Nach über vier Jahren haben drei Richter am 9th U.S. Circuit Court of Appeals endlich eine Entscheidung getroffen und ein gemeinsames Urteil verkündet: Im Fall Marvin Gayes VS. Thicke hat letzterer Musiker den Kürzeren gezogen und muss nun tief in die Tasche greifen.
 
Pharrell Williams & Robin Thicke

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Musiker verlieren Prozess
2013 veröffentlichten Pharrell Williams, T.I. und Robin Thicke den weltweiten Nummer-eins-Hit “Blurred Lines” und wurden wenige Monate später von der Familie des bereits im Jahr 1984 verstorbenen Musikers Marvin Gaye verklagt. Diese gaben an, man habe sich an Gayes Song “Got To Give It Up” bedient und den Beat gestohlen. In der ersten Verhandlung wurde das Trio aufgrund von Urheberrechtsverletzungen für schuldig gesprochen und aufgefordert, 6,5 Millionen Euro abzudrücken. Thicke, T.I. und Williams gingen in Revision und zweifelten das Urteil an. In weiteren Verfahren wurde die bestätigte Geldsumme auf 4,8 Millionen Euro reduziert, man engagierte Musikexperten und ließ verkünden, dass “außer dem vergleichbaren Tempo und demselben Genre” keine weiteren Ähnlichkeiten zugeordnet werden können.

Anfang der Woche tagte das Gericht ein weiteres und letztes Mal. Bei der Sitzung wurden alle Details erneut besprochen, man fällte ein Urteil: Zwei der drei zuständigen Richter im 9th U.S. Circuit Court of Appeals sahen das Recht auf der Seite der Gayes-Familie und stimmten gegen die “Blurred Lines”-Interpreten, welche nun zur Kasse gebeten werden: Rund 4,3 Millionen Euro müssen Robin Thicke und Pharrell Williams den Gayes-Zwillinge Nona und Frankie überweisen. Rapper T.I. sowie Label Interscope wurde von den Geschworenen verschont.

Richterin Jacqueline Nguyen gestand laut “Reuters”, dass dieser Fall in die Geschichte eingehen wird und es der Gayes-Familie erstmal gelungen sei, einen Rechtsstreit dank einer “Kopie eines Genres” zu gewinnen. “Das ist die Folge der unkritischen Zurückhaltung von der Mehrheit der eingeladenen Musikexperten”, ließ sie verlauten. Verteidiger Howard King möchte erneut das Urteil anfechten, welches zum aktuellen Zeitpunkt nicht gestattet wurde.