“Je mehr Besitz ich anhäufte, desto mehr fühlte sich alles wie Ballast an”, erklärte Bendzko und sorgte dafür, dass er sein “Haus und den Großteil von dem Krempel, der rumsteht” verkaufen konnte.

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Credit: Frank Hoensch / GettyImages

Musiker krempelte sein Leben um
Mit dem Track "Nur noch kurz die Welt retten", welcher bereits im Mai 2011 in Deutschland mit Dreifachgold und in Österreich und der Schweiz mit Platin ausgestattet worden war, konnte sich Singer-Songwriter Tim Bendzko im Business einen Namen machen. Im darauffolgenden September folgte sein zweiter Streich, die Single “Wenn Worte meine Sprache wären". Mit dem Stück trat der blonde Musiker für das Bundesland Berlin beim Bundesvision Song Contest an und konnte den Wettbewerb für sich entscheiden. Mit dem Erfolg seines Debütalbums und den beiden darauffolgenden Nummer-eins-LPs konnte der in Ostberlin geborene Künstler zu einem der gefragtesten deutschsprachigen Acts mutieren und sein Bankkonto füllen. Seinen Traum erfüllte sich Tim schließlich ebenfalls, nachdem er sich eine Villa kaufen konnte und musste letzten Endes feststellen, dass er damit doch nicht so glücklich war.

“Viel Platz zum Wohnen zu haben war für mich früher ein schöner Gedanke. Deshalb habe ich das Haus ja gekauft. Aber es häuften sich so viele Dinge an, die im Grunde total überflüssig sind. Ich fing an, mir Fragen zu stellen: Wäre es nicht viel schöner, mit viel leichterem Gepäck im Leben unterwegs zu sein? Was von dem ganzen Krempel brauche ich wirklich?”, fragte sich Bendzko und fügte im “Gala”-Interview hinzu, dass er sein “Haus und den Großteil von dem Krempel, der ihn ihm rumsteht”, verkaufen musste.

Das Ausmisten ließ er wie folgt Revue passieren: “Je mehr Besitz ich anhäufte, desto mehr fühlte sich alles wie Ballast an. Am Ende habe ich mich nur noch gestresst gefühlt. Ich hatte das Gefühl, dass ich noch mehr arbeiten, noch mehr Erfolg haben muss, um alles zu erhalten. Stattdessen wollte ich einen Zustand von Leichtigkeit und Flexibilität. Ich dachte mir: Wenn ich mich eines Tages in einer verrückten Laune dazu entschließen sollte, hier alle Zelte abzubrechen und zum Beispiel nach New York zu ziehen, soll das schnell und unkompliziert möglich sein. Ich habe es mir regelrecht zum Sport gemacht, so viel Ballast wie möglich loszuwerden."

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Kleine Wohnung statt Villa
Mittlerweile ist der “Wenn Worte meine Sprache wären”-Interpret umgezogen und wohnt seither in einer kleinen Wohnung. Doch von welchen Dingen hat sich Tim getrennt und kann er einigen Fans ein paar Ratschläge mit auf den Weg geben?

Gegenüber Gala verriet er: “Das fing bei mir mit dem Vorsatz an, dass ich nichts mehr doppelt haben möchte. Ich brauche nicht zwei Flaschenöffner, Rasierer, Feuerzeuge, Scheren, Vasen. Es ging bei meinen Klamotten weiter: Abgesehen von Hosen, Unterhosen und T-Shirts, wo es ein paar mehr sein dürfen, habe ich nichts mehr doppelt. […] Als ich in meine neue, viel kleinere Wohnung zog, habe ich in den ersten Wochen nur aus dem Koffer gelebt und nicht eine Sache von dem Kram vermisst, der sich noch in Kartons befand. Das Gefühl kannte ich vorher nur, wenn ich im Urlaub war. Inzwischen hat sich auch mein Mindset total verändert.”

Tim Bendzko selbst glaubt im Übrigen, dass sich diese Veränderung ebenfalls auf seine kreative Schaffensweise übertragen hat und promotet aktuell sein viertes Album “Filter”, welches am 18. Oktober 2019 veröffentlicht worden war. Hier geht’s zur LP: