Im Gericht in Helsinki musste sich der Sunrise Avenue-Mann neben 52 weiteren Personen des öffentlichen Lebens erklären und wurde am Ende zu einer Geldstrafe verurteilt.

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Drogenbeichte
“Ich wurde heute darüber informiert, dass ich eines Drogendelikts verdächtigt werde, das später in diesem Jahr in Finnland vor Gericht gebracht wird. Ich habe im Sommer 2019 eine Aftershow-Party besucht und ich gebe zu dort eine kleine Dosierung von Drogen genommen zu haben, die mir dort kostenlos angeboten wurde. Drogenkonsum ist eine Straftat und falsch. Dafür eine Strafe zu verhängen, ist absolut richtig.”

Mit diesen Worten startete Samu Haber im Januar 2020 in seine Drogenbeichte und erklärte, dass er während der Aftershow-Party beim “Ruisrock”-Festival im finnischen Turku 0,2 Gramm Kokain genommen habe. Die Anschuldigung, dass er auch Drogen besessen habe, verneinte der Sänger dennoch vehement, gestand sich selbst jedoch seine Fehler direkt ein und fügte hinzu: “Ich war sehr dumm und dafür gibt es keine Entschuldigung. Ich werde aus diesem Vorfall lernen. Ich entschuldige mich für mein Verhalten bei meinen Lieben, der Band und allen, die mich als ein Vorbild sehen!”

Einer der größten Drogenfälle Finnlands
Mittlerweile sind fast zwei Jahre vergangen und der Sunrise Avenue-Frontmann musste sich, zusammen mit 52 weiteren Personen des öffentlichen Lebens, in Helsinki dem Gericht stellen. Während die Hauptangeklagten - Niko Ranta-aho und Janne Tranberg - zu wurden zu mehr als elf Jahren Haft verurteilt und in neun schweren Drogendelikten für schuldig gesprochen worden waren, müssen sieben weitere Personen müssen für acht Jahre hinter schwedische Gardinen. Haber selbst ist mit einer milderen Strafe davongekommen:

Der Sänger wurde, wie der finnischen Zeitung “iltalehti” berichtete, nur zu einer Geldstrafe verurteilt. Obwohl zu Beginn des Prozesses Videoaufnahmen inspiziert worden waren und ein Zeuge ausgesagt haben soll, dass Haber "fünf Gramm Kokain" bekommen habe, wurde er für den Konsum von 0,2 Gramm zur Rechenschaft gezogen. 5.490 Euro muss er berappen und kam demnach noch einmal mit dem Schrecken davon.

Via Instagram meldete sich Samu bereits auf finnisch bei allen Fans zu Wort und schrieb unter anderem folgende übersetzte Zeilen nieder: “Es ist wunderbar, dass man in einem rechtsstaatlichen Staat lebt, in dem man sich auf das System verlassen kann. Die Gerechtigkeit wurde bedient und die Dinge sind genau so, wie ich es euch von Anfang an gesagt habe. Der Staat wird meine Rechtskosten erstatten und ich werde meine Geldstrafe bezahlen - so sollte es sein. Es wäre eigentlich kein Prozess nötig gewesen, denn ich habe alles sofort bei der Polizei gestanden. […] Ich werde immer noch Fehler machen. So etwas werde ich jedoch nie wieder tun. Und vielleicht ist alles, was passiert ist, ein guter Beweis dafür, dass es sich immer lohnt, die Wahrheit zu sagen, Fehler zuzugeben und sich zu entschuldigen, wenn es einen Grund gibt. Obwohl es manchmal verdammt peinlich sein kann. […] Drogen sind gefährliche Substanzen und ich empfehle jedem, unabhängig vom Alter, sich von ihnen fernzuhalten.”

Hinweis der Redaktion
In der Regel berichten wir nicht über Drogen – außer die Einnahme erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit.

Solltest Du selbst das Gefühl haben, dass Du Hilfe benötigst, kontaktiere bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhältst Du Hilfe von Beratern, die Dir Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können. Weitere Hilfsangebote gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.