Noch auf der Suche nach dem perfekten Badeanzug oder Bikini für den Sommerurlaub? Wir verraten Euch, in welche Teile Ihr guten Gewissens investieren und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun könnt.
 
Swimwear

Credit: Zidhan Ibrahim / Unsplash

 Ozeane versinken im Plastikmüll 
Rund zehn Millionen Tonnen Plastikmüll überfluten jährlich die Weltmeere und stellen damit eine Gefahr für Vögel, Fische und Meeressäuger dar. Flaschen und Tüten aus Plastik, Strohhalme, Zahnbürsten: In jedem Quadratkilometer der Meere schwimmen hunderttausende Teile Abfall. Einst malerische Strände unbewohnter Inseln werden von regelrechten Plastikmüll-Wellen heimgesucht und ähneln einer Deponie. Bleiben wir untätig, wird im Jahre 2050 mehr Plastik im Meer schwimmen als Fische. Eine düstere Prognose.
 
 Umdenken in der Textilbranche 
Um diese Entwicklung möglichst aufzuhalten, setzen immer mehr Textilhersteller auf Stoffe aus recycelten Fasern, lokal hergestellte Produkte und Müllvermeidung. Das ist, gerade im Hinblick auf die Produktion von Swimwear, ein unglaublich wichtiger Fakt. Denn herkömmliche Bademode besteht hauptsächlich aus Kunstfasern wie Polyester oder Nylon, welche auf Basis von fossilen Brennstoffen hergestellt werden und nicht biologisch abbaubar sind.
 

Meeresmüll

Credit: Naja Bertolt Jensen / Unsplash

 Zauberfaser Econyl 
Aus diesem Grund greifen viele Labels bei der Herstellung nachhaltiger Bademode auf Econyl zurück. Hierbei handelt es sich um eine patentierte Kunstfaser des italienischen Unternehmens Aquafil. Wohingegen bei der herkömmlichen Nylonproduktion Rohöl verwendet wird, setzt Aquafil bei der Herstellung ihres Econyl-Garns beispielsweise auf Produktionsabfälle aus der Nylon-Herstellung, Stoffreste, Teppichböden und auf Fischernetze. Letztere machen satte zehn Prozent des Meeres-Mülls aus und werden von freiwilligen Tauchern der Initiative "Healthy Seas" aus den Meeren gefischt. Im Anschluss werden alle gesammelten Abfälle sortiert und in einem aufwendigen Reinigungs- und Regenerationsverfahren zu einer Faser verarbeitet, die sich ebenso wie das herkömmliche Nylon durch Festigkeit und Wasserresistenz auszeichnet und schnell trocknet.

 Wirklich nachhaltig oder Greenwashing? 
Dass das italienische Unternehmen bei der Herstellung ihrer Kunstfaser darauf setzt, Abfälle sinnvoll weiterzuverarbeiten und damit gleichzeitig unsere Ozeane von Müll befreit, wissen wir nun. Bei der Herstellung von je 10.000 Tonnen Econyl werden außerdem gut elf Millionen Liter Rohöl eingespart und 57.100 Tonnen an CO2-Emissionen vermieden. Ein Nachteil bleibt trotz all der Vorteile: Das Endprodukt als solches ist, genau wie herkömmlicher Nylon-Garn, eine Kunstfaser, die als Mikroplastik über Umwege ins Meer gespült wird - und zwar bei jedem Waschvorgang. Die synthetischen Fasern, die hierbei freigesetzt werden, gelangen mit dem Abwasser in unsere Kläranlagen, Flüsse und schlussendlich auch in unsere Meere. Rund 35% des Mikroplastiks in den Ozeanen sind auf ebendiese Kunstfasern zurückzuführen. Ob dieser Nachteil alle Vorteile aufwiegt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Spezielle Waschbeutel, die aufgrund ihres Materials verhindern, dass Kunststofffasern in das Waschwasser gelangen, können hier jedoch Abhilfe schaffen.