Nur eine Woche nach dem Drop von “AGHORI” kann sich Kool Savas über den nächsten Nummer-eins-Award freuen und alle anderen Kollegen im Rennen um die Charts abhängen.

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Credit: DanLak Photography / GettyImages

Macht noch lange nicht schlapp
Seit fast 25 Jahren ist Kool Savas nicht nur einer der Rapper im Game, sondern dominierte immer mal wieder die Charts und formte das Genre Deutschrap. Passend dazu denkt der mittlerweile 46-Jährige noch lange nicht ans Aufhören, sondern drohte am 19. Februar 2021 erst sein sechstes Solo-Studioalbum und plauderte mit dem Team von der “ZEIT” über “AGHORI”. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte, Tracks aus der Vergangenheit, welche Schimpfwörter wie “schwul” oder “behindert” beinhalteten, heute zu releasen, erklärte der aus Aachen stammende Act: “Wahrscheinlich nicht, und das ist auch gut so. Ich habe vor vielen Jahren schon begriffen, dass man bestimmte Worte nicht nutzen kann und darf – nicht, weil ich Angst vor einem Shitstorm hatte, sondern weil ich weiß, dass man Leute durch Sprache verletzen kann. Gleichzeitig denke ich aber, ganz generell gesprochen, dass in der Kunst vieles nicht funktionieren würde, wenn man nicht bewusst ab und an auch mal Grenzen überschreiten würde. […] Nehmen Sie jemanden wie Quentin Tarantino: Der benutzt in seinen Filmen häufig das Stilmittel extremer Gewalt. Ich persönlich finde das aber okay, weil sie zum großen Ganzen beiträgt. Es kann gewalttätig, explizit, asozial und grenzüberschreitend zugehen, aber es muss ein Bewusstsein dahinterstecken – und Kontext! Genauso wichtig finde ich aber auch, dass jegliche Form der Kritik angemessen geäußert werden muss.”

Spaß ist wichtiger als Geld
Dass es Kool Savas nicht immer um eine hohe Summe auf dem Konto ging, das hat der Deutsch-Rapper schon häufiger betont und gehört nicht zu denjenigen, die mit dicken Schlitten und einer Rolex am Arm in die Kameras lächeln. Stattdessen steht für den Künstler Spaß an erster Stelle, wie er gegenüber der “ZEIT” hinzufügte und wie folgt über die beste Zeit in seinem Leben sprach:

“Kurioserweise die, in der ich am erfolglosesten war – das war 2009/2010, als ich mein Mixtape 'John Bello Story III' aufnahm. Damals hatte ich 200.000 Euro Steuerschulden, aber bereits vier Autos vor der Tür und ein Haus in Heidelberg, für das ich jeden Monat 1.600 Euro Miete zahlen musste. Ich habe damals mit vielen anderen Rappern wie Olli Banjo, MoTrip, Moe Mitchell und Franky Kubrick zusammengearbeitet, die ständig bei mir waren, aber manchmal hatten wir wirklich alle keine Kohle mehr. Trotzdem hatten wir wahnsinnig viel Spaß bei den Sessions. Ich habe damals viel fürs Leben gelernt”, so Savas, welcher hinzufügte: “Mir ist bewusst geworden, worum es mir geht. Nicht darum, überall das Maximum an Geld herauszuholen, sondern eine möglichst gute Zeit zu haben. Und: dass man mir all meinen Besitz wegnehmen könnte, ich meine Kreativität und mein Können aber jederzeit in Geld umwandeln kann. Aus diesem Gefühl heraus ist auch der Song 'Jedes Wort ist Gold wert' entstanden, den ich 2017 mit Sido für unser gemeinsames Album aufgenommen habe.”

Neues Nummer-eins-Album
Kool Savas’ harte Arbeit macht sich am Ende bezahlt: Nur eine Woche nach dem Drop von “AGHORI” kann sich Kool Savas über den nächsten Nummer-eins-Award freuen und Kollegen wie Monet192, Börse Onkelz & FiNCH ASOZiAL im Rennen um den ersten Platz abhängen. Passend dazu posierte der Rapper bereits mit dem Preis …

… und bedankte sich via Instagram-Story bei allen Fans, welche “AGHORI” nicht nur gestreamt, sondern auch die dazu passende Box gekauft hatten.

”6 mal in Folge auf die Eins! Ich bin euch so dankbar für die jahrelange Treue. Meine Frau hat zur Feier des Tages den Aghori Hoodie an und wir zelebrieren den Erfolg mit Pizza, Pasta und Sprite. DANKE”, schrieb der Rapper nieder und fügte abschließend Herz-Emojis hinzu.