2021 wurde die Spargelzeit offiziell am 12. April in Franken eingeläutet. Bis zum 24. Juni kommen Liebhaber jetzt wieder in den Genuss der weißen oder grünen Köstlichkeit. 
Grüner Spargel

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Sauce Hollandaise, Kartoffeln, Lachs, Spragel: Für viele ab April eines der Highlights auf dem Menüplan. Die Ernte der grünen oder weißen Köstlichkeit kann dann zum Teil schon Ende März oder Anfang April erfolgen. Seit dem 12. April ist die Spargel-Saison in Deutschland offiziell gestartet - bis zum Johannistag, dem 24. Juni diesen Jahres, kommen Schleckermäulchen in den Genuss des Gemüses. Danach ist wieder für ein Jahr Schluss. Außerdem schmeckt Spargel nicht nur gut, ihm wird auch eine luststeigernde Wirkung nachgesagt. Welche dieser Mythen rund um Spargel stimmt wirklich? Wir verraten es Euch. 

 Weißer Spargel ist gesünder als grüner 
Falsch! Im Vergleich ist grüner Spargel gesünder: Er enthält mehr Vitamin A und C sowie Folsäure. Überhaupt stecken dreimal so viele B-Vitamine im grünen Spargel. Bei grünem und weißem Spargel handelt es sich prinzipiell um die gleiche Sorte, die Farbe ist einzig und allein von der Anbauart abhängig. Weißer Spargel wächst unter der Erde und wird gestochen, sobald sein Kopf das Erdreich durchbricht. Grüner Spargel gedeiht hingegen gleich in der Sonne – so bildet er das Chlorophyll aus, das dem Gemüse seine sattgrüne Farbe verleiht. Dadurch besitzt grüner Spargel deutlich mehr Beta-Carotin, Vitamin C, Vitamin A, Folsäure, Kalium und Natrium als weißer Spargel und kann somit als gesünder eingestuft werden. 

Weißer Spargel

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 Spargel macht schlank und hält gesund 
Stimmt! Grüner und weißer Spargel haben viel gemeinsam, allem voran den hohen Wasseranteil von 94 Prozent. Deswegen haben 100 Gramm lediglich 16 Kalorien – das perfekte Abnehmgemüse. Und sonst? Stecken jede Menge gesundheitsfördernde Stoffe drin. Lange bevor er zum beliebten Lebensmittel avancierte, war er schon eine geschätzte Heilpflanze. Mit jedem Biss gelangen über zehn Vitamine, darunter Folsäure, Vitamin C, K und E und Mineralstoffe wie Kupfer, Eisen, Zink und Schwefel in unseren Körper. Außerdem enthält er Glutathion, eines der stärksten Antioxidantien – wichtig für die Entgiftung und Reduzierung des oxidativen Stresspegels.

 Weißer Spargel ist teurer als grüner 
Das ist korrekt. Weil der Weiße per Hand ausgegraben und der grüne lediglich abgeschnitten werden muss, ist ersterer auch teurer. 

Spargelernte in Tettnang im April 2021

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 Spargel ist frisch, wenn er beim Aneinanderreiben quietscht 
Stimmt! Glänzt der Spargel zudem und ist der Kopf fest, dann haltet Ihr frischen Spargel in der Hand. Weitere Merkmale, die auf die Frische des Produkts hinweisen: Der Spargel sollte sich nicht biegen lassen, sondern dazu tendieren, leicht zu brechen. Sind die Schnittenden saftig, ist das ebenfalls ein Zeichen für Frische. Der Spargelkopf ist bei frischem Spargel fest geschlossen. Bei leichtem Druck saftet der Spargel durch seinen hohen Wassergehalt. Kleiner Tipp: Schlechter Spargel stinkt. Bei Unsicherheiten bringt der Geruchstest schnell Klarheit. Beim Spargelkauf gibt es mehrere Zeichen, die auf die Frische des Produktes hinweisen:

Tipps zur Lagerung und Verarbeitung von Spargel 

  • Frischer Spargel sollte maximal drei Tage im Gemüsefach des Kühlschranks lagern.
  • Besonders frisch bleibt er, wenn er in ein feuchtes Tuch eingewickelt wird.
  • Spargel kann übrigens auch roh und geschält eingefroren und später ebenfalls gefroren verarbeitet werden. So hält er sich ein halbes Jahr und du kannst die doch sehr kurze Spargelsaison verlängern.
Grüner Spargel

