Nach dem Vorbild vieler anderer Länder gehen 2019 auch in Deutschland einige Städte dem privaten Feuerwerk an den Kragen. Wir verraten Dir, wo in diesem Jahr keine Silvester-Knaller gezündet werden dürfen.

Feuerwerksverbot

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Silvester = Feuerwerk?
Bereits 2018 führte die Debatte um ein Verbot privater Feuerwerkskörper an Silvester zu hitzigen Diskussionen. Im vergangenen Sommer entbrannte das Ganze aufgrund eines Antrags der Deutschen Umwelthilfe erneut. Die wandte sich dieses Mal direkt an 98 deutsche Städte, um ein derartiges Verbot ohne Umwege über die Bundesregierung zu beantragen. Als Hauptgrund gelte dabei die immense Feinstaubbelastung durch Feuerwerkskörper: Laut dem Umweltbundesamt sorgen die Deutschen in der Silvesternacht durch private Raketen, Böller und Co. für etwa 4.500 Tonnen Feinstaub. Das entspricht etwa der Menge, die alle Autos in Deutschland zusammen in zwei Monaten verursachen.

Feuerwerk

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Verletzungen, Müll und verängstigte Tiere
Des Weiteren meldete das Deutsche Ärzteblatt 2013 laut dem Umweltbundesamt jedes Jahr zu Silvester 8.000 Menschen mit Verletzungen am Innenohr. Doch auch abseits der gesundheitlichen Bedenken für Menschen, sieht die Deutsche Umwelthilfe Probleme: Alleine in den fünf größten Städten Deutschlands sollen zur Silvesternacht 191 Tonnen Müll durch Feuerwerkskörper auf den Straßen verbleiben. Das entspricht etwa dem Gewicht 32 groß gewachsener Elefanten. Bleiben wir bei den Tieren: Haustierhalter haben es sicher bereits miterlebt. Hunde und Katzen haben ein empfindlicheres Gehör als Menschen und können durch Feuerwerkskörper schnell in Panik verfallen. Auch Vögel verlassen aufgrund des Lärms oft ihre Nester.

Laut einer Umfrage des „Focus“ stellen sich in Großstädten bereits über 57 Prozent der Deutschen auf die Seite eines Feuerwerksverbots. Einige Kommunen reagierten auf den Antrag der Deutschen Umwelthilfe auch bereits mit Maßnahmen: In vielen Innenstädten gibt es 2019 demnach Verbotszonen, in denen nicht geböllert werden darf:

Silvester

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Feuerwerksverbote in Deutschland
In Stuttgart schließt dies beispielsweise den zentralen Schlossplatz sowie dessen unmittelbare Umgebung mit ein. Berlin verbietet privates Feuerwerk am Brandenburger Tor, im Norden des Alexanderplatzes sowie in der Pallasstraße in Schöneberg, die in den vergangen Jahren durch eine übermäßige Menge an Sachbeschädigungen aufgefallen sein soll, wie die „Berliner Morgenpost“ berichtet. Auch in Köln soll es 2019 mehrere Sperrzonen für Böller geben: um den Dom sowie der Altstadt sollen Absperrungen und Kontrollen verhindern, dass Silvester-Knaller in diesen Bereichen gezündet werden. In Sylt ist das Zünden von Böllern und Co. sogar seit 1980 bereits vollständig verboten. Auch in Amt Föhr-Amrum sind sämtliche Feuerwerkskörper untersagt.

Weitere deutsche Städte mit Teil-Verboten sind Aachen, Augsburg, Bamberg, Braunschweig, Dortmund, Düsseldorf, Freising, Fürth, Göttingen, Hannover, Ingolstadt, Karlsruhe, Landshut, Lüneburg, München, Nürnberg, Passau, Wiesbaden und Würzburg. Für Feuerwerksinteressierte empfehlen wir, sich bereits vor Silvester über die jeweiligen Bestimmungen zu informieren, um teils hohe Bußgeldstrafen zu vermeiden.

Neujahr

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Die Alternative zum Böller
Tatsächlich gehören private Feuerwerkskörper in vielen Ländern und Städten gar nicht zur Silvestertradition dazu. In Paris sind private Raketen und Böller zu Silvester komplett verboten - im Gegenzug gibt es an den Champs-Élysées um den Arc de Triomphe eine spektakuläre Licht- und Lasershow, die mit einem kleinen Feuerwerk abgerundet wird. Auch in New York ist eigenes Feuerwerk zum Neujahr untersagt - stattdessen findet am Times Square seit über 100 Jahren der legendäre „Ball Drop“ statt.