"Orange the World - Stand up for Women": Am 25. November starten die Orange Days, die auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam macht. Jede dritte Frau wurde bereits Opfer häuslicher Gewalt. Seit Beginn der Pandemie sind die Zahlen der betroffenen Frauen nochmals gestiegen. 

sydney-sims-3zgllN5P7Mc-unsplash.jpg

Credit: Unsplash.com

 "Orange the World – Stand up for Women" 
16 Tage lang wird unter dem Slogan "Orange the World - Stand up for Women" (kurz "Orange Days") auf die Benachteiligung von Frauen, Gewalt gegen Frauen und die Verletzung der Menschenrechte von Minderheiten aufmerksam gemacht. Wie jedes Jahr stehen die 16 Tage bis zum "Internationalen Tag der Menschenrechte" am 10. Dezember ganz im Zeichen des Mottos "Orange the World – Stand up for Women". Gemeinsam mit den UN Women setzt sich Soroptimist International Deutschland (SI) für eine nachhaltige Verwirklichung der Grundrechte von Frauen ein. Die Verhinderung von Gewalt gegen Frauen spielt dabei eine entscheidende Rolle und ist die Basis für die Gleichstellung der Geschlechter. Vom 25. November bis zum 10. Dezember werden auf der ganzen Welt vielfältige thematische Aktionen von regionalen SI-Clubs initiiert – die orange Farbe ist dabei das gemeinsame Erkennungszeichen.

 Die Prognosen für 2020 sind düster 
Laut des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist bereits jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner. Betroffen sind Frauen aller sozialen Schichten. Um häusliche Gewalt wirksam zu bekämpfen, ist die Zusammenarbeit aller Verantwortlichen in staatlichen und nicht-staatlichen Institutionen erforderlich. Opfer von Partnerschaftsgewalt sind zu über 81 Prozent Frauen. Die Hälfte von ihnen hat in einem gemeinsamen Haushalt mit dem Tatverdächtigen gelebt. Das zeigt die aktuelle Kriminalstatistische Auswertung zur Partnerschaftsgewalt des Bundeskriminalamtes. Demnach wurden 2019 insgesamt 141.792 Menschen Opfer von Partnerschaftsgewalt (2018: 140.755). Knapp 115.000 Opfer waren weiblich. Und auch die Prognose für 2020 ist düster.

Häusliche Gewalt

Credit: www.staerker-als-gewalt.de

 "Gewalt an Frauen geht uns alle an" 
Bereits im Juli teilte die Gewaltschutzambulanz der Charité gemeinsam mit Justizsenator Dirk Behrendt (Die Grünen) mit, dass es zu Zeiten des Lockdowns allein in Berlin zu einem deutlichen Anstieg der häuslichen Gewalt und des Kindesmissbrauchs kam. Zum Höhepunkt der Corona-Lockerungen im Juni 2020 habe die Berliner Gewaltschutzambulanz, die unter anderem kostenlos rechtsmedizinische Gutachten für Betroffene erstellt, einen Anstieg von 30 Prozent der Fälle im Vergleich zum Juni 2019 verzeichnet. Die Fallzahlen spiegelten im Grunde die Phasen des Lockdowns wieder, teilte Saskia Etzold von der Gewaltschutzambulanz mit. "Zu Beginn war es den von Gewalt betroffenen Frauen nicht möglich, das Haus zu verlassen und sich Hilfe zu holen, außer wenn sie die Polizei gerufen haben." Dies habe dazu geführt, dass die Hilfseinrichtung im März und April von weniger Betroffenen aufgesucht wurde. Auch das Familienministerium hat eine Kampagne aufgelegt, "Stärker als Gewalt" heißt sie. "Wir müssen dafür sorgen, dass Gewalt an Frauen so früh wie möglich erkannt wird und Frauen schnell Hilfe bekommen. Gewalt an Frauen geht uns alle an", so Bundesfrauenministerin Franziska Giffey. 

 Hier findet Ihr Hilfe 
Wenn Ihr von Gewalt betroffen seid, berät Euch das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" – kostenlos, anonym, rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr und in 17 Fremdsprachen.
Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 08000 / 116 116 

Hilfe-bei-haeuslicher-Gewalt.png

Credit: www.staerker-als-gewalt.de