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 Spargel kann Gelenkschmerzen verursachen 
Stimmt! Gichtpatienten wird häufig mit dem Hinweis auf einen hohen Purin-Gehalt von Spargel zur Vorsicht geraten. Grund dafür: Die in Spargel enthaltene Purine. Purine sind natürlich vorkommende Verbindungen, die im Körper, in zahlreichen Lebensmitteln und einigen Getränken enthalten sind. Der Körper wandelt Purine in Harnsäure um, die über die Nieren ausgeschieden wird. Bei zu viel Harnsäure im Körper können sich jedoch Harnsäurekristalle bilden und sich z.B. in den Gelenken von Fingern und Zehen ablagern. Die Folge können Schwellungen und Schmerzen sein. Wird zu viel Spargel verzehrt, kann dies also zur Verschlimmerung der Beschwerden führen. Wer an Gelenkschmerzen und Nierenproblemen leidet, sollte vor dem Verzehr von Spargel also Rücksprache mit seinem Arzt halten. 

 Spargel kann giftig sein 
Zum Glück falsch! Ob weiß, grün oder violett, roh, gekocht, gegrillt oder gebacken – Spargel ist nicht giftig. Lediglich die roten Beeren der Spargelpflanze werden von offizieller Stelle (Informationszentrale für Vergiftungen am Zentrum für Kinderheilkunde des Bonner Uniklinikums) als gering giftig eingestuft. Denn sie sollen Erbrechen und Bauchschmerzen auslösen können. Einzig und allein ein bitterer Geschmack kann dann auftreten, wenn die Stangen zu nah am Wurzelstock gestochen oder es einen drastischen Kälteeinbruch dicht gefolgt von großer Wärme gab. Dann lagern sich in den Stangen mehr Bitterstoffe ein. Die Folge: Der Spargel schmeckt bitter, giftig ist er aber immer noch nicht. Das ist zwar unschön, aber ungefährlich. Tipp: Beim Kochen dem Spargel etwas Zucker und/oder Butter zufügen, das entzieht die Bitterstoffe. 

 Spargel ist harntreibend 
Stimmt! Die Asparaginsäure, die im Spargel enthalten ist, hat eine harntreibende Wirkung. Tipp: Der unangenehme Urin-Geruch lässt sich durch Trinken von Wasser (mindestens ein halber Liter) etwas abschwächen. Menschen, deren Urin nach dem Spargelessen unangenehm duftet, besitzen übrigens ein Enzym, das die Asparagusinsäure in schwefelhaltige Stoffe zersetzt. Menschen, die denken, ihr Urin rieche nicht, irren sich. Verantwortlich für das "nicht-riechen" ist eine Mutation im Gen eines Geruchsrezeptors. Diese Personen "leiden" an einer spezifischen Anosmie, also einem selektiven Nicht-Riechen. Es lässt sich also zusammenfassen: Es gibt sowohl Menschen, die den Geruch im Urin nach dem Spargelessen nicht produzieren und solche, die diesen einfach nur nicht riechen können.

Spargel auf dem Grill

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 Kirschen rot, Spargel tot 
Stimmt! Das Bauern-Sprichwort besagt, dass die Spargelsaison dann endet, wenn die Kirschen reif zum Pflücken sind. Und das ist in der Regel um den 24. Juni der Fall. In der Theorie könnte zwar auch nach dem Johannistag weiter geerntet werden, allerdings würde man damit die Knolle der Spargelpflanze schädigen und die kommende Saison wäre futsch. 

 Spargel steigert die Libido 
Steigert Spargel wirklich die Libido? Oder gründet dieser Mythos nur darauf, dass so manchen die Form der Spargelstangen als phallisch interpretiert? Richtig ist auf jeden Fall: Spargel enthält das Vitamin E, welchem durchaus eine Lust steigernde Wirkung nachgesagt wird. Wie viel Spargel man allerdings verzehren müsste, um einen deutlichen Libido-Anstieg vermerken zu können, ist unklar. Aber: Es gibt gute Nachrichten, wenn es mit der Libido auch ohne besondere Aphrodisiaka funktioniert hat. Gerade Schwangere und Stillende profitieren von der im Spargel enthaltenen Folsäure. 

Spargel schmeckt in allen Variationen

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 Spargel horten: das geht 
Stimmt. Frischer Spargel wird schnell schlecht und meist wenige Tage nach dem Kauf verzehrt, doch wer auch im Winter noch Lust auf Spargel hat, der kann auf einen Trick zurückgreifen: Zum Ende der Saison hin wird das Gemüse oft günstiger angeboten - Dann kann man zugreifen und ihn einfrieren, um den Spargel-Genuss ganzjährig erleben zu können. Wichtig dabei: Die Stangen sollten gefroren in den Kochtopf kommen und nicht vorher auftauen.