Prime Days, Cyberweek, Black Friday: Pünktlich zur Vorweihnachtszeit lockt der Handel mit angeblichen Tiefstpreisen. Die sind allerdings nicht immer wahr - mithilfe der Verbraucherzentrale liefern wir Euch Tipps für Euer Black Friday-Shoppingerlebnis.​
Black Friday

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 Was sagt die Verbraucherzentrale? 
Als Black Friday (Schwarzer Freitag) wird in den USA der Freitag nach Thanksgiving bezeichnet. Da Thanksgiving immer auf den vierten Donnerstag im November fällt, gilt der darauffolgende Freitag als Beginn der Weihnachtseinkaufsaison. Mit Schnäppchen locken Händler die Menschen in ihre Shops. Aber nicht immer sind die angeblichen Schnäppchen auch welche. Wer vom Black Friday profitieren will, sollte sich vorher gut informieren. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat hierzu einige Tipps bereitgestellt. 

 Aufgeblasene Rabatte an Black Friday und Cyber Monday 
Handelt es sich bei diesem Angebot tatsächlich um ein Schnäppchen? Das solltet Ihr Euch immer fragen. Um auf der sicheren Seite zu sein, hilft nur eins: Die Preise mit Hilfe von Preissuchmaschinen vergleichen. Oftmals sind die Rabatte in den Onlineshops an diesen Aktionstagen laut der Verbraucherzentrale "aufgeblasen".  Ein Beispiel: Ein Onlinehändler reduziert einen Kühlschrank von 450 Euro auf 279 Euro. Das sind satte 38 Prozent weniger. Beim angezeigten Ursprungspreis handelt es sich aber nicht um den eigentlichen Marktpreis, sondern um die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers. Der Marktpreis liegt wahrscheinlich ohnehin nur noch bei 299 Euro. Heißt: Händler setzen die UVP vor den Schnäppchenwochen hoch, um sie dann am Black Friday und Cyber Monday wieder runterzusetzen. Ein psychologischer Trick, der dem Kunden das Gefühl eines Schnappers vermittelt. Stichproben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen haben zudem gezeigt, dass die Preisreduzierungen an solchen Rabatttagen durchschnittlich bei unter 20 Prozent, statt versprochener 50 Prozent lagen. 

 Mehr Schein als Sein 
"Grundsätzlich ist jeden Tag Ausverkauf im Netz", sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale NRW. "Zusätzlich versuchen die Händler aber, solche Events zu schaffen. Man merkt gerade zu dieser Zeit, wie künstlich das ist." Vor dem Schnäppchen sei schon wieder nach dem Schnäppchen. Permanenter Ausverkauf - kurz gesagt: Die angeblichen Schnäppchen-Tage sind eine reine Marketing-Strategie. Laut Tryba sollten sich Käufer nicht fragen, ob sie am Black Friday wirklich Schnäppchen machen können, sondern sich vielmehr die Preisschwankungen ins Gedächtnis rufen. Denn laut der Verbraucherzentrale NRW könne man nie wissen, ob man ein Schnäppchen gemacht hat. Zum einen sind die Preisaufstellungen teils undurchsichtig, zum anderen handelt "es sich um dynamische Preise, die immer sehr stark schwanken." Und wer denkt, er könne die neuesten Geräte zu einem Billigpreis abstauben, den müssen wir leider auch enttäuschen. Stichproben der Verbraucherzentrale NRW haben laut Georg Tryba ergeben, dass nicht etwa Bestseller und die neusten Artikel beim Black Friday angeboten werden, sondern vielmehr ältere Produkte. 

Black Friday

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 Achtet auf Euer Rückgaberecht 
Entgegen der weitläufigen Meinung können Waren nicht grundsätzlich umgetauscht werden. Das 14-tägige Widerrufsrecht gilt nicht bei Produkten, die Sie im Ladengeschäft gekauft haben. Ob und zu welchen Bedingungen (Gutschein, Geld zurück) Ihnen der Händler ein Umtauschrecht gewährt, entscheidet er allein. Informieren Sie sich daher vor dem Kauf über Rückgabemöglichkeiten. Wenn Ihr online beim Black Friday zugeschlagen habt, steht Euch hingegen in der Regel ein 14-tägiges Widerrufsrecht zu.

Black Friday Shopping

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 Gut getarnte Fake-Shops 
Vor allem an Tagen wie dem Black Friday oder dem Cyber Monday ist die Gefahr groß, auf Fake-Shops hereinzufallen. Viele Onlinehändler werben mit Schnäppchen, Kunden lassen sich von vermeintlich günstigen Angeboten blenden. Das Problem: Fake-Shops sind häufig professionell gestaltet - auf den ersten Blick erkennt der Verbraucher nicht immer, dass sich dahinter kein echter Händler verbirgt. Es lohnt sich also zweimal hinzuschauen: Wer auf Nummer sicher gehen will, wirft einen Blick ins Impressum und in die AGBs oder liest Erfahrungsberichte anderer Kunden. Kleiner Tipp: Lieber per Rechnung oder per Einzugsermächtigung zahlen, auch wenn der Rabatt noch so attraktiv erscheint. Dem Bankeinzug könnt Ihr nämlich innerhalb von acht Wochen nach Kontobelastung widersprechen. Bietet der Onlineshop nur Vorkasse an, ist definitiv Vorsicht geboten. Kriminelle Händler kassieren bevorzugt per Vorkasse oder Kreditkarte, liefern die gekauften Waren aber nicht.