Taylor Swift-Terroranschlag: 21-Jähriger angeklagt
Geplante Anschläge, abgesagte Shows und ein Gerichtsprozess: Was hinter dem Swift-Terror von Wien wirklich steckte.
Geplante Anschläge, abgesagte Shows und ein Gerichtsprozess: Was hinter dem Swift-Terror von Wien wirklich steckte.
Als die Nachricht um die Welt ging, waren Millionen Swifties fassungslos: Gleich drei Shows der Taylor Swift im Wiener Ernst-Happel-Stadion wurden im August 2024 gestrichen und zwar nicht wegen Krankheit oder Technikproblemen, sondern wegen akuter Terrorgefahr. Die Behörden warnten vor einem geplanten Anschlag während der "The Eras"-Tour, weshalb die Reißleine gezogen wurde. Für die Fans, die teilweise monatelang gespart, Flüge gebucht und Outfits vorbereitet hatten, ein absoluter Albtraum.
Die offizielle Mitteilung sprach von einem bestätigten geplanten Anschlag, der die Sicherheit aller Besucher gefährdet hätte. Statt Konfetti und Armbändchen herrschte plötzlich Ausnahmezustand. Zwei mutmaßliche islamistische Verdächtige wurden festgenommen, einer von ihnen soll sogar Chemikalien gekauft und verarbeitet haben. Ein weiterer Aspekt machte die Sache besonders brisant: Einer der Männer soll dem sogenannten Islamischen Staat die Treue geschworen haben.
Der österreichische Sicherheitsapparat reagierte sofort. Franz Ruf aus dem Innenministerium bestätigte, dass der Fokus eines Täters klar auf die Swift-Konzerte gerichtet gewesen sei. Auch Österreichs damaliger Kanzler Karl Nehammer bedankte sich öffentlich bei den Ermittlern und schrieb:
Während die Ermittlungen liefen, schwieg Taylor Swift zunächst und frustrierte damit ihre Fans in Wien. Doch beim London-Teil der Tour, der im legendären Wembley Stadium einige Tage später stattgefunden hatte, wurde klar, warum: Es gab es ein massiv erhöhtes Sicherheitsaufgebot, jede Show war ein Balanceakt zwischen Euphorie und Vorsicht und ihr gesamtes Team musste neue Sicherheitsvorkehrungen treffen, um ihre Swifties vor Ort schützen zu können.
In einem emotionalen Statement erklärte Swift später, dass sie aus Angst und Verantwortungsgefühl geschwiegen habe. Sie sprach davon, dass sie lieber um abgesagte Konzerte trauern wolle als um Menschenleben. Taylor schrieb:
"Der Grund für die Absagen hat in mir ein neues Gefühl der Angst ausgelöst und eine große Schuld, weil so viele Menschen geplant hatten, zu den Konzerten zu kommen. Dennoch war ich den Behörden so dankbar, denn dank ihnen haben wir um Konzerte getrauert und nicht um Menschenleben. […] Ich beschloss, dass all meine Energie darauf verwendet werden musste, die fast eine halbe Million Menschen zu schützen, die zu meinen Shows nach London kamen. Mein Team und ich arbeiteten jeden Tag Hand in Hand mit dem Stadionpersonal und den britischen Behörden, um dieses Ziel zu erreichen, und ich möchte ihnen für alles danken, was sie für uns getan haben. Um es ganz klar zu sagen: Ich werde nicht öffentlich über etwas sprechen, wenn ich denke, dass es jene provozieren könnte, die den Fans, die zu meinen Shows kommen, Schaden zufügen wollen. In Fällen wie diesem zeigt ‘Schweigen’ eigentlich Zurückhaltung und wartet darauf, sich zu äußern, wenn es der richtige Zeitpunkt dafür ist. Meine Priorität war es, unsere Europatour sicher zu beenden, und ich bin sehr erleichtert, sagen zu können, dass uns das gelungen ist.”
18 Monate sind seither vergangen und nun gibt es Neuigkeiten: Ein 21-jähriger Mann namens Beran A. wurde in Österreich angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, einen Terroranschlag auf das Swift-Konzert am 9. August 2024 geplant zu haben. Laut Ermittlern hatte er sich bereits im Mai 2023 radikalisiert und mit Vorbereitungen begonnen. Dazu gehörten Bauanleitungen für Schrapnellbomben mit dem hochgefährlichen Sprengstoff TATP sowie Schulungen durch andere Mitglieder des sogenannten Islamischen Staates. Laut ORF wurde bei der Hausdurchsuchung ebenfalls "flüssigem Sprengstoff elektronische Zündvorrichtungen, ein Zwölfkanalsender, eine Zündkapsel, ein 60 Zentimeter langes Metallrohr, ein 30 Zentimeter langes Kampfmesser, eine 46 Zentimeter lange Machete und ein Butterflymesser" sichergestellt.
Zusätzlich soll der junge Mann über Messenger-Dienste Propaganda verbreitet und andere zu Anschlägen ermutigt haben. Sogar einen Messerangriff in Mekka soll er psychisch unterstützt haben. Er wurde im August 2024 festgenommen und sitzt seitdem in U-Haft. Jetzt entscheidet das Landesgericht Wiener Neustadt über die Anklage und damit auch über die juristische Aufarbeitung eines der erschreckendsten Pop-Dramen der letzten Jahre.