Oprah, Jeff Bezos, Bill Gates, Justin Bieber - 2014 gab es kaum einen Menschen, der die Ice-Bucket-Challenge nicht angenommen hat. Sechs Jahre später zeigt sich nun: Der Internet-Hype ist zum möglichen Lebensretter mutiert.
Das Internetphänomen der Ice Bucket Challenge hat tatsächlich Wirkung gezeigt

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 Die Ice-Bucket-Challenge hat die Wende gebracht 
Wir schreiben das Jahr 2014 - die Timelines aller Social-Media-Kanäle sind überfüllt von Freunden, Kollegen und Celebrities, die sich für den guten Zweck einen Eimer Eiswasser über den Kopf schütten lassen. Ziel war es, Spenden zu sammeln und auf die nicht heilbare degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems, kurz ALS, aufmerksam zu machen.
 

 Wendepunkt in der Forschung dank IBC 
Über 200 Millionen US-Dollar spülte die Ice-Bucket-Challenge seither in die Kassen der Forschungsinstitute, die sich mit der Entwicklung neuer Medikamente beschäftigen. Denn obwohl ALS nicht heilbar ist, so kann die Krankheit mithilfe der richtigen Arznei verlangsamt werden. Den Angaben des "Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e.V.s" zufolge, erkranken jährlich ein bis zwei von 100.000 Menschen weltweit an ALS. Zu den bekanntesten ALS-Erkrankten zählte der theoretische Physiker Stephen Hawking. 

Wohl der berühmteste ALs-Erkrankte, Stephen Hawking

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Die Forschung steckt weitestgehend in den Kinderschuhen und kann nur mithilfe von Spenden und Nachwuchs-Wissenschaftlern vorangetrieben werden. Und genau das hat die Ice-Bucket-Challenge tatsächlich bewirkt. Jetzt gab es dank einer teils dadurch finanzierten Studie mit dem Namen "CENTAUR" einen Durchbruch, wie Dr. Sabrina Paganoni gegenüber dem "New England Journal of Medicine" erklärt: "Die 'Ice Bucket'-Challenge war ein wichtiger Wendepunkt im Kampf gegen ALS." Nicht nur, wegen der eingenommenen Spenden, sondern auch darum, weil viele angehende Ärzte und Wissenschaftler sich plötzlich für dieses Gebiet interessierten. 

 Hoffnung auf schnelle Zulassung des Medikaments 
Die seltene Krankheit, die laut der ALS Vereinigung etwa 20.000 US-Amerikaner haben, tritt üblicherweise im mittleren Alter, zwischen 40 und 70 Jahren auf. Die Lebenserwartung liegt bei zwei bis fünf Jahren. Bei ALS sterben die motorischen Nervenzellen in Gehirn- und Rückenmark ab. Das führt dazu, dass Erkrankte nicht mehr richtig schlucken, sprechen oder atmen können. Die Studie, die von Dr. Paganoni und ihrem Team durchgeführt wurde, testete an 89 von 137 ALS-Patienten ein neuartiges Medikament, das den Zelltod und die Funktionsstörungen reduzieren und den Erkrankten so ein längeres und unbeschwerteres Leben ermöglichen soll. Die Studien-Ergebnisse seien laut Dr. Sabrina Paganoni ein echter Meilenstein. 

Die ALS Vereinigung hofft nun, dass das Medikament in den USA schnellstmöglich zugelassen wird: "Es macht den Unterschied zwischen selbst essen zu können oder sich füttern lassen zu müssen und zwischen brauchen oder nicht brauchen eines Rollstuhls", so Neil Thakur, Vorsitzender der Vereinigung gegenüber NBC News.