Clubhouse ist anders als Instagram, Facebook, Twitter oder andere Social-Media-Plattformen - und erfährt gerade einen gigantischen Hype. Wir zeigen Euch, was dahinter steckt!

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Credit: William Krause / bigFM

 Die neue Hype-App 
Viele Social-Media-Hypes kommen und gehen. MySpace, Vine, Vero, Kwick, StudiVZ, etc. - die Liste der inzwischen fast ausgestorbenen Plattformen ist fast endlos lang. Doch eine neue App könnte sich nun zu den ganz großen Kanälen wie Instagram, Facebook und Twitter dazu gesellen: Clubhouse.

Die Social-Media-Plattform unterscheidet sich in zwei entscheidenden Punkten komplett von der Konkurrenz und bringt für viele Leute deshalb erstmals frischen Wind in das Web. Denn anders, als Instagram und Co. gibt es bei Clubhouse keine Likes, keine Kommentare, keine Bilder, keine Videos und keine Posts - die App baut vollständig auf Sprache. Der zweite wichtige Unterschied ist die Exklusivität - denn um die App nutzen zu können, muss man von einem bestehenden User eingeladen werden.

Clubhouse

Credit: Meghan Schiereck / Unsplash

 Das Konzept Clubhouse 
Das Konzept hinter Clubhouse bricht mit den bisherigen Social-Media-Standards und funktioniert in etwa wie eine virtuelle Cocktail-Party oder ein interaktiver Live-Podcast. User können unzähligen Audio-only-Chatrooms zu den verschiedensten Themen beitreten und entweder einfach still zuhören oder nach einem kleinen Handzeichen in Emoji-Form selbst an der Diskussion teilnehmen. Zudem können eigene Rooms erstellt werden, welche auch wie Shows für bestimmte Uhrzeiten vorausgeplant werden können. Zwischen Chats lässt sich blitzschnell hin- und herspringen, sodass man an vielen unterschiedlichen Gesprächen teilnehmen und neue Leute kennenlernen kann. Ebenso kann man sich Gruppen - sogenannten Clubs - zu verschiedenen Themengebieten anschließen, um einfach interessante Diskussionen zu finden.

Es gibt nur eine Regel: Was im Clubhouse passiert, bleibt im Clubhouse. Das Aufnehmen von Chats in der App ist verboten. Die Anbieter der Plattform selbst zeichnen jedoch alle Gespräche auf. Angeblich um User-Beschwerden aufgrund von Beleidigung, Belästigung oder anderen Vergehen prüfen zu können. Die Aufnahmen sollen allerdings nach der Schließung eines Rooms wieder gelöscht werden. Mehr dazu im Abschnitt "berechtigte Kritik". 

Clubhouse

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 Der Hype 
Gerade weil Clubhouse vieles anders macht, genießt die App der zwei US-amerikanischen Entwickler Paul Davison und Rohan Seth einen nahezu gigantischen Hype. Laut ”CNBC” wurde Clubhouse mit nur 1.500 Nutzern bereits als 100 Millionen US-Dollar schwer gewertet. Im vergangenen Dezember waren es schon 600.000 Nutzer. Das Interesse ist riesig - auch von Prominenten. Neben internationalen Superstars wie Kevin Hart, Drake und Oprah zeigen sich auch immer mehr deutsche Sternchen wie Joko Winterscheidt oder Dunja Hayali auf der Plattform. Das Coole daran - auch mit ihnen kann jeder in direkte Diskussionen treten oder einfach nur ungezwungen mitlauschen. Das Themenfeld ist riesengroß. Neben gewöhnlichen Gesprächen über Technik, Politik oder einfach das Leben generell gibt es auch ungezwungene Hangouts, Live-Podcasts, Buch- oder Comedy-Clubs und sogar Castings für Musicals. 

 Die berechtigte Kritik 
"Bei der App 'Clubhouse' gibt es drei Punkte mit datenschutzrechtlicher Fragwürdigkeit", so ein Sprecher der saarländischen Datenschutzbehörde gegenüber der tagesschau, die weiter berichtet: "Besonders der Zugriff auf Daten über das Kontaktbuch im Smartphone sei kritisch zu sehen. Auch bei der Anmeldung über einen Social-Media-Account behält sich der Anbieter den Zugang für Follower und Freundeslisten vor. Der Anbieter Alpha Exploration aus Salt Lake City kann auf diese Weise eine gigantische Menge persönlicher Daten von Menschen sammeln, die die App nicht mal auf dem Handy installiert haben. Außerdem gehe aus den Regeln nicht hervor, wofür die Daten überhaupt verwendet werden", so der Datenschützer im tagesschau-Interview. "Laut eigener Datenschutzerklärung darf der Anbieter sie sogar weitergeben. Der dritte kritische Punkt, so die tagesschau, sei schließlich das Mitschneiden von Gesprächen. Das Unternehmen behauptet, es gehe um einen potenziellen Eingriff bei Beschwerden oder Vergehen." 
Text und Quelle: tagesschau 

Ohr-lauscht-mit

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 Wie komme ich ins Clubhouse? 
Um an der bislang noch sehr exklusiven Social-Media-App teilnehmen zu können, benötigt ihr eine Einladung eines bestehenden Users. Der Haken: Jeder Nutzer kann zunächst nur zwei Personen hinzufügen. Zwei weitere Einladungen sollen nach einem Gewissen Zeitraum möglich sein - insgesamt kann jeder also nur vier Freunde in das Clubhouse schleusen. Bislang ist die App außerdem exklusiv für Apple iOS verfügbar. Android-Nutzer bleiben also vorerst ausgeschlossen.

Das soll allerdings nicht immer so bleiben. Wie die Macher der App auf der offiziellen Clubhouse-Webseite beschreiben, soll das Soziale Netzwerk bald für alle zugänglich sein. Jedoch sollen für einen weltweiten Release noch nicht alle Features fertig sein, weshalb das Invite-only-Prinzip wohl vorerst noch bestehen bleiben wird, um ein gesundes, langsames Wachstum der Community zu gewährleisten. Interessierte, die noch keine Einladung haben, können sich zumindest bereits die App downloaden und vorab einen Nutzernamen sichern.

 Etabliert sich Clubhouse oder zerplatzt die Blase? 
Der Hype wird abflachen. Zumindest für die Allgemeinheit. Das ist klar - jedoch wird Clubhouse gerade bei Liebhabern, digitalen Speakern und Experten weiterhin gehypt bleiben. Corona spielt dem Wirbel um die App, die bereits seit März 2020 auf dem Markt ist, aber erst vor wenigen Tagen in Deutschland gelauncht wurde, ebenso in die Karten. Denn wann war es das letzte Mal möglich, sich mit wildfremden Menschen über alle möglichen Themen auszutauschen? Hinzu kommt, dass die Entwickler die App bislang noch nicht für Android-Nutzer freigeschalten haben. Auch dieses Vorgehen wird den Clubhouse-Trend noch eine Weile befeuern. Spätestens in ein paar Monaten wird die "Fear of missing out", also die Angst etwas zu verpassen, bei vielen jedoch verflogen sein und Clubhouse wird zum Liebhaber-Ding. 

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