Im Videointerview mit dem NDR-Format “STRG_F” erklärte der Berliner erstmals, dass er damals abhängig vom rezeptpflichtigen Medikament Tilidin gewesen war und beschrieb die Sucht.

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Credit: Ivan Filatov

“Das erste Mal war der schlimmste Absturz”
Mit der Single “Frühstück in Paris”, die Ende August 2020 mit Cro veröffentlicht worden war, konnte Capital Bra seine 22. deutsche Nummer-eins-Single innerhalb von nur zweieinhalb Jahren feiern. Dank all der Hits sieht sich der Rapper auf Position 35 der erfolgreichsten Künstler der Bundesrepublik und steht so den Beatles, Eminem, Metallica und Michael Jackson in nichts nach - immerhin ist er der Act mit den meisten Tracks an der Spitze der Charts und hat die Zweitplatzierten - die Pilzköpfe aus England - und ihre elf Songs schon lange überholt.

Doch so erfolgreich war der russisch-ukrainisch stämmige Sprechgesangskünstler nicht sein Leben lang und konnte erst ab 2016 erste kleine Erfolge im Game feiern. Zuvor war Capital Bra, so gestand er im Videointerview mit dem NDR-Format “STRG_F”, süchtig nach dem rezeptpflichtigen Medikament Tilidin. “Es war ein Teil von meinem Leben … Scheiße! Was soll ich dir sagen Bruder? Stell dir vor, du hast kein Geld und wohnst in Hohenschönhausen. Ihr hängt alle zusammen rum und jeder hat ein bisschen Kleingeld in der Tasche so. Du musst den Tag aber irgendwie überbringen. […] Du gehst nicht schaukeln mit 15. Einer holt Gras, einer holt Tilidin, dann chillst du halt den ganzen Tag. Und wenn du den ganzen Tag so einen Kopf hast, dann gehst du nach Hause. Und jeden Tag von vorne”, sagte Capital Bra und fügte hinzu, dass er genau aus diesem Grund über das rezeptpflichtige Medikament , welches in Pillen- und Flaschenform gibt, rappen und seine Vergangenheit verarbeiten würde.

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Das erste Mal soll “sein schlimmster Absturz” gewesen sein, bei welchem der Rapper gerade einmal “15 oder 16” Jahre alt gewesen sein und direkt zwei Tabletten geschluckt haben soll. “Zwei Tage kotzen. So im Bett liegen und völliger Absturz”, fügte Capi hinzu. Er selbst nahm die Pillen, damit er “chillen, vergessen und keine Probleme haben” konnte. Die eigentliche Abstinenz nach der Einnahme erklärte der zweifache Vater wie folgt: “Stell dir vor, du gehst in den Urlaub. Du nimmst Kokain mit, du nimmst Gras mit und du nimmst fünf Flaschen Tilidin mit. Wenn das Koka alle ist, ist es dir egal. Auch bei dem Gras. Aber wenn du nur noch eine halbe Flasche Tilidin hast, fährst du sofort nach Hause. So ist es. Weil du ohne nicht kannst. Das f*ckt dich einfach. Ohne sitzt du da wie so ein vercrackter Junkie einfach.”

Bei ihm selbst sei es auch einmal so weit gekommen, musste jedoch auf seinen Kopf und sein Herz hören, um dem Medikament abschreiben zu können. “Ich wollte meine Kinder auch vom Kindergarten abholen. Ich wollte nicht mehr benebelt sein oder was auch immer. Die ersten zwei Tage denkst du, es ist schlimm, aber dann wird es schlimm.”

Keine Macht den Drogen
Capital Bra selbst, der in 16 seiner Songs über Tilidin rappt, hat letzten Endes eine Nachricht an seine Fans: “Sieht man, dass ich mich schäme? Mach’ es nicht. Man kommt [seinem Star] damit auch nicht näher. Ich will weniger über Drogen rappen.”

Das komplette Interview und einen kurzen Track über jenes Gespräch kannst Du Dir hier noch einmal anhören: