Woher kommt eigentlich der eigene Musikgeschmack? Wieso feiert man manche Tracks, während man andere kaum ertragen kann? Schuld sind wie so oft, die eigenen Charaktereigenschaften - das fanden Forscher der Universität von Cambridge heraus. Umgekehrt lässt sich demnach auch aus dem Musikgeschmack eines Menschen dessen Charakter bestimmen. 
Frau hört Musik

Credit: Alice Moore/Unsplash

Sag mir, was Du hörst ...
... und ich sage Dir, wer Du bist. Wäre es doch immer so einfach den Charakter eines Menschen definieren und kennenlernen zu können - es würde vermutlich so manche Enttäuschung erspart bleiben. Doch tatsächlich soll es genau so einfach sein, zumindest wenn man Psychologen der renommierten Cambridge Universität glauben schenken möchte. Demnach gehen die eigenen Charaktereigenschaften Hand in Hand mit dem Musikgeschmack einher. David Greenberg, einer der federführenden Autoren der Studie, ist sich gegenüber CNN sicher, dass "Menschen, die ein hohes Empathie-Empfinden haben, einen ganz bestimmten Musiktyp präferieren, während systematisch denkende Personen das nicht tun. Sie fokussieren sich eher auf instrumentale Elemente und darauf, wie diese zusammen gemixt wird - für sie sind Beats wie musikalische Puzzle, die sie zusammensetzen". 

Empathiser vs. Systemisers 
Die Studien-Autoren unterteilen ihre Probanden demnach in "Empathiser" und "Systemisers". Die "Empathiser" haben eine Begabung, die dazu führt, dass sie Gefühle, die Texte und Klänge transportieren, verstehen können - daher neigt diese Personengruppe oftmals dazu, besonders romantische, entspannende und nicht aggressive Musik zu hören. Hierzu zählen die Genre Soft Rock oder auch R'n'B. Die "Systemisers", die weniger intuitiv als mehr rational denken und ihren Fokus darauf legen, wie die Musik komponiert wurde, als darauf, was sie transportiert oder beim Hören auslöst, konzentrieren sich bei ihrer Auswahl auf anspruchsvolle Werke wie etwa Jazz-Stücke oder klassische Musik. 

Klassische Musik

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Musik soll eigenes Ich wiederspiegeln 
Mithilfe eines eigens entwickelten Tests, der die Probanden dazu aufrief, 25 musikalische Auszüge anhand von fünf persönlichen Eigenschaften zu bewerten, gelang es Greenberg und seinen Kollegen, diese Gruppierungen bestimmen zu können. Zu den fünf Eigenschaften zählen Weltoffenheit (Extrovertiertheit), Liebenswürdigkeit, Offenheit, Gewissenhaftigkeit und emotionale Stabilität. Hinzu kamen die Aspekte mentale Gesundheit und generelle Lebenszufriedenheit - all diese Abfragen führten schließlich zu den Ergebnissen, die Musikliebhaber in "Empathiser" und "Sympathisers" unterteilen und die sagen lassen, dass diese Einwirkungen eine Auswirkung auf den musischen Geschmack haben. "Wir suchen nach Musik, die die Person, die wir sind, reflektiert und die Art wie wir denken und unser Gehirn tickt, wiederspiegelt", so Greenberg gegenüber CNN zu seinen Forschungsergebnissen. 

Musik als Date-Indikator? 
Wenn sich der Charakter eines Menschen anhand seines Musikgeschmacks ablesen lassen kann, dann sollte es für alle Singles fortan ein leichtes sein, einen passenden Partner zu finden oder? Für alle, die sich oder das eigene Date nun selbst testen wollen, hat das Cambridge-Team um Greenberg das "Musical Universe"-Quiz entwickelt. Klickt Euch hier rein und findet heraus, was Euer Musikgeschmack über Euren Charakter aussagt.