Obwohl The Weeknd den größten Chart-Erfolg im Jahr 2020 zu verbuchen hatte, wurde er für keinen einzigen GRAMMY nominiert und ist nicht der einzige Künstler, welcher die Verleihung infrage stellte.

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Die Nominierten stehen fest
Am Dienstagabend, den 24. November 2020 meldeten sich die Verantwortlichen der Recording Academy zu Wort und veröffentlichten die Nominierten für die nachfolgenden GRAMMYs. Zum 63. Mal in Folge wird die Grammofonskulptur in goldglänzendem Design an die besten Sänger, Komponisten, Musiker sowie Produktionsleiter und die Tontechnik vergeben und soll am 31. Januar 2021 im Staples Center in Los Angeles stattfinden. Der südafrikanische Kabarettist, TV- und Radiomoderator und Schauspieler Trevor Noah wurde bereits als Moderator ausgewählt und soll an besagtem Abend alle Superstars in Empfang nehmen.

Beyoncé führt mit neun Nominierungen die Liste an, wobei “Black Parade” unter anderem in den Kategorien “Record of the Year”, “Song of the Year”, “Best R&B Performance” und “Best R&B Song” genannt worden war. Auch ihre Tochter Blue Ivy konnte sich für das “Beste Musikvideo” mit “Brown Skin Girl” einen Platz sichern und könnte schon bald zur jüngsten GRAMMY-Gewinnerin aller Zeiten ernannt werden.

Taylor Swift, Dua Lipa und Roddy Rich folgen Queen Bey auf dem Fuß und wurden jeweils sechsmal nominiert. Via Instagram, Twitter und Co. bedankten sich die meisten der Künstler bei der Jury und konnten ihr Glück gar nicht fassen. Lipa zum Beispiel fing direkt an zu weinen …

Boykott die GRAMMYs!
Wie in jedem Jahr wird es auch während der kommenden Verleihung wieder enttäuschte Gesichter im Publikum geben. Doch ein Act steht dieses Mal besonders im Vordergrund und wurde in keiner einzigen Kategorie nominiert, obwohl er den größten Hit in 2020 droppte.

“Blinging Lights” von The Weeknd wurde am 29. November 2019 releast und soll ihn fast ein Jahr später bei den kommenden GRAMMYs eingereicht haben. Doch über 1,7 Milliarden Spotify-Streams, Nummer-eins-Positionen in 51 Ländern und 290 Millionen Aufrufe für das dazu passende Musikvideo sollen der Jury scheinbar nicht genug gewesen sein …

Der Kanadier konnte sich dieses Mal nicht zurückhalten, nannte die Veranstaltung “korrupt” und fügte hinzu, dass er eigentlich live performen wollte.

“Die GRAMMYs bleiben korrupt. Du schuldest es mir, meinen Fans und dem Business. […] [Wir haben] seit Wochen zusammen eine Performance geplant und dabei bin ich nicht mal eingeladen worden? Meiner Meinung nach bedeuten keine Nominierten auch keine Einladung”, schrieb The Weeknd unter anderem via Instagram, Twitter und Co. nieder und bekam von unzähligen Fans und Musikern wie Drake und Elton John Rückendeckung.

Doch The Weeknd war nicht der einzige Künstler, welcher sich nach der Veröffentlichung aller Nominierungen im Netz zu Wort meldete. Auch sein kanadischer Kollege Drake hatte einiges zu sagen und richtete sich direkt an die Recording Academy, welche die GRAMMYs vergibt.

“Meiner Meinung nach sollten aufhören, uns jedes Jahr schockieren zu lassen, weil es eine klare Trennung zwischen wirkungsvoller Musik und diesen Awards gibt. Wir müssen akzeptieren, dass es das, was einmal als die größte Auszeichnung abgestempelt worden war, nicht mehr gibt und aktuelle Künstler und jene der Zukunft nicht mehr daran interessiert sind. Es ist so wie mit Verwandten, von denen man erwartet, dass sie sich ändern, obwohl sie es niemals tun werden. […] Dies ist eine großartige Zeit für jemanden, um etwas Neues zu beginnen, das wir im Laufe der Zeit aufbauen und an die kommenden Generationen weitergeben können”, schrieb er unter anderem nieder und fügte hinzu, dass The Weeknd mindestens in den Kategorien “Album des Jahres” und “Song des Jahres” nominiert hätte werden müssen.

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Credit: champagnepapi / Instagram

Neben The Weeknd, welcher im Übrigen in 2021 in der Halbzeitshow beim Super Bowl spielen wird, hat ebenfalls Nicki Minaj jenen Post mit allen Fans geteilt und stärkt ihren kanadischen Kollegen den Rücken.

Die GRAMMYs haben sich unterdes noch nicht öffentlich zu jenen Behauptungen zu Wort gemeldet. Auch auf Anfragen von diversen US-Portalen gab es keine Stellungnahme.