Marteria: Die AfD löst keine Probleme!
Marteria spricht offen über Fehler, Therapie und Politik und findet klare Worte: "Die AfD löst keine Probleme!"
Marteria spricht offen über Fehler, Therapie und Politik und findet klare Worte: "Die AfD löst keine Probleme!"
Marteria promotet aktuell sein Album "Zum Glück in die Zukunft III" und gab zur Feier des Tages einen Einblick in sein Leben und seine Gedanken. Im Interview mit t-online sprach der Rapper ungewöhnlich offen und reflektierte über seine Vergangenheit. Dabei geht es nicht nur um seine persönliche Entwicklung, sondern auch um gesellschaftliche und politische Themen, zu denen er eine klare Haltung hat sowie eigene Fehlentscheidungen. Wörtlich sagte er:
“Ich habe in meinem Leben viele Fehler gemacht und meine Lehren daraus gezogen. […] Es sprengt den Rahmen, [alle Fehler] aufzuzählen: Aber es hat sicher auch mit meinem früheren Lebensstil, Drogen und falschen Entscheidungen zu tun. […] Ich habe mich in Therapie begeben und sehr viel über mich gelernt. Das Wichtigste ist, Fehler anzuerkennen und Verantwortung zu übernehmen. Entscheidend ist die Selbstreflexion: zu verstehen, warum Dinge passieren – und daran zu arbeiten, dass sie nicht wieder passieren. Die Therapie war dafür ein wichtiger Schritt.”
Marteria betonte damit vor allem eines: Veränderung braucht Einsicht und Arbeit an sich selbst.
Auch seine Herkunft aus der DDR prägte Marterias Sicht auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. Im Gespräch erklärte der Rapper, wie stark sich das Verständnis von Freiheit über die Jahre verändert hat:
“Wenn ich mit meiner Familie über die Vergangenheit spreche, wird klar, wie eingeschränkt Freiheit früher war. Heute ist sie selbstverständlich – zumindest wirkt es so. Aber gleichzeitig gerät vieles ins Wanken, weil Menschen die Orientierung fehlt.”
Im Interview wird Marteria im Übrigen auch auf die AfD angesprochen und ob er die Partei als Problem sehe. Seine Antwort ist differenziert, aber deutlich:
“Schon, ja. Aber nicht jeder AfD-Wähler ist ein Extremist. […] Man muss verstehen, woher das kommt. Viele Menschen haben Angst – vor Jobverlust, vor der Zukunft. Gerade im Osten ist das oft ein Protest. Das heißt aber nicht, dass ich diese Entscheidung richtig finde. Im Gegenteil: Ich halte sie für falsch.”
Besonders deutlich wird Marteria am Ende des Gesprächs, als er auf die Frage nach der Wahlentscheidung eingeht. Seine Antwort ist kurz und eindeutig:
“Weil diese Partei keine Probleme löst. Es ist bedrückend zu sehen, dass sich Menschen nach einer besseren Zukunft sehnen, aber eine Partei wählen, die in der Vergangenheit lebt: programmatisch, sprachlich, personell.”
Mit diesen Worten positionierte sich der Musiker klar und ohne Umschweife. Für ihn steht fest: Politik muss Lösungen liefern, nicht alte Muster wiederholen.