Eko Fresh schließt Plattenfirma German Dream
Nach mehr als 20 Jahren ist Schluss: Eko Fresh legt sein Rap-Label German Dream auf Eis und zieht einen Schlussstrich unter das Kapitel.
Nach mehr als 20 Jahren ist Schluss: Eko Fresh legt sein Rap-Label German Dream auf Eis und zieht einen Schlussstrich unter das Kapitel.
Eko Fresh gehört zu den Namen, die deutschen Rap über Jahrzehnte mitgeprägt haben. Der gebürtige Kölner, bürgerlich Ekrem Bora, startete bereits als Teenager mit dem Rappen und feierte Anfang der 2000er seine ersten großen Erfolge. 2003 landete er mit "König von Deutschland" auf Platz 15 der deutschen Single-Charts, "Ich bin jung und brauche das Geld" schaffte es sogar bis auf Platz 5. Damit er seine eigenen Track releasen und promoten kann, gründete Eko Fresh im Jahr 2004 sein eigenes Label German Dream Entertainment.
Seither war daraus eine wichtige Plattform für zahlreiche Rapper, darunter Summer Cem, Farid Bang, Kay One, Manuellsen und Capkekz, geworden. 2012 wurde das Label zunächst beendet, 2017 brachte Eko Fresh German Dream als "German Dream Empire" zurück. Doch jetzt soll dieses Kapitel allerdings endgültig zu Ende gehen.
2025 kündigte Eko bereits das Enge vom Label an, im Oktober 2026 gab er ein Interview mit HipHop.de und erklärte, warum German Dream Geschichte sei. Dabei geht es ihm offenbar nicht darum, seine Vergangenheit abzuschütteln, sondern vielmehr darum, sich von der Verantwortung zu lösen, die der Name über die Jahre mit sich gebracht hat.
"Ich wollte einfach nicht mehr nur da drauf reduziert werden, weil ich hatte das Gefühl, jeder von German Dream hat sowieso schon seinen Weg gemacht, worüber ich jetzt gerade auch gesprochen hab, so ähnlich inklusive mir selber. Ich war aber der einzige wegen, weil ich der Oberhaupt war, der dann immer gefragt wurde: 'Hey, wie war das denn jetzt noch mal damit und warum ist der so und so?' Und ich wollte nicht das immer wie so ein wie so ein Sack Steine mit mir rumtragen, weil German Dream hatte auch eine sehr schöne Seite, aber auch eine schwere Seite, weil wir es wirklich sehr schwer hatten", sagte Eko unter anderem und fügte hinzu, dass gerade die Anfangszeit alles andere als einfach gewesen sei. Der Deutsch-Rapper erinnert daran, dass German Dream in der Szene teilweise auf Ablehnung gestoßen war und es damals noch kaum Möglichkeiten gegeben habe, mit Musik Geld zu verdienen.
"Wir waren blacklisted in der Szene. Wir damals gab es 0 € zu gewinnen. Äh da gab's ja noch keine Monetarisierung. Das war der Einsturz der physischen äh CD. Also alles kam aufeinander und trotzdem haben wir uns da behauptet. […] Anfangs ging es eher drum, um diesen Traum natürlich Geld zu verdienen. Je älter ich wurde, desto mehr habe ich begriffen, dass das auch noch eine ganz andere äh Seite an sich hatte und zwar diese, dass wir alle Migrantenkinder waren, die ja mit null gestartet sind."
Trotzdem möchte er diesen Teil seiner Geschichte nun abschließen. Denn Eko Fresh ist längst nicht mehr nur als Rapper aktiv und hat nach eigenen Angaben neue Geschäftsfelder aufgebaut - samt Kollabo mit Biene Maja, ein komplettes Kinderalbum und seinem eigenen Getränk. Doch ganz verschwinden soll der Name German Dream nicht. Er fügte hinzu: "Ich bin auch ein Geschäftsmann, ich habe neue Geschäftsfelder erklummen und äh mach so viele verschiedene Sachen, dass ich sage, okay, das Kapitel möchte ich abschließen. […] Der Name kann von mir aus bleiben. Wir können vielleicht irgendwann eine Agency machen, die so heißt oder irgendeine Firma machen, die so heißt, aber dieses Rap Label, das soll mal an die Seite gelegt werden."
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