Die EU-Länder und das EU-Parlament haben sich nach langen Verhandlungen auf die Einführung eines digitalen Dokuments verständigt, welches das Reisen innerhalb der Europäischen Union erleichtern soll. Wir verraten Euch, welche Auswirkungen dieser Beschluss auf Euren Sommerurlaub hat und in welchen Regionen Ihr innerhalb der Europäischen Union aktuell mit Einreisebeschränkungen rechnen müsst.
 
Wer bereits doppelt geimpft ist, kann etwas durchatmen

Credit: Unsplash.com

 

 Hoheit bleibt bei Mitgliedsstaaten 
Neben Informationen zu Corona-Impfungen, soll das digitale Dokument auch Angaben zu Testergebnissen oder überstandenen Covid19-Erkrankungen enthalten. Das teilte die portugiesische Ratspräsidentschaft in Brüssel mit. Das europaweite Zertifikat soll vermutlich Ende Juni eingeführt und in allen EU-Staaten anerkannt werden.

Darüber, in welchem Maß EU-Länder selbstständig über Reiseerleichterungen und Restriktionen bestimmen können, war bis zuletzt heftig debattiert worden. Der nun geschlossene Kompromiss sieht vor, dass nicht in die Hoheit der Mitgliedsstaaten eingegriffen wird. Allerdings sollen zusätzliche Beschränkungen wie etwa Quarantäne für Geheilte, negativ Getestete oder Geimpfte eingeführt werden, sofern es die Infektionslage erfordere. Solche Maßnahmen sollen dann mindestens mit 48 Stunden Vorlauf angekündigt werden. Diese Einigung muss zwar noch formell bestätigt werden, es gilt jedoch als unwahrscheinlich, dass es zu etwaigen Änderungen kommt.

Mann am Flughafen

Credit: Unsplash.com

 

 Einführung bis Ende Juni realistisch? 
Laut Bundesgesundheitsministerium könne ein elektronischer Impfnachweis in der zweiten Hälfte des zweiten Quartals bereitgestellt werden, also spätestens bis zum 30. Juni. Jutta Paulus, Grünen-Europaabgeordnete, äußerte allerdings erste Zweifel und geht davon aus, dass Deutschland erst einen Monat darauf, also im Juli, so weit sein werde.

Ebenso stehen die anderen Mitgliedsstaaten in der Verantwortung, alle Daten, die für die Ausstellung eines solchen europaweiten Zertifikats nötig sind, bereitzustellen. Vor allem in Ländern ohne ein voll digitalisiertes Gesundheitssystem könnte das zum Problem werden.

Türkisblaues Meer und ein Strand voller Touristen

Credit: Unsplash.com

 

 Was gilt wo? 
Reisen und vor allem deren Planung kann, in Zeiten von Corona, fürchterlich kompliziert sein. Für die meisten Urlaubsregionen innerhalb der Europäischen Union exisitieren nach wie vor Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes. Zu den Ausnahmen gehören etwa Island, Malta und Portugal. Hier eine kleine Übersicht:

Frankreich

  • Reisewarnung des Auswärtigen Amtes: JA
  • Corona-Risikogebiet: JA (Hochinzidenz-Gebiet)
  • Corona-Test bei Einreise: JA
  • Einreise-Formular benötigt: JA (Gesundheitsformular)
  • Quarantäne bei Rückkehr: JA (Freitesten nach fünf Tagen möglich)

Griechenland

  • Reisewarnung des Auswärtigen Amtes: JA
  • Corona-Risikogebiet: JA
  • Corona-Test bei Einreise: JA
  • Einreise-Formular benötigt: JA
  • Quarantäne bei Rückkehr: NEIN (Voraussetzung negativer Corona-Test)

Island

  • Reisewarnung des Auswärtigen Amtes: NEIN
  • Corona-Risikogebiet: NEIN
  • Corona-Test bei Einreise: JA (PCR, maximal 72 Stunden alt, Ausnahmen siehe unten)
  • Einreise-Formular benötigt: JA
  • Quarantäne bei Rückkehr: NEIN

Italien

  • Reisewarnung des Auswärtigen Amtes: JA
  • Corona-Risikogebiet: JA
  • Corona-Test bei Einreise: JA
  • Einreise-Formular benötigt: JA
  • Quarantäne bei Rückkehr: NEIN (Voraussetzung negativer Corona-Test)

Kroatien

  • Reisewarnung des Auswärtigen Amtes: JA
  • Corona-Risikogebiet: JA (Hochinzidenz-Gebiet)
  • Corona-Test bei Einreise: JA
  • Einreise-Formular benötigt: JA
  • Quarantäne bei Rückkehr: JA (Freitesten nach fünf Tagen möglich)

Malta

  • Reisewarnung des Auswärtigen Amtes: NEIN
  • Corona-Risikogebiet: NEIN
  • Corona-Test bei Einreise: JA
  • Einreise-Formular benötigt: JA
  • Quarantäne bei Rückkehr: NEIN

Portugal

  • Reisewarnung des Auswärtigen Amtes: NEIN
  • Corona-Risikogebiet: NEIN
  • Ausnahme: Die autonomen Inselregionen Azoren und Madeira gelten als Risikogebiete. Für sie besteht eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.
  • Corona-Test bei Einreise: JA
  • Einreise-Formular benötigt: JA 
  • Quarantäne bei Rückkehr: NEIN (bei Risikogebieten: Voraussetzung negativer Corona-Test)
Euer bevorzugtes Reiseziel ist nicht aufgelistet? Der ADAC informiert auf seiner Website sehr ausführlich und tagesaktuell über Reisewarnungen, Einsreisebeschränkungen und etwaige Test- und Quarantänepflichten in Urlaubsländern weltweit.