Vor Gericht bestätigte der Rapper die Tatsache, dass er seine Frau geschlagen habe. Anna-Maria sei verängstigt aus dem Fenster gesprungen und wollte vor ihm flüchten. Doch was hat Arafat Abou-Chaker damit zu tun?

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Erneut im Zeugenstand
Mittlerweile wurde bereits der zwölfte Tag im Prozess gegen die Abou-Chaker-Brüder vor dem Landgericht Berlin abgehalten. Nebenkläger Bushido war einmal wieder im Zeugenstand vorgeladen worden und musste dem Richter und dem gesetzlichen Vertreter seinen langjährigen Geschäftspartners Frage und Antwort stehen. Der Rapper packte erneut als wohl wichtigster Zeuge gegen Arafat Abou-Chaker aus und sprach über seine Ehe mit Anna-Maria Ferchichi.

Nachdem im April 2013 Bushidos Mutter verstorben war, soll für ihn eine “wackelige Zeit” angebrochen sein. “Ich bin ein absolutes Muttersöhnchen”, fügte der Rapper im Zeugenstand hinzu und erklärte, dass es sich so angefühlt hatte, als hätte man ihm “als Muttersöhnchen komplett den Boden unter den Füßen weggerissen”. Zu selben Zeit soll sich Arafat Abou-Chaker immer mehr dem Islam zugewandt haben, die Finger vom Alkohol gelassen und auch allen Kollegen in seinem Umkreis “befohlen” haben, dass sie sich in keinen Lokalen mehr aufhalten dürfen, in welchen Spirituosen ausgeschenkt werden.

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Schlug seine Frau
Im Dezember 2014 sei es dann zu ersten großen Auseinandersetzungen zwischen Bushido und dem Clan-Chef gekommen. Als sie gemeinsam mit Anna-Maria Ferchichi zum Chiemsee gefahren waren und der Pullover der fünffachen Mutter aus Versehen verrutscht war, beschimpfte Arafat sie: “Du läufst rum wie eine Nutte!”

Bushido ließ jene Situation Revue passieren und gab seinem Kollegen damals recht. “Das war die dümmste Entscheidung meines Lebens”, urteilte der Rapper heute. Auf dem Rückweg nach Hause gab es dann einen weiteren Streit, bevor dem Berliner die Hand ausgerutscht war. “Und da habe ich die Hand erhoben gegen meine Frau”, so der mehrfache Vater, welcher am nächsten Morgen allein und ohne Kinder in seinem Eigenheim aufgewacht war. Als Anna-Maria am Nachmittag nach Hause gekommen war, um die restlichen Sachen einzupacken, flüchtete sie selbst vor ihrem Ehemann. “Ich habe mich sehr empört. Und sie hatte so eine große Angst, dass sie aus dem Küchenfenster im Erdgeschoss gesprungen ist”, so Bushido.

Arafat Abou-Chaker soll damals die Polizei gerufen haben, damit alles reibungslos ablaufen könnte. Beamte des Landeskriminalamts wären auf den Hof gefahren und mussten den Clan-Chef beruhigen, welcher Stress gemacht hatte, die Ordnungshüter beschimpfte und einen der Männer selbst ein paar Treppenstufen heruntergestoßen hatten. “Ich sah meine Frau mit dem Gepäck auf dem Hof. Und Beamte, mit meinen Kindern auf dem Arm. Ein unfassbares Bild für mich. Ich habe kaum gegessen, lag nur im Bett … Mein persönlicher Tiefpunkt”, schilderte der Rapper jene Momente.

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Bushido selbst gab Arafat schuld an der Trennung und sagte aus, dass er von dem Gangster dazu getrieben worden war. “Dabei war ich schuld an der Trennung. Ich hatte sie arschig behandelt und geschlagen. […] Arafat hatte zu mir gesagt, wenn ich mich mit ihr vertrage, bin ich ein Hund. Ich habe mich klar für die Familie entschieden”, sagte der Berliner abschließend im Zeugenstand. Im Mai 2015 habe sich Bushido erneut mit seiner Ehefrau Anna-Maria vertragen und sich von dem gefährlichen Clan-Chef langsam aber sich getrennt. In 2017 kam es dann zum richtigen Knall in der Geschäftsbeziehung. Abou-Chaker soll die Trennung nicht akzeptiert und von Bushido eine Millionenzahlung sowie die Beteiligung an dessen Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert haben. Laut Bushido selbst soll er um “neun Millionen Euro” betrogen worden sein, welche “an der Steuer vorbeigeschleust” worden sein sollen …

Neben Arafat sind seine Brüder Nasser, Rommel und Yasser mitangeklagt, letzterer Berliner befindet sich zum redaktionellen Zeitpunkt in Untersuchungshaft.