Eines der wichtigsten Erkennungs-merkmale eines Menschen!
Um sich einen ersten Eindruck von einem anderen Menschen zu machen, braucht es nicht zwingend einen Blick in dessen Gesicht. Oft reicht es bereits, die Stimme zu hören.
Um sich einen ersten Eindruck von einem anderen Menschen zu machen, braucht es nicht zwingend einen Blick in dessen Gesicht. Oft reicht es bereits, die Stimme zu hören.
Die Stimme transportiert Emotionen und kann entscheiden, ob unser Gegenüber uns sympathisch ist oder nicht. Daher verwundert es auch nicht, dass besonders angenehme Stimmen ein wichtiges Marketinginstrument sind – etwa bei Radiowerbung.
Vielleicht kennt der ein oder andere die folgende Situation: Man ruft jemanden an, den man noch nie zuvor gesehen hat und bereits nach der Begrüßung macht sich das Gehirn ein Bild der Person. Allein mit deren Stimme als Anhaltspunkt. So stellt es sich bei einer dunklen Stimme vielleicht einen großen, breitschultrigen Mann vor, bei einer hellen Stimme eine junge Frau.
Diese Stimmen-Assoziation machen sich auch Berufssprecher zunutze. So können Synchronsprecher mit ihrer Stimme die Eigenschaften eines gesprochenen Charakters hervorheben. Oder den Zuhörern im Rahmen einer Radiowerbung Sicherheit und Vertrauen suggerieren. Dass bei einem Radiospot Kosten stark von der Erfahrung und der Qualität des Sprechers abhängen, verwundert daher nicht.
Doch warum klingt eine Stimme überhaupt, wie sie klingt? Verantwortlich dafür ist die Anatomie im Inneren des Halses. Denn hier befinden sich die Stimmbänder. Damit ein Ton aus unserem Mund kommt, wenn wir sprechen, muss Luft aus den Lungenflügeln durch die Luftröhre in den Hals und durch den Kehlkopf strömen.
Dieser Luftstrom bringt die Stimmbänder zum Schwingen. Wie schnell das geschieht, hängt von der Anspannung der Stimmlippen ab. Die Geschwindigkeit wiederum nimmt darauf Einfluss, ob eine Stimme hoch oder tief klingt.
Männer besitzen in der Regel einen größeren Kehlkopf als Frauen. Ihre Stimmbänder sind daher länger und schwingen langsamer. Dadurch klingen Männerstimmen meist tiefer. Im Durchschnitt liegt der Ton zwischen 120 und 130 Hertz. Frauen dagegen sprechen häufig in einer deutlich höheren Stimmlage – durchschnittlich zwischen 200 und 220 Hertz.
Übrigens gibt es hinsichtlich der Stimmtiefe geschlechterspezifische Vorlieben. So wirken tiefe Stimmen bei Männern auf Frauen oft besonders attraktiv. Dagegen bevorzugen Männer bei Frauen eher hohe Stimmen.
Wer eine fremde Stimme zum ersten Mal hört, kann in vielen Fällen klar sagen, ob sie zu einem Mann oder einer Frau gehört. Zudem gibt die Klangfarbe der Stimme oft einen Anhaltspunkt zur Körpergröße der betreffenden Person. Das liegt an den sogenannten Formanten. Hierbei handelt es sich um die akustischen Resonanzfrequenzen, die durch den menschlichen Sprechtrakt entstehen.
Auch das Alter des Gegenübers lässt sich mithilfe der Stimme schätzen. Denn die vergangenen Lebensjahre können mitbestimmen, wie eine Stimme klingt. In der Pubertät wachsen sowohl der Kehlkopf als auch die Stimmbänder. Dadurch sind die Stimmen Erwachsener tiefer als jene von Kindern.
Mit zunehmendem Alter verknorpelt die Stimmritze. Gewebe kann verschwinden und sowohl Atem- als auch Sprechmuskulatur leiern langsam aus. Dadurch lässt sich die Stimme schwieriger kontrollieren. Sie kann knarzen oder sich zittrig anhören.
Anhand dieser Indizien lässt sich das Alter eines Sprechers oft auf wenige Jahre genau schätzen.
Neben vielen Eigenschaften eines Menschen lässt sich auch dessen Gefühlslage anhand der Stimme einschätzen. Dafür reichen meist wenige Worte. Sowohl die Stimmlage als auch die Sprechweise können darüber Auskunft geben, ob sich das Gegenüber fröhlich, traurig oder verärgert fühlt. Und das selbst dann, wenn verbal etwas anderes kommuniziert wird.