Vor 13.000 Zuschauern möchte Sarah in Düsseldorf auf der Bühne stehen und ihre Songs zum Besten geben. Via Instagram verteidigte sie diese Entscheidung und setzte sich für alle ein, die durch Corona ihren Job verloren haben.

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Credit: Frank Hoensch / GettyImages

XL-Event wurde bestätigt
Konzertveranstalter Marek Lieberberg, welcher ebenfalls das legendäre Festival Rock am Ring jedes Jahr auf die Beine stellt, bestätigte Anfang August 2020, dass er eine XXL-Show im Düsseldorfer Fußballstadion planen würde. Am 04. September sollen demnach unter anderem Bryan Adams, The BossHoss, Rea Garvey, Joris, Michael Mittermeier und Sarah Connor mit am Start sein und vor 13.000 Zuschauern ihre Songs zum Besten geben. Obwohl die Stadt jenes Event bereits genehmigt hatte, wurde gerade letztere Sängerin für die Entscheidung, Teil des Ganzen sein zu wollen, von ihren Fans scharf kritisiert.

Via Instagram, Facebook und Co. meldete sich die “Vincent”-Sängerin zu Wort und verteidigte ihre Entscheidung. Für sie stehe vor allem ihr Team im Vordergrund, welches dank Corona seit Monaten keinen Job und somit auch kein Einkommen vorweisen könne. Dazu schrieb Connor, dass sie die Meinungen verstehen könne, jedoch eine Entscheidung für das Wohl von allen treffen müsse.

“Und ich verstehe alle Bedenken und Einwände zu dem ersten grossen geplanten Konzert in der ‘neuen Zeit’. Ich habe vier Kinder, eines davon könnte man als besonders ‘gefährdet’ einstufen. Auch wir erwarten mit Spannung den Schulbeginn. Auch meine Kinder müssen in der Schule Masken tragen. Seid gewiss, ich gehe auf keinen Fall leichtsinnig mit der Situation um. Aber: auch meine Branche hat in den letzten Monaten extrem gelitten. Auch ich habe viele Freunde und Kollegen deren Existenzen mittlerweile bedroht sind. Ich allein beschäftige über‘s Jahr um die 150 Menschen, denen im März von heute auf Morgen sämtliche Einnahmen weggebrochen sind. Musiker, Tontechniker, Bühnenbauer, Backliner, Bus-und Truckfahrer, Securityleute, Lichtdesigner, Videooperator und viele mehr, die z.T. keine grossen Gewerbe haben, sondern Selbständige sind. Familienväter- und Mütter. Fleissige Menschen, die seit März ohne Arbeit und vor Allem ohne jegliche Einkünfte sind. Die keine Perspektive haben, keine Lobby. Die brav ihre Steuern zahlen, aber nun seit Monaten ignoriert werden. Für die niemand kämpft, weil ständig gesagt wird, ihre Arbeit sei nicht systemrelevant. Wir reden über insgesamt 150.000 Arbeitsplätze alleine in Deutschland!! [sic]”

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Dass sie ihre Leute wieder beschäftigen möchte, steht außer Frage. Stattdessen möchte Sarah “ein Konzept entwickeln, wie es in der ‘neuen Zeit’ machbar wird, ein Konzert zu besuchen”.

“Nach meinen Informationen, sonst hätte ich niemals zugestimmt, ist das geplante Konzert vorsichtig durchdacht und eng mit den Behörden erarbeitet und abgestimmt worden. Ich bin selbst gespannt, ob und wie es stattfindet. Aber wenn, dann bin ich dabei. Alles andere kann ich meinen Leuten gegenüber nicht verantworten. Wir sind dankbar für den Versuch, unserer Branche wieder ein wenig Hoffnung zu geben. Viele Menschen warten darauf. Ich rede nicht von 'Party machen’, sondern von JOBS. Von 150.000 Arbeitsplätzen! Ja es geht um Leben, aber auf beiden Seiten der Argumentation!!! [sic]”

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Laut Veranstalter wird dem Infektionsschutz “in vollem Umfang Rechnung getragen”. Der Einlass sei demnach in verschiedenen Abständen geplant, eine Maskenpflicht, im Zuschauerraum und auf den Sitzplätzen, stünde demnach an der Tagesordnung und Alkohol sei verboten.

Ob das Konzert wie geplant stattfinden wird, entscheidet sich vier Tage vorher. Erst am 31. August wird also klar sein, ob der Gig am 4. September steigt oder nicht. Aufgrund der geteilten Meinungen haben sich die Stadt Düsseldorf und die Landesregierung auf den Kompromiss geeinigt, erst kurz vor dem Event darüber zu entscheiden, ob dieses stattfinden wird.