Die US-Amerikanerin sagte wegen ihrer aktuellen mentalen Probleme das olympische Team- sowie Einzel-Mehrkampf-Finale ab. Diverse Stars und Sternchen stehen seither hinter ihr.

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Credit: Laurence Griffiths / GettyImages

Wer ist Simone?
Mit gerade einmal sechs Jahren stand Simone Arianne Biles erstmals auf der Matte und perfektioniert seither in jeder freien Sekunde ihres Lebens ihre Choreografien. Mit der Zeit mutierte die US-Amerikanerin zur erfolgreichsten Teilnehmerin der Turn-Weltmeisterschaften und konnte jene zwischen 2013 und 2019 gleich fünfmal für sich entscheiden. Zuletzt gewann die mittlerweile 24-Jährige in Stuttgart das Turnier. Doch die 19 Gold-, 3 Silber- und 3 Bronzemedaillen sind nicht der größte Sieg Simones: Bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro gewann die 1,42 Meter kleine Sportlerin am Boden, am Sprung, im Mannschafts-Mehrkampf und im Einzelmehrkampf und war der Star der US-Mannschaft.

Abbruch in Tokio
Fünf Jahre sind seit den letzten Olympischen Spielen vergangen, Simone Biles konnte sich für die Austragung in Tokio für alle sechs Finals qualifizieren, reiste mit ihrer Mannschaft in die japanische Stadt und stand am 27. Juli 2021 erstmals auf der Matte. Im Final des Mannschaftsmehrkampfs misslang ihr jedoch gleich der erste Einsatz am Sprung, woraufhin sie kurz darauf den Wettkampf abgebrochen und ebenfalls auf ihre Einzel-Mehrkampffinale verzichten wollte.

Wie mittlerweile bekannt gegeben worden war, hatte sich Biles nicht verletzt. Stattdessen würde sie mit mentalen Problemen kämpfen und könne demnach nicht vollen Einsatz bringen.

“Ich sage, die mentale Gesundheit steht an erster Stelle. Daher ist es manchmal in Ordnung, die großen Wettbewerbe sogar auszusitzen, um sich auf sich selbst zu konzentrieren. Es zeigt, wie stark du als Wettkämpfer und Person wirklich bist, anstatt sich einfach durchzukämpfen”, erklärte die 24-Jährige und fügte hinzu, dass sie im “Kampf gegen Dämonen” sei. “Diese Olympischen Spiele wollte ich für mich haben und ich kam hierher und dachte, dass ich es weiter für andere Leute mache. Das schmerzt mein Herz sehr. Das zu tun, was ich liebe, ist mir irgendwie genommen worden, um anderen Menschen zu gefallen.”

Stars stehen ihr bei
Seitdem Simone öffentlich gestanden hat, dass sie mentale Probleme habe und demnach nicht noch einmal in Tokio antreten möchte, zollten ihr diverse Sportler Tribut. US-Rekordschwimmer Michael Phelps, der 2018 erstmals über seine seinen eigenen Kampf mit Depressionen und Selbstmordgedanken nach den Sommerspielen 2012 bestätigt hatte, erklärte in einem Interview: ”Mentale Gesundheit ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gesundheit und muss immer Priorität haben. Wir brauchen eine Sportwelt, die das emotionale und mentale Wohlbefinden in den Fokus rückt. […] Danke, dass Du Deine Plattform genutzt hast, Du bist ein wahrer Champion!”

Und auch unsere gefeierten Musiker:innen richteten sich mit emotionalen Postings an Simone Biles. Rapper G-Eazy zum Beispiel veröffentlichte ein Foto mit der Turnerin und sagte aus, dass er sie “sehen, wertschätzen und unterstützen” würde. Ebenfalls schickte er ihr “all seine Liebe” und nannte sie eine Legende, “was auch immer passieren wird”.

Spricht aus eigenen Erfahrungen
Justin Bieber, welcher ebenfalls schon mit mentalen Problemen und Selbstmordgedanken zu tun und aus diesem Grund seine “Purpose”-Welttournee abgebrochen hatte, verfasste ebenfalls einen Beitrag für die 24-Jährige. “Niemand wird jemals verstehen, unter welchem Druck du stehst! Ich weiß, wir kennen uns nicht, dennoch bin ich so stolz auf die Entscheidung, dass du dich aus dem Wettkampf zurückgezogen hast”, schrieb Biebs unter anderem nieder.

“Es ist so simpel – was bedeutet es, die ganze Welt zu gewinnen, wenn du deine Seele einbüßt. Manchmal ist unser Nein machtvoller als unser Ja. Wenn das, was du normalerweise liebst, anfängt, deine Freude zu stehlen, ist es wichtig, dass wir einen Schritt zurücktreten, um herauszufinden, wieso”, fügte Justin hinzu. Biles selbst kommentierte den Post mit einem weinenden Emoji und einem braunen Herzen.

Support von allen Seiten
Neben Biebs und G-Eazy haben sich ebenfalls schon die ehemalige First Lady Michelle Obama, Rapperin Missy Elliott, die britische Sängerin Anne-Marie und diverse Athleten bei der 24 Jahre alten Turnerin zu Wort gemeldet und ihr den größten Respekt gezollt.