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Credit: Vallery Jean / GettyImages
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Erstes Interview nach Freilassung

Meek Mill: „Ich fühle mich nicht frei!“

Kurz nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis gibt Meek Mill ein Interview, in welchem er über seinen momentanen Gefühlszustand spricht.

„Gott ist mein Richter“

Anfang der Woche wurde Meek Mill aus dem Gefängnis entlassen. In einem Interview mit dem NBC-Journalisten Lester Holt sprach der Rapper nun erstmals über seinen momentanen Geisteszustand. „Ich habe keine einzige Minute geschlafen, seitdem ich aus dem Gefängnis gekommen bin“, verriet er. „Aus einer kleinen Zelle plötzlich wieder in der realen Welt zu sein fühlt sich für mich an wie ein Kulturschock. Ich glaube, dass sich mein Körper erst einmal daran gewöhnen muss.“

Obwohl seine Freilassung von vielen gefeiert wird, fühlt sich der „All Eyez on You“-Musiker noch immer gefangen. „Ich fühle mich nicht frei“, fügte er hinzu. „Seit dem Fall, seitdem ich 19 Jahre alt bin, fühle ich mich nicht mehr frei. Ich bin heute 30 Jahre alt. Ich bete. Ich glaube daran, dass Gott mein einziger Richter ist.“

Meek Mill Speaks Out Following Release From Prison | NBC Nightly News
Meek Mill Speaks Out Following Release From Prison | NBC Nightly News

Der Fall Meek Mill

Robert Rihmeek Williams, so Meek Mills gebürtiger Name, war im Jahr 2008 wegen illegalem Drogen- und Waffenbesitzes festgenommen worden. Seine damalige Haft hatte ein Richter unter der Bedingung einer fünfjährigen Bewährungszeit verkürzt und gab ihm Auflagen, welche erfüllt hätten werden müssen. Der Rapper hingegen hielt sich nicht an die Regeln und verstieß immer mal wieder gegen jene Bedingungen. Die Strafen, die Meek letztendlich im November 2017 ins Gefängnis brachten, waren eine Auseinandersetzung am Flughafen und eine Verletzung der Straßenverkehrsordnung in New York. Er wurde zu einer kontroversen Haftstrafe von zwei bis vier Jahren verurteilt, die Entscheidung war von vielen als ungewöhnlich hart empfunden worden.

In seinem Interview erwähnte der US-Amerikaner auch die große Unterstützung seines „starken Teams“. Unter anderen hatten sich Jay-Z und T.I. für Mill eingesetzt und das US-amerikanische Justizsystem aufs Schärfste kritisiert. Die #FreeMeekMill-Bewegung war geboren und führte am Ende dazu, dass ein anderer Richter sich dem Fall annahm. Es kam zu einer erneuten Anhörung und so konnte der Musiker nach fünf Monaten Haft auf Kaution freikommen.

Symbol für eine neue Reform?

Michael Rubin, der Besitzer des Basketballteams Philadelphia 76ers, hatte den Rapper mit einem Helikopter aus dem Gefängnis abgeholt und direkt zu einem Heimspiel seiner Mannschaft mitgenommen. Der Unternehmer ist sich sicher, dass der Fall Meek Mill noch ein Nachspiel für die Behörden haben wird. „Seine Geschichte ist so herausragend. Er kann das Symbol für eine dringend notwendige Justizreform werden“, erklärte Rubin.

Auch Mill selber hat die Verantwortung erkannt, die er jetzt anderen Häftlingen gegenüber hat: „Ich spreche nicht über die Funktionäre oder über Behörden, ich spreche über die Männer, die von mir abhängig sind und dasselbe Schicksal haben wie ich.“