Nachdem sich Kanye West seinen Plattenvertrag nicht genau durchgelesen hat, befindet er sich in der Zwickmühle und muss für den Rest seines Lebens Musik droppen, sollte er nicht verklagt werden wollen.

Kanye-West-attends-the-the-Versace-fall-2019-fashion-show-.jpg

Credit: Roy Rochlin / GettyImages

Dumm gelaufen
Eigentlich sollte man meinen, dass gefeierte US-Superstars ein gutes Team von Anwälten haben und auf ein Management vertrauen können, das sich um jegliche Angelegenheiten kümmert, die entweder zu kompliziert oder zu aufwendig sind. Genug Geld sollten sie demnach in die Hand nehmen, um einen Spezialisten an der Seite zu haben, welcher diverse Schlupflöcher und Unstimmigkeiten aufdeckt und einen Deal heraushaut, der unbezahlbar ist. Und obwohl gerade diese Denkweise den Nagel auf den Kopf trifft, hatte Kanye West an allen Ecken und Ende gespart und befindet sich nun in einer Zwickmühle: Wie die Journalisten vom “The Hollywood Reporter” herausgefunden haben möchten, war der dreifache Familienvater schon vor über einem Jahrzehnt einen Deal mit den Labels “EMI” und “Roc-A-Fella” eingegangen und hatte nicht das Kleingedruckte gelesen. Der Vertrag an sich wurde in 2003 unterzeichnet und verbietet dem Künstler demnach, jemals seinen Ruhestand anzukündigen. Stattdessen muss er bis zu seinem Tod neue Musik produzieren und “das Minimum an Hits veröffentlichen, welche von Major Labels promotete werden können”.

“Zu keinem Zeitpunkt des Deals wirst du als Songwriter, Recording-Artist oder Produzent in den Ruhestand gehen. Auch wirst du keine längere Pause einlegen und musst deinen Status im selben Sinne aufrechterhalten, wie er am heutigen Tage ist”, kann man unter anderem im Vertrag nachlesen, der kein Ablaufdatum aufweisen soll. In den Urlaub fliegen dürfte West dennoch, sollte dieser “limitiert” sein und nicht zulange dauern.

Kanye West hat sich mittlerweile bereits mit seinem Team von Anwälten zusammengesetzt und eine Klage eingereicht. Laut “The Hollywood Reporter” möchte er seinen 16 Jahre alten unterschriebenen Vertrag mit EMI für nichtig erklären lassen, damit er einen neuen Deal mit einem andere Label eingehen kann. Ebenfalls möchte er “seine Freiheit” zurück und für alle Lieder, die nach Oktober 2010 veröffentlicht worden waren, kreditiert werden. Ob das so einfach ist, ist zu bezweifeln ...