Vor dem Amtsgericht Dresden musste sich ein 47 Jahre alter Mann verantworten und gestand seine Tat. Vom Richter wurde er aufgrund von Wahnvorstellungen freigesprochen. Muss Lena um ihr Leben fürchten?

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Morddrohung via Facebook
Als gefeierter Act mag man vielleicht Millionen von Fans haben, häufiger auf Tour gehen und ein Fall gefülltes Bankkonto vorweisen. Doch mit dem ganzen Fame lastet ebenfalls ein enormer Druck auf den Künstlern und man zieht nicht nur die Aufmerksamkeit von Supportern auf sich. Stattdessen schlägt man sich mit diversen negativen Schlagzeilen herum, muss unendlich viele Gerüchte über die eigene Person in der Zeitung lesen und sich vor einigen Männern und Frauen in Acht nehmen, welche einem nichts Gutes wollen.

Lena Meyer-Landrut könnte über letztere Beschreibung ein Liedchen singen. Die Sängerin steht seit einem Jahrzehnt im Mittelpunkt der deutschsprachigen Presse und konnte mit ihren Liedern alle zum Tanzen bringen. Doch ein Mann war gar nicht nach feiern zumute, als er von ihrem Konzert am 27. Juni 2019 im Schlachthof in Dresden Wind bekommen hatte. Stattdessen schickte er der 29-Jährigen laut “Tag24” Morddrohungen via Facebook, welche sich wie folgt gelesen haben sollen: “Magst echt im Schlachthof auftreten? Ich hoffe, dass du das Konzert absagst. Sonst wird das ein Schlachthof. Und aus Sachsen kommt einer von uns nicht mehr lebend raus.”

Marcel H., so der Name des mittlerweile 47-Jährigen, soll im Anschluss daran von der Polizei verhört worden sein und musste sich am Montag, den 05. Oktober 2020 vor dem Amtsgericht in Dresden verantworten. Auf der Agenda stand die versuchte Nötigung, welcher seine Tat schlicht und einfach bestätigte und erklärte, dass ihn ein Vergleich von zwei Bildern rasend gemacht hatte. “Es konnte nicht sein, dass sie das selbst ist. […] Ich habe nur noch dunkle Erinnerungen. Mir ist erst aufgefallen, dass etwas schiefläuft, als die Polizei vor meiner Tür stand. Es tut mir leid”, erklärte der Angeklagte, welcher seit 2013 unter Wahnvorstellungen gelitten haben soll. Ein Gutachten bestätigte kurz nach der Festnahme im Sommer 2019, dass er Angst davor hatte, dass man ihn abhört, vergiftet oder von Aliens entführen lässt.

Vom zuständigen Richter wurde Marcel H. nach der gestandenen Tat freigesprochen, man nannte Wahnvorstellungen als Grund für diese Entscheidung und ging davon aus, dass er laut Tag24 “zur Zeit der Tat schuldunfähig war”. Der Mann selbst wurde ebenfalls seit Juni 2019 im Klinikum in Dresden behandelt und soll seither Medikamente gegen seine Paranoia nehmen.

Lena Meyer-Landrut war beim Gerichtstermin weder anwesend, noch hat sich die Musikerin zum Freispruch zu Wort gemeldet. Stattdessen genießt sie die Auszeit von allen sozialen Medien und kümmert sich um sich selbst, ihre mentale Gesundheit und Kreativität.