Sandstorm-Star Darude gibt DJ-Newcomern einen Rat
25 Jahre nach seinem Mega-Hit begeistert Darude noch immer die Massen. Wir waren beim London-Konzert live dabei und haben ihn ausgefragt.
25 Jahre nach seinem Mega-Hit begeistert Darude noch immer die Massen. Wir waren beim London-Konzert live dabei und haben ihn ausgefragt.
Es gibt Songs, die eine Generation prägen und dann gibt es "Sandstorm". Der Instrumental-Hit von Darude gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Mehr als 25 Jahre nach seiner Veröffentlichung sorgt der Track noch immer weltweit für volle Tanzflächen, Millionen Streams und euphorische Festival-Momente.
Der finnische DJ und Produzent, der mit bürgerlichem Namen Ville Virtanen heißt, veröffentlichte "Sandstorm" im Jahr 1999 und schrieb damit Musikgeschichte. Der Song entwickelte sich zu einem der bekanntesten Dance-Tracks aller Zeiten und machte Darude weit über die Grenzen Europas hinaus bekannt. Es folgten weitere Singles wie "Feel The Beat", "Out Of Control" und "Music", während er sich als feste Größe der elektronischen Musikszene etablierte.
Auch heute ist Darude international gefragt und steht regelmäßig auf den Bühnen der größten Clubs und Festivals. Anfang Juni 2026 führte ihn seine Tour nach London, genauer gesagt in den legendären The Steel Yard.
Am 6. Juni 2026 verwandelte Darude den Londoner Club The Steel Yard in einen einzigen Hexenkessel. Wir waren live vor Ort, als der finnische DJ vor ausverkauftem Haus seine größten Hits und aktuelle Produktionen präsentierte. Passend dazu haben wir ihn im exklusiven Interview zum Track "Sandstorm" ausgefragt. Doch an was kann sich Darude noch erinnern?
"Also, ich ... Als ich damals Musik gemacht habe, hatte ich einfach nur Spaß. Ich habe mich selbst nicht als Produzenten bezeichnet oder gesehen. Ich war eher ein Geräuschemacher und Tüftler. Ich habe nicht auf mich selbst herabgeblickt, aber ich dachte: 'Ich sei so ein Anfänger, so ein Amateur!' Ich hatte kein Geld, also hatte ich irgendwann einen Computer, einen Synthesizer und solche Sachen. In meinem Kopf war die Lücke zu den echten Profis, zu denen ich aufgeschaut habe und deren Musik ich gehört habe, so groß, dass es nicht einmal in meinem Radar war, dass ich eines Tages professioneller Musiker werden würde oder überhaupt Musik veröffentlichen könnte. Also war alles sehr organisch und sehr von Versuch und Irrtum geprägt. Einfach nur Spaß haben. Und dann wurde daraus so ein Phänomen – sogar noch 26 Jahre später. Ja. Also, mein erster Track, meine erste Veröffentlichung war 'Sandstorm' und das ist bis heute mein größter Hit geblieben. Aber das war nicht mein erster Track. Ich habe davor schon etwa drei oder vier Jahre Musik gemacht. Aber das war alles irgendwie ... Ich habe die Musik anderer Leute analysiert. […] Ich habe versucht herauszufinden, wie ich immer näher an einen professionellen Sound herankomme und wie man Mixe wirklich professionell klingen lässt. Als dann 'Sandstorm' veröffentlicht wurde, ist das wieder eine ganz eigene Geschichte – wie ich entdeckt wurde und wie sich alles entwickelt hat. Aber es ging unglaublich schnell. Ich war zuvor Teilzeitstudent und habe nebenbei Sommerjobs gemacht, und plötzlich war ich professioneller Tour-Musiker. Das passierte buchstäblich über Nacht. Natürlich hatte ich schon mehrere Jahre zuvor Musik gemacht, aber als 'Sandstorm' unter Vertrag genommen wurde und anschließend von Neo Records in Großbritannien lizenziert wurde, fühlte es sich an, als würde die Zeit plötzlich viel langsamer vergehen."
Während Darude mittlerweile beim Tomorrowland, Parookaville und Co. auf der Bühne stand und Millionen von Fans zum Tanzen bringen kann, gab er im bigFM-Interview auch Newcomern einige Tipps und Tricks mit auf dem Weg.
"Eine Sache ist meiner Meinung nach aber gleich geblieben: Ich finde, man sollte [mit dem Musizieren] anfangen, weil man es wirklich machen möchte. Nicht unbedingt mit dem Gedanken an eine Karriere. Und vor allem nicht mit dem Gedanken ans Geld. Wenn du es aus den richtigen Gründen machst – weil es dir Spaß macht, weil du es machen willst, weil du eine echte Leidenschaft für Musik, Kunst und das Auftreten vor Menschen hast –, dann ist das die wichtigste Grundlage. Kündige nicht dein Studium und gib nicht deinen Tagesjob auf, bevor du wirklich an einem Punkt angekommen bist, an dem du weißt, dass du von deiner Arbeit leben kannst. Ob das nun durch Musikproduktion, DJing, Sounddesign, Beratung oder etwas anderes geschieht – wichtig ist, dass du einen finanziellen Puffer hast und realistisch einschätzen kannst: Wenn es so weiterläuft, werde ich klarkommen. Das soll niemanden entmutigen. Aber nichts ist stressiger, als Woche für Woche darum kämpfen zu müssen, die Miete bezahlen zu können."
Abschließend gestand Darude, welcher aktuell seine neue Single "HYPE" promotete: "Wenn deine Musik das aktuell noch nicht ermöglicht, bedeutet das nicht, dass sie es niemals tun wird. Gleichzeitig kann dieser finanzielle Druck aber auch deine Leidenschaft aussaugen und austrocknen, wenn du alles ständig nur durch die finanzielle Brille betrachten musst. Es klingt wie ein Klischee, aber es ist eine offensichtliche Wahrheit: Du solltest genau das tun, was du wirklich tun möchtest."
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