Schätzungsweise 1,8 Milliarden Muslime feiern das viertägige Opferfest - neben dem Zuckerfest das höchste islamische Fest. Wie sehen diese Feierlichkeiten in diesem Jahr aus? 

Das Opferfest wird von schätzungsweise 1,8 Milliarden Moslems gefeiert

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 Alles anders in 2020 
Das Jahr 2020 steht wie kaum ein anderes für Veränderungen. Davon betroffen: Die gesamte Weltpopulation, sowohl im öffentlichen, als auch im privaten Leben. Auch Eid al-Adha, das Opferfest das schätzungsweise 1,8 Milliarden Muslime feiern, ist in diesem Jahr von den Corona-Maßnahmen betroffen. Der Beginn des Festes richtet sich nach dem islamischen Mondkalender und kann in verschiedenen Ländern variieren. Die viertägigen Feierlichkeiten, die am Abend des 30. Juli beginnen und am Abend des 3. Augusts enden, gelten als das höchste islamische Fest. Seinen Höhepunkt findet das Opferfest in der islamischen Pilgerfahrt in die Heilige Stadt Mekka, dem Haddsch (auch Hadsch geschrieben). Der Haddsch ist die fünfte Säule der fünf Säulen des Islams und kann nur während bestimmter Tage im Jahr durchgeführt werden.

 Statt 2,6 Millionen nur 1.000 
2,6 Millionen Muslime nahmen 2019 an der Wallfahrt teil - in diesem Jahr muss diese Zahl drastisch minimiert werden. Und so tummeln sich nicht Millionen Menschen rund um die Kaaba in dem saudi-arabischen Wüstental Mekka, sondern nur 1.000 - alle unter Einhaltung der Hygieneregeln, mit Atemmaske bedeckt und 1,50 Meter Abstand zueinander. Etliche Sicherheitsleute achten darauf, dass die Betenden rund um die Kaaba, dem Kubus in der Mitte der al-haram-Moschee in Mekka, den Abstand wahren. Linien auf dem Boden, die kreisförmig um die Kaaba angebracht wurden, weisen den Pilgern ihre Gebetsplätze zu. Weltweit wird auf die Einhaltung der Corona-Maßnahmen geachtet, so werden auch die Gepäckstücke der ankommenden Pilger direkt von Sicherheitspersonal desinfiziert. Vor dem Eintritt in die al-haram-Moschee und alle anderen Gebetshäuser weltweit werden Betende auf eine mögliche Corona-Erkrankung getestet. Dies geschieht unter anderem durch Fiebermessungen. 

Das muslimische Opferfest sieht in diesem Jahr anders aus als sonst: Umarmungen und Küsschen wird es nicht geben, sagt Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland. Die Unversehrtheit der Menschen steht für die Behörden in Saudi-Arabien, in Deutschland und in anderen Teilen der Welt, in denen Muslime das Opferfest feiern, an erster Stelle. 

2019 versus 2020: So sieht es in Mekka in Zeiten von Corona aus

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 Festgebet in der Moschee mit begrenzten Plätzen 
"Auch für die rund 4,7 Millionen Muslime in Deutschland gelten an diesem Freitag Einschränkungen. Normalerweise beginnen viele den Tag mit einem frühen Festgebet in der Moschee. Doch in diesem Jahr werden Gebete vielerorts nur mit einer begrenzten Platzzahl angeboten, für die man sich zuvor online anmelden oder im Nachhinein mit seinen persönlichen Daten registrieren muss. Kindern unter zwölf Jahren wird der Eintritt in die Moschee meist untersagt, außerdem muss jeder seinen eigenen Gebetsteppich sowie eine Maske mitbringen", so die Angaben der "Süddeutsche Zeitung".
 
Fiebermessung bei jungen Gläubigen vor dem Eintritt in die Moschee

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 Erinnern an eine göttliche Probe 
Während der Feierlichkeiten des Opferfests erinnern sich Muslime weltweit an die göttliche Probe, die dem Propheten Ibrahim (Koran) auferlegt wurde. Um Gott seinen Glauben und sein Vertrauen in ihn zu beweisen, zeigte sich Ibrahim bereit, seinen Sohn zu opfern. Im letzten Augenblick schritt Gott den Überlieferungen nach ein und Ibrahim opferte stattdessen einen Widder. Laut der deutschen Islam Konferenz opfern muslimische Familien, die finanziell dazu in der Lage sind, in Mina bei Mekka und überall auf der Welt, ein Tier - meistens ein Schaf. Da in Deutschland strengere Regeln zum Schächten eines Tieres gelten als in muslimischen Ländern, verzichten viele Muslime hier auf das Schlachten. Stattdessen wird Geld an Verwandte in muslimischen Ländern geschickt, die dort eine Schlachtung in Auftrag geben oder das Geld direkt an bedürftige Einrichtungen weitergeben. 

Für alle ausländischen Pilger, die in diesem Jahr nicht nach Mekka reisen können, wurde ein Live-Stream eingerichtet: