Seit Beginn der Corona-Pandemie erreichen sie uns gefühlt täglich: Berichte über Pflegekräfte am Ende ihrer Kräfte, die aus Verzweiflung und teilweise auch aufgrund körperlicher Erschöpfung ihrem eigentlich geliebten Job den Rücken kehren. bigFM Marlen hat zwei Pflegekräfte des Klinikums Stuttgart im Katharinenhospital während ihrer Arbeit begleitet. Was am Ende der Schicht bleibt, ist eine Moderatorin, die um Fassung ringt und Bilder, die unter die Haut gehen.
 
Krankenpfleger

Credit: Christopher Furlong/GettyImages

 
 Dringender Handlungsbedarf 
Über die Systemrelevanz unserer Pflegekräfte lässt sich längst nicht mehr streiten - und doch sind Fachkräftemangel, eine miserable Vergütung und Überstunden en masse nach wie vor ein alltägliches Problem in unserem Gesundheitswesen. Die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden zahlreichen intensivpflichtigen Patienten führen uns zusätzlich vor Augen, dass dringender Handlungsbedarf besteht.

bigFM Marlen hat sich vom Arbeitsalltag einer Pflegekraft selbst ein Bild gemacht und der Corona-Intensivstaion des Klinikums Stuttgart im Katharinenhospital einen Besuch abgestattet. Über eine ganze Schicht hinweg, hat sie die beiden Pflegekräfte Isabell und Jakob begleitet. Bevor es richtig losgehen konnte, musste jedoch auch Marlen das aktuelle Standardprozedere einer jeden Pflegekraft durchlaufen: Corona-Test, Hände waschen und desinfizieren, Schutzkittel, Handschuhe, Haube, FFP3-Maske und Schutzbrille anziehen.

 Limit ist erreicht 
Schon nach den ersten Minuten auf Station wird deutlich, dass die Corona-Pandemie unsere Pflegekräfte vor große körperliche, aber auch seelische Herausforderungen stellt. Frustration darüber, nicht jedem Covid19-Patienten, aufgrund der Schwere seiner Erkrankung, helfen zu können, beherrscht den Arbeitsalltag. Jakob ist Gesundheits- und Krankenpfleger und absolviert aktuell eine Weiterbildung der Fachrichtung Anästhesie- und Intensivmedizin. Im Gespräch mit Marlen zeigt er sich erleichtert, dass aktuell jeder Patient voll versorgt werden könne, macht aber auch deutlich, dass das Personal die Extra-Last in Form von zusätzlichen Schichten sowie Überstunden dafür zu tragen habe. 

Weil Worte nicht annähernd das ausdrücken können, was die nachfolgenden Bilder vermitteln, sind wir an dieser Stelle still und lassen das Video für sich sprechen.