Nachdem Chris Brown sein neues Kollabo-Video zur Single “Wobble Up” releast hatte, meldete sich der deutsche Fotograf und Künstler Marius Sperlich zu Wort und eröffnete eine Plagiatsdiskussion, die das ganze Business auf den Kopf stellen könnte.

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Credit: Künstler: Marius Sperlich, Titel: Turn Me On

Vorwurf des Plagiats
US-Superstar Madonna ist ein Fan von ihm und teilte bereits einen seiner Kreationen und auch Deutsch-Rapper Ufo361 hat schon einmal mit dem aus Berlin stammenden Künstler Marius Sperlich zusammengearbeitet. In der Szene ist der Fotograf bereits dick im Geschäft, auf Instagram kann er über 400.000 Follower sein Eigen nennen und seine Werke in verschiedenen Galerien, Messen und Ausstellungen in unter anderem Miami, Sao Paulo, New York City und der deutschen Hauptstadt präsentieren. Seine körperbetonte Kunst (siehe Coverbild) scheint sogar so bekannt zu sein, dass sich ein namentlich nicht weiter erwähnter Regisseur und Kollege von Chris Brown den Ideen von Sperlich bedient hatte und gleich zwei seiner Kreationen schlicht und einfach kopierte.

“Geistiges Eigentum muss um jeden Preis geschützt werden! Jetzt, da das Internet und die sozialen Medien Inhalte sofort verbreiten. Wir müssen sicherstellen, dass die Kreativ-Quelle von Anfang an vorhanden ist. Das passiert leider häufig in der Kreativbranche. Heutzutage ist es sehr einfach, Dinge zu kopieren. Für viele ist das Internet nur eine offene Quelle für Konzepte, Ideen und kostenlosen Content. Schöpfung, Originale und Kredit interessieren niemanden mehr. Vor allem, wenn du ein junger und aufstrebender Künstler bist ... die Meisten können sich einen Anwalt für eine Klage nicht leisten. Die Meisten schweigen also – wir werden nicht schweigen. Danke für eure Hilfe”, schrieb der deutsche Fotograf unter anderem via Instagram nieder und veröffentlichte eine Gegenüberstellung von zwei Szenen:

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Künstler meldet sich zu Wort
Auf Anfragen von bigFM erklärte der 28-jährige Fotograf und Art Director, welcher bereits mit Zeitschriften wie der Vogue, dem Glamour-Magazin und dem Playboy zusammenarbeiten konnte, wie es zur Erstellung seiner Kunstobjekte gekommen war: “Meine Werke entstehen aus der Beobachtung unserer Welt und deren Entwicklung. Daraus entwickelt sich automatisch eine Vielzahl an Ideen. Einige davon schaffen es nicht über das Sketchbook hinaus, aber andere werden konkreter und nach viel Planung und Arbeit irgendwann Realität. Dabei geht es mir sowohl um die bildliche Erzählung, als auch um die Vermittlung der – häufig gesellschaftskritischen – Inhalte. “

Im Fall von Chris Brown und dem “Wobble Up”-Musikvideo, das in Zusammenarbeit mit Nicki Minaj und G-Eazy gedroppt worden war, hat er bereits Kontakt zur Produktionsfirma aufgenommen und möchte die Angelegenheiten so schnell wie möglich klären. “Menschen bleiben vor allem im internationalen Umfeld leicht anonym. Es ist frustrierend und hat auch auf den künstlerischen Prozess einen negativen Einfluss. Diese Situation ist entsprechend nicht das erste Mal, dass mir dies passiert und ich bin auch nicht der einzige Künstler, der regelmäßig unter Plagiaten und Diebstahl von Ideen leidet. […] Genauso wie meine Kunstwerke häufig einen ethischen Anspruch haben, sollte auch der Umgang mit ihnen respektvoll und unter korrekten rechtlichen Bedingungen ablaufen. Im Idealfall zählt dazu eine Anfrage der Produktionsfirma und eine entsprechende Einigung zur Nutzung der Werke und Ideen”, erklärte Marius Sperlich in seiner offiziellen Stellungnahme und fügte hinzu, dass er sich als Erstes an seine Follower wendete und jenen die Sicht der Dinge erklärte. “Daher nutzen wir das Mittel, das uns zur Verfügung steht und gehen mit diesem Problem an die Öffentlichkeit. Wir stehen aktuell im Kontakt zur Produktionsfirma des Videos um den Sachverhalt weiter zu klären. Wie das genau aussehen kann und ob sie dazu bereit sind sich für meine Rechte und die der anderen Künstlern einzusetzen, werden die nächsten Tage zeigen.”

Chris Brown hat sich unterdes noch nicht zur Plagiatsdiskussion zu Wort gemeldet und generiert stattdessen Millionen von Klicks und Likes mit dem Video zu “Wobble Up” featuring Nicki Minaj und G-Eazy.