Im Exklusivinterview mit Rob Green aus der bigFM-Morningshow sprach Michael Jacksons ehemaliger Leibarzt Neil Ratner über seinen eigenen Werdegang, die Behandlungen vom King of Pop und das Narkosemittel Propofol, welches er dem Musiker erstmals verabreichte.

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Credit: LOS ANGELES TIMES / GettyImages

Tod vor zehn Jahren
Den 25. Juni 2009 werden Millionen von Menschen ihr Leben lang nicht mehr vergessen, denn genau an diesem Tag wurde die Meldung veröffentlicht, dass US-Superstar Michael Jackson im Alter von gerade einmal 50 Jahren seinen letzten Atemzug getätigt hatte. Der Sänger, Songwriter, Tänzer, Produzent und Manager, welcher laut dem Guinness-Buch der Weltrekorde der “erfolgreichste Entertainer aller Zeiten” ist und über 750 Millionen Alben verkauft hatte, wurde von seinem damaligen Leibarzt Conrad Murray leblos in seinem Schlafzimmer in seiner angemieteten Villa im noblen Stadtviertel Holmby Hills im Westen von Los Angeles aufgefunden, um 14:26 Uhr Ortszeit konnten Notärzte im Ronald Reagan UCLA Medical Center nur noch seinen Tod feststellen. In darauffolgenden Untersuchungen der Gerichtsmedizin wurde herausgefunden, dass dem King of Pop erst die Medikamente Benzodiazepine Diazepam, Midazolam und Lorazepam verabreicht worden waren, bevor man ihm das eine Überdosis Narkosemittel Propofol spritze. Am 28. August 2009 wurde in einer offiziellen Stellungnahme bekannt gegeben, dass das Ableben des 50-Jährigen als Tötungsdelikt eingeordnet worden war, Conrad Murray wurde wegen fahrlässiger Tötung angeklagt und am 7. November 2011 für schuldig gesprochen. Aufgrund von überfüllten Gefängnissen und guter Führung wurde der ehemalige Leibarzt von Michael Jackson am 28. Oktober 2013 und nach zwei Jahren hinter Gittern erneut entlassen.

Exklusivinterview mit Neil Ratner
Doch nicht nur Murray stand seit dem Tod vor zehn Jahren in den Schlagzeilen, auch andere ehemalige Leibärzte des King of Pop wurden für das Ableben verantwortlich gemacht und mussten vor Gericht aussagen. Neil Ratner zum Beispiel soll das Idol schon ein Jahrzehnt vor der schrecklichen Überdosis das Narkosemittel erstmals verabreicht haben und sprach im exklusiven Interview mit bigFM über die damalige Zeit.

“Ich habe Michael Ende des Jahres 1994 erstmals kennengelernt und das letzte Mal, dass ich ihn gesehen habe, war im April 2002. […] Es war eine professionelle und eine persönliche Beziehung, [welche wir aufgebaut hatten]. Und wie wir alle wissen, hat Michael viel Zeit mit anderen Ärzten verbracht, jedoch hat er noch nie einen Mediziner wie mich getroffen - immerhin habe ich viele Jahre als Rock’n’Roller verbracht”, erklärte Ratner gegenüber Rob Green der bigFM-Morningshow und fügte hinzu, dass er vor seiner Umschulung zum Anästhesisten als Manager mit anderen Künstlern durch die Welt gejettet und selbst für Pink Floyds “The Dark Side of the Moon Tour” verantwortlich war. “Und als ich dann auf Michael traf, weißt du? Er war von meinen kleinen Geschichten fasziniert und […] wir waren Freunde. Er hatte seine Freunde immer sehr spät in der Nacht angerufen - um drei/vier Uhr in der Nacht und wollte sich einfach unterhalten”, fügte Neil Ratner hinzu und gestand, dass er dem King of Pop zur damaligen Zeit “definitiv nicht [das Arzneimittel] Propofol verabreicht habe”, um ihn fit für das Business halten zu können. “Lass mich Propofol noch einmal zum Thema machen, weil ich weiß, dass mein Name und sein Tod mit [dem Anästhetikum] in Verbindung gebracht wird: Das war es, was falsch gelaufen war. Nicht unter mir - das war mit Murray und es war viele Jahre nachdem ich den Kreislauf bereits vollendet hatte. Ich habe Michael das letzte Mal in 2002 gesehen und er verstarb sieben Jahre später. Was in den Jahren 1994/1995 passiert war, war: Er war von HBO gebucht worden und sollte ein Comeback-Spezial für zwei Nächte in New York City geben. Also hat er natürlich mehr Zeit in NY verbracht, ich habe ihn viel häufiger zu Gesicht bekommen und er kam häufiger in mein Büro. Nichts war wirklich von Bedeutung, jedoch konnte man sehen, dass er total gestresst war. An Thanksgiving 1995 - zwei oder drei Wochen vor der eigentlichen Show, saß ich in meinem Apartment und Michael hatte mich angerufen. Er war am Weinen und traurig und konnte es nicht selbst verkraften. Man hatte ihn zu sehr gestresst, gedrängt und er konnte es selbst nicht mehr kontrollieren. Also rief er mich an und sagte mir, ich solle ihm helfen. Er hatte nicht viel gegessen die letzte Zeit und war dehydriert. Also habe ich mit seinen anderen Ärzten zusammengearbeitet und eine Lösung gefunden. Seine Schlaflosigkeit wurde bereits mit Drogen und Schlafmitteln in Schach gehalten. Und wenn du nicht aufpasst, kann der Klient schnell abhängig von diesen Mitteln werden”, gestand Ratner im Exklusivinterview mit Rob Green von bigFM. Was im Anschluss passiert war, kannst Du Dir hier einmal genauer selbst anhören:

Seine komplette Sichtweise kannst Du Dir im Übrigen auch in dem am 28. Januar 2019 veröffentlichten Buch “Rock Doc” einmal genauer durchlesen, in welchem Neil Ratner weiterhin ins Detail geht und die Beziehung zu Michael Jackson beschreibt.

Und solltest Du noch immer nicht genug vom im Sommer 2009 verstorbenen King of Pop bekommen, kannst Du Dir am kommenden Sonntag, den 07. April 2019 auf ProSieben die Dokumentation “Leaving Neverland” anschauen.