Künftig könnten Privathaushalte montags keine Post mehr erhalten. Die Deutsche Post denkt abermals darüber nach eine 5-Tage-Woche einzuführen. Was erstmal kurios klingt, ist gar nicht so schlimm. 
Gibt es bald montags keine Post mehr?

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 Bald Montags keine Post mehr? 
Bereits Ende letzten Jahres wurde darüber debattiert, ob die Deutsche Post die Montagszustellung für Briefe an Privathaushalte einstellen solle. Nun flammt die Diskussion erneut auf, nachdem auch der Vorstand der Deutschen Post für das Brief- und Paketgeschäft, Dr. Tobias Meyer, gegenüber der "WELT" eine Umstellung von einer sechs-Tage-Zustellung auf eine fünf-Tage-Zustellung erwägt hat.

 Einsparungen geplant 
So heißt es im Interview mit "WELT": "Für uns stellt sich schon die Frage, ob wir in Deutschland am Montag eine flächendeckende Briefzustellung brauchen. Eine Firmenzustellung mit Briefpost ist an dem Wochentag sicher sinnvoll, aber bei privater Post ist das fraglich. In dem diskutierten neuen Gesetz zur Universaldienstverordnung ist das jedoch nur ein Punkt und nicht der wesentlichste. Wichtig ist, mit der Novelle für die nächsten 20 Jahre eine zukunftsfähige Postversorgung zu gewährleisten." Ein Grund dafür könnte sein, dass die Post im ersten Halbjahr 2020 mit elf Prozent Minus in der Briefmenge ihren bislang stärksten Einbruch erlebt hat. 

Die Deutsche Post

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 Immer weniger Briefe 
Wie der "Tagesspiegel" berichtet, veröffentlichte die Monopolkommission in Bonn bereits im Dezember 2019 ein Gutachten, "demzufolge die Post nur noch an fünf statt wie bisher an sechs Wochentagen Briefe zustellen müssen sollte. Als Begründung hieß es, dass man sich damit an das europäische Niveau anpassen würde – einer EU-Vorschrift zufolge müssen es mindestens fünf Zustelltage pro Woche sein. Aus Sicht des Kommissionsmitglieds Angelika Westerwelle würde sich für den Verbraucher dadurch wenig ändern, da an Montagen vielerorts ohnehin gar keine Post ankomme", heißt es weiter. Schon im Juni 2010 startete die Deutsche Post erstmals einen Pilotversuch, um die Sendungsmengen an Montagen zu reduzieren. Briefe, die Samstag im Briefkasten gelandet sind, wurden erst am Dienstag dem Empfänger zugestellt. In den Sommermonaten sinke das Briefaufkommen um 20 Prozent, heißt es seitens der Post und im Juli 2019 erklärte Dr. Frank Appel, Vorstandsvorsitz Global Business Services, gegenüber dem "Bonner General-Anzeiger", "dass das Sendungsaufkommen an Montagen nur 2 Prozent der Wochenmenge ausmache". 

Ein handgeschriebener Brief ist etwas schönes

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Ein Grund für die Streichung der Montags-Post ist also, dass die Deutsche Post immer weniger Briefe befördert. Waren es laut Statista im Jahr 2018 noch rund 17,8 Milliarden Briefe, so sank die Zahl 2019 auf 17,4 Milliarden. "Ein Grund für die kleiner werdende Menge beförderter Briefe ist, dass Privatpersonen und Firmen vermehrt per E-Mail oder auf anderen digitalen Kanälen kommunizieren."