Ende vergangenen Jahres kündigten die Fantastischen Vier an, gemeinsam mit einem Kollektiv aus Entwicklern und Investoren eine App auf den Markt bringen zu wollen, die Gesundheitsämter entlastet und Großveranstaltungen wieder möglich machen könnte. Klingt zu schön um wahr zu sein? Hier gibt's den Faktencheck. 
Die luca App

Credit: luca app

 

 Die Fantastischen Vier launchen App 
"Wir brauchen eine Lösung, wie Veranstaltungen wieder möglich gemacht werden. [Wir versuchen die App] so publik wie möglich zu machen, weil wir völlig von dieser Lösung überzeugt sind", erklärte Michi Beck von den Fantastischen Vier zum Rollout der "luca"-Testphase im November 2020. "Die tatsächlichen Nutzerdaten sind nur auf meinem Telefon und ich muss sie tatsächlich nur freigeben, wenn ich vom Gesundheitsamt angesprochen werde", so Rapper Smudo über die Idee hinter der App, die die Musiker zusammen mit Marcus Trojan, Patrick Hennig und Philipp Berger ins Leben gerufen haben. 
 Facts auf einen Blick 
luca kann überall da eingesetzt werden, wo Menschen zusammenkommen. Und ermöglicht verschlüsselte und datenschutzkonforme Kontaktdaten­aufnahme und eine schnelle und lückenlose Nachverfolgung von Infektionsketten. 

Betreiber

  • Einfach und sicher für Gäste und Betreiber. Mit luca kannst du die Kontaktdatenerfassung für deinen Gastronomiebetrieb oder deine Veranstaltungsstätte umsetzen.
Gäste
  • Mit luca kannst du deine Anwesenheit in einem Restaurant, einer Bar oder bei einer Veranstaltung ganz einfach und anonym dokumentieren.
Private Treffen
  • luca hilft immer dann, wenn Du eine Kontaktliste führen müsstest. Beim Geburtstagsbrunch zu Hause oder bei Deiner Workout-Gruppe im Park. Private Treffen werden nicht mit dem Gesundheitsamt geteilt und können jetzt schon überall als Gedächtnisstütze genutzt werden.
Datenschutz und Verschlüsselung 
  • Sich ständig ändernder, anonymer QR-Code
  • Zweifache Verschlüsselung der Kontaktdaten
  • Verifizierte Telefonnummer
  • Besuchs- und Kontakthistorie
  • Direkte Benachrichtigung im Infektionsfall
  • Automatische Check-outs und Geo-Fencing (optional mit Freigabe)
 Gesundheitsämter entlasten 
Die Idee hinter luca war es von Anfang an, die Gesundheitsämter zu entlasten und für Betriebe und Gäste einen datenschutzkonformen und sicheren Weg zum Austausch von Daten (Kontaktdaten, Zusatzinfos, etc.) zu bieten. Durch die einheitliche Datenbasis können Quellcluster mit einer Rückverfolgung und Superspreading-Events datenschutzkonform identifiziert und Infektionsketten schnell unterbrochen werden, heißt es seitens der Entwickler. Sobald eine Datenanfrage vom Gesundheitsamt beantwortet wird und eine Risikobewertung stattfindet, werden die Nutzer:innen über die luca App sofort digital benachrichtigt. Nutzer:innen können sich einfach mithilfe der App aber auch einfach bei Veranstaltungen und in Cafés oder Restaurants zur Nachverfolgung einchecken. Hinter der App steht ein ganzes System, das Betreiber:innen und Veranstalter:innen die einfache Verwaltung ihrer Standorte ermöglicht, Gesundheitsämtern bei der digitalen Steuerung von Nachverfolgungsprozessen hilft und komplett verschlüsselt den direkten Austausch zwischen allen Beteiligten ermöglicht.
Die luca App

 Credit: luca app

 luca-Features im Überblick:
  • Lückenlose Nachverfolgung und schnelles Stoppen von Infektionsketten 
  • Direkte digitale Benachrichtigung von Kontaktpersonen im Infektionsfall durch das Gesundheitsamt 
  • Aktive Entlastung des Gesundheitsamts 
  • Datenhoheit liegt beim Nutzer, ohne Zustimmung kann keiner irgendwelche Daten lesen (Im Restaurant erfolgt die Zustimmung zur Weitergabe im Infektionsfall an die Gesundheitsämter beim Check-in) 
  • Identifikation von möglichen Quellclustern  
  • Backwardtracing / Rückverfolgung 
  • Identifikation von Ursprüngen der Infektionsketten  
  • Automatisch erstellte Kontakt- und Besuchshistorie über verschiedenste Bereiche 
  • Schneller Check-in durch QR-Codes ersetzt die Zettelwirtschaft 
  • Zweifache Verschlüsselung der Kontaktdaten 
  • Geräteunabhängig (Android, iOS, Web-App, analog) 
 Betreiber:innen in ihrer Dokumentationspflicht enlasten 
luca ist also ein komplettes System, das sowohl Nutzer:innen als auch Betreiber:innen, Veranstalter:innen und auch Gesundheitsämter unterstützt. Außerdem übernimmt die App die Dokumentationspflicht für Betreiber:innen von Gastronomiebetrieben und Kultur- und Veranstaltungsstätten. Gleichzeitig sorgt luca durch eine datenschutzkonforme, dezentrale Verschlüsselung der Daten dafür, dass Nutzer:innen immer die Datenhoheit behalten. Durch eine direkte Anbindung an Gesundheitsämter wird mehrdimensionales Tracing und schnelle Clustererkennung möglich. Infektionsketten werden so schnell erkannt und gestoppt. Im Fall einer Infektion können die Nutzer:innen ganz einfach ihre Historie in der luca App mit dem Gesundheitsamt teilen. Veranstalter:innen und Betreiber:innen werden vom Gesundheitsamt informiert und gebeten, die relevanten Check-ins im luca-System freizugeben. Geben Veranstalter:innen die Check-ins frei, kann NUR das zuständige Gesundheitsamt die QR-Codes entschlüsseln und Kontaktpersonen informieren. 
Luca App: So funktioniert der Datenaustausch

Credit: luca

 Macher veröffentlichen App-Quellcode Ende März 
luca scheint in vielerlei Hinsicht besser als die Corona-Warnapp zu funktionieren. Die Features und Ziele wirken vielversprechend - als erstes Bundesland hat Mecklenburg-Vorpommern sogar alle acht Gesundheitsämter im Land an die luca-App angeschlossen. Doch neben all den vermeintlichen Vorteilen der App, befürchten Kritiker auch, dass die persönlichen Daten der Nutzer:innen bislang nicht ausreichend geschützt sind und allzu leicht missbraucht werden könnten, wie Zeit Online berichtet. Nach massivem öffentlichem Druck haben die Gründer deshalb nun angekündigt, den Quellcode der App Ende März veröffentlichen zu wollen, sodass er für Jedermann einsehbar ist und entdeckte Datenlecks daraufhin geschlossen werden können.

 

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"luca"-App-Erfinder Smudo von den Fantastischen Vier im Interview mit Marlen