Früher war mehr Lametta - wie wahr! 2020 kommt tatsächlich wenig Weihnachtsstimmung auf. Das liegt unter anderem daran, dass Deutschlandweit kaum Weihnachtsmärkte stattfinden können. Ein Kölner Start-up hat es sich zur Aufgabe gemacht, das winterliche Erlebnis ins digitale zu holen und veröffentlicht den ersten virtuellen Weihnachtsmarkt. 
 
Digitaler Weihnachtsmarkt

Credit: Unsplash.com

 Weihnachtsmarkttradition in Gefahr 
Der 1. Advent steht vor der Türe - die Weihnachtszeit wird eingeläutet. Doch Stimmung kommt keine auf. Das liegt unter anderem daran, dass die Innenstädte anders als die Jahre zuvor, leer scheinen. Schön geschmückte Marktstände, festliche Beleuchtung, der Geruch von frisch gebrannten Mandeln und Glühwein - er fehlt 2020. Laut Berichten der Süddeutschen warnen die Schausteller in Deutschland davor, dass die Weihnachtsmarkttradition infolge der Corona-Pandemie in Gefahr geraten könnte. In der Branche sind nach Angaben des Deutschen Schaustellerverbandes etwa 5.000 Unternehmen tätig, allesamt Familienbetriebe. "Wenn sie die Corona-Krise nicht überleben, wird es die Volksfeste und Weihnachtsmärkte, so wie wir sie kennen und lieben, zukünftig nicht mehr geben", sagte Frank Hakelberg, der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, gegenüber SZ. Während Cafés ihre Getränke To Go in Außenständen anbieten dürfen, ist den meisten Marktständen-Betreibern das untersagt. Dabei seien Weihnachtsmärkte an der frischen Luft, mit einem neuen Aufbau-Konzept, das für mehr Platz sorgt, durchaus möglich - da sind sich die Betreiberfamilien einig. 
Weihnachtsmarkt

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 Einnahmenersatz dank virtuellem Angebot 
Das Konzept Winter Markt.online des Kölner Start-ups fair-bummeln GmbH i.G. setzt nun auf das weihnachtliche Markt-Erlebnis in digitaler Form. Das ist zwar kein Ersatz für einen Besuch auf dem realen Weihnachtsmarkt, die Idee unterstützt aber immerhin lokale Aussteller. Denn ihnen wird auf www.fair-bummeln.de die Möglichkeit gegeben, Einnahmen zu generieren. "Vielerorts stehen nun auch Weihnachtsmärkte vor dem Aus, finden mit starken Einschränkungen statt oder wurden bereits abgesagt, was für viele Künstler*innen und kleine Händler*innen weitere Einkommenseinbußen und somit eine finanzielle und existentielle Katastrophe darstellt. Unser online Wintermarkt soll als Ergänzung zum echten Weihnachtsmarkt oder – bei Ausfall – als Ersatz fungieren", heißt es seitens der Macher der fair-bummeln GmbH i.G.

Winter Markt online

Credit: www.fair-bummeln.de

 Virtuelle Buden werden programmiert 
Im Interview mit dem WDR-Format "Markt" sagt Käthe Golücke, Geschäftsführerin der fair-bummeln GmbH i.G: "Wir wollen die Leute in diesen Bummelmodus kriegen, den man auch auf dem Weihnachtsmarkt hat. Wo man sich treiben lässt, an den Buden vorbeigeht, so ein bisschen guckt, ah, ok, da ist was drin, was ich mag, und dann stehenbleibt." Um dieses Feeling ins Netz zu holen, werden Realitätsgetreue Weihnachtsmarktstände programmiert. Für ein paar Euro kann jeder Budenbesitzer Teil des Winter Markt.online werden und ein oder mehrere Stände buchen, die dann lokal oder deutschlandweit angezeigt werden. Die kleinste Bude kostet 125 Euro - das Angebot beinhaltet die Nutzung der eigenen Bude, das Hosting, sowie umfangreiche Marketingmaßnahmen – online als auch klassisch analog. Besucher des fair-bummel-Marktes schlendern also virtuell durch den digitalen Weihnachtsmarkt und bekommen die Produkte der einzelnen Händler angezeigt. Was gefällt, kann per Klick in den Warenkorb gelegt werden.

Alle Infos zum Winter Markt.online bekommt Ihr HIER