Jede Woche produziert ein zwei Personen Haushalt mindestens zwei gelbe Säcke an Plastikmüll. Wir denken, wir achten auf die Umwelt, doch allein beim Einkaufen wird es uns schier unmöglich gemacht, nachhaltig zu shoppen. Unverpackt-Läden setzen auf das Prinzip: Weg mit Plastik - bring' Deine eigene Verpackung mit. Dank ReUse wissen wir nun auch, wo wir die Superhelden unter den Plastikgegnern finden können. 
Wir verbrauchen Tonnen von Plastik und schaden damit der Umwelt

Credit: Unsplash.com

 Leben im Müll: Utopie oder bald Realität? 
Im Jahr 2050 könnten mehr Plastik im Meer schwimmen als Fische. Klingt nach Utopie und weit in der Zukunft? Falsch - dabei handelt es sich um die traurige Realität. Jede Stunde werden in Deutschland 320.000 Einwegbecher für Getränke verbraucht. In den wenigsten Fällen handelt es sich bei dem verwendeten Verpackungsmaterial um Recyclingbaren Wertstoff. Die Folge: Müllberge türmen sich in fernen Ländern. Denn Plastikmüll, der nicht wiederverwertbar ist, wird von Deutschland aus einfach in die Welt verschifft, wo die Verpackungen dann vor sich hin verrotten und die Umwelt schädigen.
Leben im Müll: Utopie oder bald Realität

Credit: Unsplash.com

 Nicht Recyclebar? Ab nach Malaysia damit! 
Auch wenn sich Deutschland als Recycling-Weltmeister gibt, sagen die tatsächlichen Zahlen etwas ganz anderes - nämlich, dass wir Weltmeister im Verschieben von Problemen sind. Von den 2017 in Deutschland angefallenen 5,2 Millionen Tonnen Plastikmüll wurden gerade mal 810.000 Tonnen wiederverwertet. Das entspricht einer Recycling-Quote von nur 15,6 Prozent. Rund 11 Prozent des deutschen Verpackungsmülls wurden im Jahr 2016 ins Ausland exportiert. Im Jahr 2018 waren es dann sogar knapp 13 Prozent. 740.606 Tonnen gingen allein an die 14 größten Müll-Empfänger aus Deutschland – 132.106 Tonnen Plastikmüll wurden davon allein nach Malaysia verschifft. Was Deutschland nicht wiederverwerten oder korrekt entsorgen kann, soll Malaysia können? Wohl kaum. Die Folge: Steigende Umweltverschmutzung. 

 Unverpackt-Läden freuen sich großer Beliebtheit 
Nicht nur Fridays For Future- und Klimaaktivisten ist es ein Anliegen, die Menschen dafür zu sensibilisieren, dass ein massives Plastikmüll-Problem vorherrscht. Umweltfreundliche Alternativen gibt es, doch sind diese nicht gewinnbringend für die Wirtschaft. Das ein Umdenken aber bereits eingeleitet wurde - und das vor allem bei der Generation Z - beweist unter anderem das Konzept des Unverpackt-Ladens. Diese Supermärkte bieten ihre Waren ausschließlich ohne Verpackungsmüll an. Wer hier Nudeln, Müsli, Reis und Co. kaufen möchte, bringt einfach sein eigenes Behältnis mit. Die meisten unverpackt-Einkäufer füllen sich ihre Lebensmittel in Glasbehältnissen ab - oder aber sie bringen bereits vorhandene Tupperwaren mit. Den Machern hinter dem Konzept geht es nicht darum, Plastik zu verbieten, sondern vielmehr darum, unnötigen Müll zu vermeiden. Wer eine Tupperbox mitbringt, der nutzt diese in der Regel Jahrelang und nicht nur für den Weg aus dem Supermarkt nach Hause. 

So einfach, so umweltbewusst: Original Unverpackt macht's vor

Credit: Junala Klein/Original Unverpackt

 Zero Waste: Vom Nischenkonzept zum gesellschaftlichen Trend 
Anfangs belächelt und zeitweise als "Öko-Oase" abgestempelt, schießen nun immer mehr Unverpackt-Läden aus dem Boden. In Großstädten wie Berlin, Hamburg oder München, aber auch in kleineren Städten erfreuen sich die umweltfreundlichen Supermärkte immer größerer Beliebtheit. Um es potenziellen Käufern zu vereinfachen, die kleinen Läden zu finden, hat  "ReUse Revolution Map" in Zusammenarbeit mit Greenpeace eine Plattform veröffentlicht, auf der man Deutschlandweit alle Unverpackt-Läden finden dann. Zusätzlich gibt es die Option Filter zu setzen, sodass man etwa nur die Läden angezeigt bekommt, die neben Nudeln oder Haushaltswaren auch frische Lebensmittel wie Käse und Wurst anbieten. 

Quellen:
Care Elite 
Statistisches Bundesamt 

Original Unverpackt