Die Mitglieder der Band, will.i.am, apl.de.ap und Taboo, klagen darüber, dass soziale Gerechtigkeit in der heutigen Musikindustrie keine große Rolle mehr spielt.  
 
Black Eyed Peas
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Frauen werden unterdrückt
Mit ihrem neuen Album sind die Black Eyed Peas zu ihren Hip-Hop-Wurzeln zurückgekehrt. Daher ist es auch nicht sehr verwunderlich, dass sich die Band Gedanken über die Stellung von sozialer Gerechtigkeit in der Musikindustrie macht.  Während eines Interviews mit dem „Variety“-Magazin sprach das Trio unter anderem über Sexismus in ihrer Branche – darüber, wie die #MeToo-Bewegung ein größeres Bewusstsein für sexuelle Belästigung und Übergriffe schafft und darüber wie wenig sich trotzdem ändert.
 
„Musik leistet ganze Arbeit dafür, die Macht der Frauen zu reduzieren“, so will.i.am. „Und das ist sehr traurig. Vor allem im Hip Hop oder Rock. Sex, Drugs and Rock & Roll. In diesem Satz stellt die Frau nur eine Ressource dar. Das ist traurig. […] Ein Mann hat keine Macht dazu, einer Frau Macht zu verschaffen. Alles was ein Mann tun kann, ist die Macht einer Frau anzuerkennen.“

Früher war alles besser
Der 42-jährige Musiker gab außerdem zu bedenken, dass der Song „That Lady“ von den Isley Brothers wohl die Textzeilen „Who that bitch?“ enthielte, wenn er heute veröffentlicht würde. „Es ist einfach schade, dass Aktivismus in der heutigen Musik keine große Rolle mehr spielt. In den 60er-Jahren hatte jeder Song eine klare Aussage. Heute scheint es, als würden mehr Sportler ein politisches Statement abgeben und für eine bestimmte Sache einstehen als Leute aus der Musikindustrie“, so will.i.am weiter.
 
AproposPolitik. Wenn Oprah Winfrey 2020 für die Präsidentschaft kandidieren würde, gäbe es für will.i.am übrigens nur eine Antwort: „Natürlich würde ich sie wählen! Was ist das denn für eine Frage?“

Neue Single zeigt Aktivismus der Band
Ihre neue Single „Street Livin“ zeigt wie politisch die Black Eyed Peas mit ihrer Musik auftreten. So gehen sie als Beispiel für ihren Traum von einer vom Aktivismus geprägten Industrie voran. Der Song thematisiert eine Reihe sozialer Probleme in den USA, unter anderem Polizeigewalt, Umgang mit Schusswaffen, Gefängnisreformen und Einwanderungspolitik.
 
Das dazugehörige Musikvideo visualisiert die Missstände des Kontinents auf eindrucksvolle Weise. Animierte teils ikonische Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen prominente Gesichter der Bürgerrechtsbewegung wie Malcolm X, aber auch unbekannte farbige Männer bei Demonstrationen oder in Gefängnissen.