Vom 23. Juli 2021 bis zum 8. August sollen die Olympischen Spiele ein Jahr später als geplant doch noch stattfinden. Und genau heute vor 125 Jahren fanden die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt. Deshalb wollen wir Euer Wissen testen: Wie gut kennt Ihr Euch mit dem Sport-Event der Menschheitsgeschichte aus? 
Die Olympischen Spiele

Credit: SOPA Images/GettyImages

Die Olympischen Spiele werden in Tokio ausgetragen, wegen der Coronavirus-Krise allerdings erst 2021 und nicht wie ursprünglich geplant im Sommer 2020. Japans Hauptstadt ist damit zum zweiten Mal nach 1964 Gastgeber des größten Sport-Events der Geschichte. Vor 125 Jahren auf den Tag genau, am 6. April 1896 wurden vor 60.000 Zuschauern die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit in Athen eröffnet - der 6. April verweist demnach auf den Beginn der Veranstaltung. 295 männliche Sportler und 13 Nationen nahmen daran teil. Seit 1896 finden die Sommerspiele alle vier Jahre statt. Seit 1924 gibt es auch die Winterspiele, die zum ersten Mal in Chamonix ausgetragen wurden. Hier gab es zum ersten Mal ein Motto: "Citius, altius, fortius" - es gilt bis heute. Seit 1994 wechseln Sommer- und Winterspiele im 2-Jahres-Rhythmus. Seit 1936 findet die Eröffnungszeremonie traditionell mit einem Fackellauf statt – eine Tradition, die bis in die griechische Antike zurückreicht, wo das Feuer zu Ehren der Göttin Hestia entzündet wurde.

Im Jahr 2014 wurde der "Internationale Tag des Sports für Entwicklung und Frieden" genau am 6. April zum ersten Mal gefeiert - das gewählte Datum bezieht sich ebenso auf den Beginn der Olympischen Spiele. 

 Wann finden die Olympischen Spiele 2021 statt? 
Ursprünglich sollten die Olympischen Spiele vom 24. Juli bis 9. August 2020 stattfinden. Aufgrund der Corona-Krise entschied sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) zu einer Verschiebung um fast genau ein Jahr. Die Spiele beginnen nun am 23. Juli 2021 und enden am 8. August. Die Paralympics sollen vom 24. August bis 5. September ausgetragen werden.

 

 Wusstest Du ... 
1. Die ersten Olympischen Spiele fanden im 8. Jahrhundert v. Ch. in Olympia, Griechenland statt. Sie wurden alle vier Jahre für 12 Jahrhunderte ausgetragen. Dann, im 4. Jahrhundert n.Ch. wurden alle heidnischen Feste vom Herrscher Theodosius I. verboten und die Spiele gab es nicht mehr.
Griechenland: Die Geburtsstätte der olympischen Spiele

Credit: Unsplash.com

2. Jedoch wurde die sportliche Tradition rund 1500 Jahre später wiederaufgenommen. Die ersten modernen Olympischen Spiele fanden 1896 in Griechenland statt.

3. Im antiken Griechenland machten sich die Athleten noch keine Sorgen über Sponsoren, Körperschutz oder Mode – sie wetteiferten nackt.

4. Zu dieser Zeit dauerten die Spiele fünf bis sechs Monate.

5. Frauen dürfen seit 1900 an den Olympischen Spielen teilnehmen.

6. Von 1924-1992 fanden die Winter- und die Sommer-Spiele im selben Jahr statt. Nun haben sie getrennte Zyklen und wechseln sich alle zwei Jahre ab.

7. Nur vier Teilnehmer haben sowohl bei den Winter- als auch den Sommer-Spielen Medaillen gewonnen. Eine von ihnen, Christa Ludinger-Rothenburger, gewann ihre Medaillen im selben Jahr.

8. Während der 2012er Spiele in London wurden im Olympischen Dorf 165.000 Handtücher bei der etwas mehr als zwei Wochen dauernden Veranstaltung verbraucht.

Unglaublich, wie viele Handtücher während der Olympischen Spiele gebraucht werden

Credit: Unsplash.com

9. Die offiziellen Sprachen sind Englisch und Französisch, ergänzt durch die offizielle Sprache des Gastgeberlandes

10. Der fünffache Olympiasieger Johann Peter Weißmüller aka Johnny Weissmuller, war der erste Mensch, der die 100-Meter-Strecke in unter einer Minute schwamm. Nach seiner aktiven Sportlerlaufbahn versuchte sich Weißmüller als Schauspieler und spielte in zwölf Filmen die Rolle des Tarzan. 

Der fünffache Olympiasieger Johnny Weißmüller in seiner Rolle als Tarzan

Credit: Silver Screen Collection/GettyImages

11. Von 1912-1948 nahmen ebenso Künstler an den Spielen teil: Maler, Bildhauer, Architekten, Schriftsteller und Musiker wetteiferten um Medaillen auf ihrem jeweiligen Gebiet.
12. Während der 1936er Spiele in Berlin erreichten zwei japanische Stabhochspringer den zweiten Platz mit einem Gleichstand. Anstatt noch mal gegeneinander anzutreten, schnitten sie die silberne und bronzene Medaille in Hälften und schmolzen je zwei unterschiedliche Hälften wieder zusammen, so dass jeder von ihnen einen Halbe Silber- und eine Halbe Bronzemedaille hatte.

13. Die Olympische Fackel wird auf die traditionelle Art bei einer antiken Zeremonie am Tempel der Hera in Griechenland entzündet. Schauspielerinnen, die Kostüme griechischer Priesterinnen tragen, nutzen einen Parabolspiegel und die Sonnenstrahlen um die Fackel zu entfachen.

