"I Am Greta" zeigt eine andere Seite der Klimaaktivistin, die ihre Stimme dazu nutzte, eine Bewegung ins Leben zu rufen und eine ganze Welt aufzurütteln. 
Greta Thunbergs Dokumentation mit dem Titel "I'm Greta"

Credit: Leroy and Rose

 

 "How Dare You?" 
Mit diesen Worten warf die heute 17-jährige Klimaaktivistin Greta Thunberg beim UN-Klimagipfel in New York am 23. September 2019 den Regierungschef weltweit "Verrat" an ihrer Generation vor. "Ihr habt meine Träume und meine Kindheit mit euren leeren Worten gestohlen. Und doch bin ich eine der Glücklichen. Menschen leiden. Menschen sterben. Ganze Ökosysteme kollabieren. Wir stehen am Anfang eines Massensterbens, und alles, worüber ihr reden könnt, sind Geld und Märchen über ewiges Wirtschaftswachstum. Wie könnt ihr es wagen?" Worte, die nicht leer bleiben sollten - dank des engagierten Handelns der Schwedin etablierte sich mit "Fridays For Future"-Aktivisten eine neue Bewegung, die endlich Gehört gefunden hat. Die flammende Rede des Mädchens mit den Zöpfen sorgte bei den mächtigsten Männern und Frauen der Welt für ein Umdenken: "Wir alle haben den Weckruf der Jugend gehört", so Kanzlerin Merkel 

Leere Worte? Vielleicht - jedoch hat eine ganze Generation nun ein Auge darauf, dass gesagtes auch eingehalten wird. Wo früher einsame Klimaretter den Kampf antraten, steht heute eine ganze Bewegung, die mediale Öffentlichkeit macht Druck. Greta blieb beharrlich und nahm kein Blatt vor den Mund und versprach: "We will be pain in the ass. Wir werden Euch so lange nerven, wir werden so lange streiken, bis sie etwas tun - wir werden nicht aufhören, bis das erledigt ist". Trotz enormer Anfeindungen und unaussprechlichen Beleidigungen, ging sie ihren Weg - für eine Zukunft. Denn ohne ein Eingreifen, ohne ein Umdenken, ohne ein Handeln, wird es die Welt, wie wir sie kennen, in wenigen Jahren nicht mehr geben. Das ist und bleibt auch, wenn Klimaleugner wie etwa US-Präsident Trump, dies abstreiten, ein Fakt! 

Fridays For Future

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 Vom Schulstreik zur Galionsfigur der Klimarettung 
"I Am Greta", die Dokumentation über Thunberg, feierte ihre Weltpremiere bei den 77. Internationalen Filmfestspielen von Venedig am 3. September 2020 - und es lohnt sich, sie anzuschauen: Ob man die 17-jährige Schweden nun mag oder nicht. Er zeigt, wie aus einer Schülerin die wichtigste Vertreterin einer ganzen Generation werden konnte. In "I Am Greta" dokumentiert der schwedische Dokumentarfilmer Nathan Grossman Thunbergs "verrücktes Jahr", in dem sie zum Idol und zur Galionsfigur der Klimarettung aufstieg. Der Film zeigt den kompletten Werdegang der Schülerin, ihre Erfolge, ihre Misserfolge, gibt Einblicke in ihre Seele - und das über zwei Jahre lang. Denn bereits 2018, als die damals 15-jährige Greta mutterseelenallein vor dem schwedischen Parlament in den Schulstreik trat, bewaffnet mit einem Schild, der die Klimamissstände aufzeigt, zückte Grossman die Kamera und begleitete sie fortan. 

 "I Am Greta" sollte man sehen 
Der Film begleitet Greta ab Tag eins ihrer Reise, zeigt auf, wie sie selbst merkte, dass sie und ihre Familie nicht genug taten, das Klima zu retten. Er behandelt Gretas Asperger-Erkrankung, an der sie, wie sie selbst sagt, "nicht leidet", sondern sie lediglich hat. Grossman schafft es mit "I Am Greta" in die Gedankenwelt der "Fridays For Future"-Rebellin einzutauchen und belegt auch, dass gerade das Asperger-Syndrom, eine abgeschwächte Form des Autismus, ein Grund dafür ist, warum sich die 17-Jährige so fokussiert in ihr Anliegen verbissen hat. "Manchmal denke ich, die Leute sollten in Bezug auf die Klimathematik alle ein wenig Asperger haben", sagt sie am Ende des dokumentarischen Porträtfilms "I am Greta".  

 

Kinostart ist der 16. Oktober