Vier Polizisten entwaffnet und auf der Flucht: Im exklusiven Interview spricht bigFM-Moderatorin Marlen mit dem besten Freund Sebastian des als "Schwarzwald-Rambo" betitelten Gesuchten Yves Rausch.

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Credit: Maximilian Scheffler / Unsplash

Großeinsatz in Oppenau
Am Sonntag, den 12. Juli 2020 erreichte die Polizei in Oppenau ein ungewöhnlicher Hinweis: Ein Zeuge habe einen Unbekannten mit Pfeil und Bogen und einem Tarnanzug im Schwarzwald gesehen. Als vier Beamten den Mann ausfindig machten und kontrollierten, soll dieser laut ”Bild” eine Pistole gezückt, die Einsatzkräfte überwältigt und ihre Dienstwaffen mitgenommen haben. Wie ein Polizeisprecher ”n-tv” verriet, soll der Verdächtige zunächst sehr kooperativ gewesen sein, bevor er die Beamten mit einer scharfen Schusswaffe bedrohte und sie aufforderte, diese auszuhändigen. Daraufhin sei er in den Wald geflüchtet. Verletzt wurde niemand.

Mit einem Fahndungsfoto sucht die Polizei Oppenau seitdem nach Yves Rausch. Der 31-Jährige soll illegal in einer Hütte im Wald gewohnt haben und sich bestens in der Gegend auskennen. Trotz eines Großeinsatzes mit unzähligen beteiligten Spezialeinsatzkräften und mehreren Hubschraubern konnte der bewaffnete Mann bislang nicht gefunden werden. Die Polizei stuft den Gesuchten als hochgefährlich ein. Laut ”Bild” sei er zudem mehrfach vorbestraft. So soll Rausch 2010 eine dreieinhalbjährige Jugendstrafe abgesessen haben, nachdem er seine Ex-Freundin mit einer Armbrust anschoss.

Yves Rauschs bester Freund Sebastian im Exklusiv-Interview
”Ich vermute sehr stark, dass es eine Panikreaktion von ihm war”, beschreibt Sebastian die Taten seines Kindheitsfreundes, die seit dem Montag für Schlagzeilen sorgen. ”Er will nicht wieder in den Knast […] Er wird Angst gehabt haben, dass man ihn wieder festnimmt und hat deshalb so reagiert”, vermutet er. ”Er hat mir auch schon öfters gesagt, das schlimmste für ihn ist es, eingesperrt zu sein”, fügte er hinzu. Den Vorfall, als Yves seine Ex-Freundin mit einer Armbrust verletzte und dafür dreieinhalb Jahre im Gefängnis verbrachte, bewertet Sebastian als Unfall. ”Er wird [von den Medien] als schlimmster Verbrecher dargestellt, als sehr aggressiv und gewalttätig, er besäße Kinderpornographie - das stimmt alles überhaupt nicht”, widerspricht Sebastian medialen Vorwürfen.

”Er wird sich wahrscheinlich weiter verstecken”
Gefährlich könne sein bester Freund Yves nur werden, ”wenn er sich in die Enge getrieben fühlt”, erklärt er weiter. Eine Gefahr für Passanten und vor allem Kinder schließt er vollständig aus. Er wolle die polizeilichen Einsatzkräfte allerdings in keinster Weise bei ihrer Arbeit behindern, weshalb er den 31-Jährigen auch nicht selbst im Wald aufsuchen werde. Auf die Frage, ob sich Yves stellen würde, antwortet Sebastian: ”Das wäre eigentlich das Beste. Aber so wie ich ihn kenne wird er sich wahrscheinlich nicht stellen - aus Angst vor dem Gefängnis. […] Er wird sich wahrscheinlich weiter verstecken und irgendwie versuchen zu entkommen”, erklärt er.

Das gesamte Interview mit Yves Rauschs bestem Freund Sebastian kannst Du gleich hier anhören:

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Exklusiv: Uwe Hauser, Arbeitgeber von Yves Rausch im Interview
Bis zum vergangenen Freitag hatte Uwe Hauser, Betreiber des Lokals "Pavillon", noch mit Yves Rausch an der Minigolfanlage in Oppenau gearbeitet. Im Rahmen der Eröffnung des Platzes hatte der 31-Jährige dem Besitzer mit Schreiner- sowie Elektroarbeiten ausgeholfen. Jetzt befindet er sich auf der Flucht vor der Polizei. "Wir haben von Anfang Juni bis vergangenen Freitag da oben gearbeitet", erzählt Hauser bigFM-Moderatorin Marlen. "[...] und dann kommt so ein Wochenende. Das ist ein Gefühl wie in einer anderen Welt", fährt er fort. Dennoch veurteilt er die mediale Berichterstattung scharf: "Da wird ein Bild gezeichnet [...] Wir haben auch viel Polizei vor Ort, die ihn nicht kennt, die ein Fahndungsbild kennt, die irgendetwas von 'Rambo' liest [...] und ist daran gelegen, dass man auch mal die andere Seite sieht. Da steckt ein Mensch dahinter", erklärt Hauser. Die für Schlagzeilen sorgenden Taten des 31-Jährigen verurteile der Betreiber des Minigolfplatzes aus Schärfste - er hätte selbst Polizisten in seinem Familienkreis.


"Trotzdem würde ich mir immer noch wünschen, dass er sich an einen seiner Freunde wendet und versucht, da einen Ausweg zu finden", fährt er fort. "Wenn es irgendwo im Wald zu einer Konfrontationssituation kommt, könnte er in Gefahr sein - und ja, vielleicht könnten auch andere in Gefahr sein", beschreibt Hauser besorgt. "Das kann keiner wollen", ergänzt er. Obwohl er ihn in dieser Ausnahmesituation durchaus für gefährlich halte, hält Hauser den flüchtigen Yves Rausch nicht für einen aggressiven Menschen. "Ich habe ihn in den letzten Wochen, in denen ich ihn gesehen habe immer entspannt erlebt, nie aggressiv erlebt - er hat nie die Hand gegen einen erhoben", erklärt er. 



Das gesamte Interview mit Uwe Hauser kannst Du gleich hier anhören

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Die örtliche Polizei warnt eindringlich vor dem noch immer flüchtigen Yves Rausch. Passanten sollen Waldgebiete um Oppenau meiden und sich möglichst zu Hause aufhalten. Des Weiteren sollten keine Anhalter mitgenommen und verdächtige Personen sofort unter dem Notruf "110" der Polizei gemeldet werden.