Das olympische Feuer wird entfacht

Credit: Pacific Press/GettyImages

14. Von dort aus startet die Fackel ihren Staffellauf zur Gastgeberstadt: Für gewöhnlich wird sie von Läufern getragen, aber sie ist auch schon mit dem Boot, Flugzeug (und der Concorde), auf einem Pferd sowie einem Kamel, mittels eines Radiosignals, Unterwasser und in einem Kanu gereist.

15. Die nicht-angezündete Olympische Fackel wurde auch schon mehrmals mit ins Weltall genommen.

16. Die Staffellauf-Fackel und die Olympische Fackel sollen eigentlich während der ganzen Veranstaltung brennen. Falls die Flamme ausgeht, kann sie nur mit einer Notfall-Flamme wieder entzündet werden, welche wiederum in Griechenland entfacht wurde, und niemals mit einem einfachen Feuerzeug!

17. Die 2012er Spiele in London waren die ersten, bei der alle teilnehmenden Länder jeweils auch weibliche Athleten entsandten.

18. Die folgenden Sportarten sind (traurigerweise) nicht mehr bei den Olympischen Spielen zugelassen: Einzel-Synchronschwimmen, Tauziehen, Seilklettern, Heißluftballon fahren, Pistolen-Duell, Tandem-Radfahren, schwimmendes Hindernisrennen und Langstreckentauchen. Glücklicherweise wurde das Erschießen von lebenden Tauben nur einmal bei den 1900er Spielen in Paris genehmigt.

19. Die fünf Ringe des Olympischen Symbols – entworfen vom Baron Pierre de Coubertin, Mitbegründer der modernen Olympischen Spiele – repräsentieren die fünf bewohnten Kontinente der Erde.

Die Olympischen Spiele

Credit: SOPA Images/GettyImages

20. Die sechs Farben – blau, gelb, schwarz, grün, rot und der weiße Hintergrund – wurden ausgewählt, da jede Flagge dieser Welt mindesten eine von diesen Farben beinhaltet.

21. Die Olympischen Spiele wurden in 23 verschiedenen Ländern ausgetragen.

22. Das erste olympische Maskottchen war Waldi, der Dachshund, 1972 bei den Spielen in München.

23. Die XX. Olympischen Spiele 1972 in München sollten als "Fest des Friedens" in die Geschichte eingehen. Doch es kam anders: Am 5. September 1972 nahmen palästinensische Terroristen die israelische Olympiamannschaft als Geiseln. Bei der gescheiterten Befreiungsaktion starben insgesamt 17 Menschen.

24. Mit den 2016er Spielen in Rio fanden die Olympischen Spiele erstmals in Lateinamerika statt.

25. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat das Wettkampfprogramm für 2021 von 28 auf 33 Sportarten erweitert. Neu dabei: Baseball/Softball, Karate, Sportklettern, Skateboard, Surfen.

Seit 2021 ist Surfen eine olympische Disziplin

Credit: Unsplash.com

26. Medaillen aus alten Handys und Elektroschrott: Erstmals werden bei Olympischen Spielen Recycling-Medaillen vergeben. Designer Junichi Kawanishi kreierte sie aus Edelmetall, das aus gespendetem Elektroschrott gewonnen wurde - wie etwa sechs Millionen Mobiltelefonen, die verschrottet wurden. Die Plaketten zeigen die griechische Siegesgöttin Nike vor dem antiken Panathinaiko-Stadion, dem Olympiastadion der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 in Athen. Die Rückseite zieren die Olympischen Ringe sowie Name und Logo der Spiele. Von April 2017 bis Mäez 2019 sammelten Ämter in ganz Japan kleinen elektroschrott Abfall aus Haushalten im ganzen Land - insgesamt kamen so 72.000 Tonnen zustande. 
So sehen die Recycling-Medaillen 2021 aus

Credit: Olympia/Deutscher Sport Bund/ARD

 

​ Der Welt-Olympiatag 
Der Welt-Olympiatag (engl. Olympic Day) findet am 23. Juni statt. In ihrem Ursprung waren die Olympischen Spiele kultische Riten zu Ehren der Götter und sollten der Völkerverständigung und dem sportlichen Vergleich dienen. Wie oben beschrieben, bezieht sich der 23. Juni auf den Beschluss zur Wiedereinführung der Olympischen Spiele bzw. auf die Gründung des Internationalen Olympischen Komiteess 1894 und der 6. April auf den tatsächlichen Beginn des Events im Jahr 1896.

Pierre de Coubertin, französischer Pädagoge, Historiker und Sportfunktionär, gilt als Initiator der Olympischen Spiele der Neuzeit. Beflügelt von der Idee, Wettkämpfe im Stil der antiken Spiele auszutragen, versuchte Coubertin davon zu überzeugen und ludt Athletikverbände zum "Kongress für die Wiederbelebung der Olympischen Spiele" ein. Diese stimmten am 23. Juni 1894 letztendlich einer Wiedereinführung zu und gründeten mit ihm daraufhin das Internationale Olympische Komitee (IOC).2 Das Datum 23. Juni bezieht sich also auf den Tag des Beschlusses zur Wiedereinführung der Olympischen Spiele bzw. auf die Gründung des Komitees, welche mit diesem Datum assoziiert wird. Der erste offizielle Welt-Olympiatag wurde am 23. Juni 1948 als Gedenktag an diese Ereignisse gefeiert.
wurde.