Laut den geleakten Pandora Papers haben diverse Superstars Briefkastenfirmen oder Stiftungen in Steueroasen und versuchen große Geldsummen zu verschleiern.

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Credit: Matthew Rolston & Phillip Faraone / GettyImages

Steuerhinterziehung
Ende 2017 waren Steuerfahnder niemand Geringerem als Shakira scheinbar auf die Schliche gekommen, welche zwischen 2012 und 2014 in Spanien keinen Cent an den Staat gezahlt haben soll. Laut der spanischen Tageszeitung “La Vanguardia” erklärte ihr Anwalt daraufhin, dass es sich bei der Anklage um 14,5 Millionen Euro um eine “technische Meinungsverschiedenheit” handeln würde. Seine Mandantin habe sich weniger als 183 Tage in Barcelona aufgehalten und wäre demnach auch nicht steuerpflichtig. Neben den angeforderten Rückzahlung muss sich Shakira, welche mit Spanier Gerard Pique zwei Kinder zur Welt gebracht hat, ebenfalls auf einen hohen Hinterziehungszins einstellen und dem Staat zusätzlich rund 4,8 Millionen Euro zukommen lassen (33 Prozent der geforderten 14,5 Millionen Euro).

Der Prozess hätte in 2020 eigentlich ein Ende finden sollen. Nach dem Ausbruch vom Coronavirus wurden die Sitzungen jedoch vertagt und Shakira hatte länger Zeit, um alle Beweise ihrer Unschuld aufzubringen. Der zuständige Richter sieht dies jedoch anders und erklärte: “Die der Klage beigefügten Dokumente […] sind ausreichende Beweise für ein Fehlverhalten, um das Verfahren fortzusetzen.

Das Blatt wendet sich
Während das Gericht auch zwei Jahre später noch kein Urteil gefällt hat, könnte die Sache schlecht für Shakira enden: Im Oktober 2021 kam es zum sogenannten Pandora Papers und unzählige Prominente, Politiker und Co. stehen nach dem bis dato größten Leak über sogenannte Steueroasen mit dem Rücken zur Wand. Und die zweifache Mutter und “Hips Don’t Lie”-Interpretin stand auf einer der Listen …

Die verbreiteten zwölf Millionen Dokumente beinhalten Namen von Kunden und Kundinnen, welche von 14 Finanzdienstleistern und Kanzleien dabei unterstützt worden waren, Briefkastenfirmen oder Stiftungen in Steueroasen zu gründen. Damit hatten sie die Möglichkeit, große Geldsummen unter den Tisch zu kehren und darauf keine Steuern zu zahlen. Doch nicht alle Personen, welche in den Pandora Papers erwähnt worden waren, haben sich strafbar gemacht - solange sie alle Einnahmen ihrer Geschäfte in ihren Steuererklärungen schriftlich festgehalten haben.

Neben Shakira mit drei Offshore-Konten stehen unter anderem auch die Namen von Künstlern wie Elton John, Ex-Beatle Ringo Starr und Julio Iglesias in den Dokumenten des bis dato größten Leaks über sogenannte Steueroasen. Alle eben genannten Superstars sollen Briefkastenfirmen auf den britischen Jungferninseln, den Bahamas oder in Panama haben.

Wer steht noch drin?
Der gesamte Coup umfasst 6,4 Millionen Dokumente, fast drei Millionen Bilder, mehr als eine Million E-Mails und fast eine halbe Million Tabellenkalkulationen, welche zum redaktionellen Zeitpunkt von 600 Journalisten in 117 Ländern noch aufgearbeitet werden.

Neben den genannten Acts tauchen laut der BBC in den Leaks ebenfalls die Namen vom ehemaligen britischen Premierminister Tony Blair und seiner Frau Cherie Blair, Mitarbeiter des russischen Präsidenten Wladimir Putin, König Abdullah von Jordanien und der tschechische Premierminister Andrew Babis auf. Letzterer soll zum Beispiel nach Angaben des Recherchekonsortiums ein Landgut in Frankreich für 15 Millionen Euro auf intransparente Weise gekauft haben. Der Kaufpreis sei "über Briefkastenfirmen in Washington, Monaco und den Britischen Jungferninseln nach Frankreich" abgerechnet worden ... Die anderen Politiker stammen aus nachfolgenden Ländern:

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Credit: aljazeera.com

Auch tauchte der ehemalige Trainer von Bayern München, Pep Guardiola, auf, welcher sich schon bald den Steuerfahndern erklären muss. Der Spanier soll bis 2012 ein Konto in Andorra genutzt und eine Firma aus Panama beauftragt haben, seine Gehälter zu verschleiern.

Wie die Sache für alle namentlich erwähnten Berühmtheiten wohl ausgehen wird?!