ne Flex weg
Bummste während der Beziehung mit mehreren Kanacks
Bei 'ner Gangbang Session im Kinderzimmer von Enes”

Rapper hat Depressionen
Der Sprechgesangskünstler selbst mag mit seinen Texten vielleicht keine Gnade zeigen und knallhart sein, doch in Wahrheit geht es dem aus Offenbach am Main stammenden Act ganz anders. Im neuesten “Podkinski”-Podcast von Palina Rojinski schlug er einen ganz anderen Ton an und erklärte, dass auch er mit Depressionen zu kämpfen hat.

“Es gibt natürlich Tage, an denen ich mich down fühle. Und dann entsteht so ein Song und dann muss ich halt darüber reden. Ganz einfach. Wenn ich jetzt die ganze Zeit darüber rappen würde, wie schön die Welt ist, glaube ich wäre das nicht so cool von mir. Ich glaube, man sollte sich .., keine Ahnung, wie ich das erklären soll. Ich hab kein Problem damit, darüber zu reden, dass es mir auch mal schlecht geht. Soll ich jetzt sagen mir geht es gut? […] Ich rede halt offen darüber … Ich bin ein Mensch. Ich hatte auch mal Liebeskummer als Jugendlicher, weißt du was ich meine? Und keine Ahnung, man! Man streitet sich im Leben mit seinen Liebsten. Man streitet sich mit seinem Bruder. Es ist halt ein auf und ab und ich habe kein Problem damit, darüber zu reden. Man muss halt der Jugend oder den Menschen da draußen mitgeben, dass sie nicht alleine sind, dass sie sich nicht alleine fühlen sollen”, erklärte Haftbefehl unter anderem im Podcast.

Im weiteren Verlauf der Folge fügte der “Chaos wissen wer der Babo ist”-Interpret hinzu, dass er offen über seine eigenen Depressionen sprechen möchte und diese lyrisch verarbeiten würde. Und das hat für ihn auch einen Grund:

“Millionen von Menschen hören meine Musik. Ich will das die wissen, dass ich auch genau dasselbe Problem habe. Die sollen jetzt nicht denken: ‘Ok dem geht es gut und uns nicht’ – nein – das ist nicht der Fall. Wir haben genau dasselbe Problem. Wir bluten auch. Wir haben Depressionen, deswegen spreche ich offen drüber. Dann können die sich ihr eigenes Bild daraus machen. Das versuche ich den Menschen mitzugeben.”

Ab Minute 27:30 kannst Du Dir die Statements von Haftbefehl noch einmal via Spotify anhören: