Fast die Hälfte aller Frauen hat bereits ungefragt und ungewollt eines erhalten: Ein Foto des männlichen Geschlechtsteils. "Dickpics" fluten die Inboxen vieler Mädchen in den sozialen Netzwerken. Dank der App Dickstinction können diese sich nun effizient gegen die sexuelle Belästigung im Netz wehren.
Stopp! Es reicht - so bringt Ihr Dickpicks zur Anzeige

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 Keine Frau jemals 
"Oh, toll! Endlich ein Penisbild!" - hat wohl keine Frau jemals gesagt, als ungefragt das Foto eines nackten Mannes in ihre Instagram Direct Messages geflattert kam. 40 Prozent aller befragten Frauen zwischen 18 und 36 Jahren, die auf Social Media unterwegs sind, geben an, bereits ein sogenanntes Dickpic erhalten zu haben. Das ergab eine Umfrage des Marktforschungsinstituts "YouGov" in Großbritannien. Meist von unbekannten Männern - ohne jegliche vorangegangene Kommunikation - out of the blue, also. In den meisten Fällen ärgern sich die betroffenen Frauen dann über diese Art der sexuellen Belästigung und ignorieren das Abbild des männlichen Geschlechtsteils einfach. Dabei ist das ein Fehler - verfolgen, statt löschen, lautet die Devise. Dickpics gehören zur Anzeige gebracht, denn diese gelten offiziell als sexuelle Belästigung und somit nach Paragraf 184 des Strafgesetzbuches als Straftat.

 Dickpics zählen offiziell als Straftat 
Um es Frauen, die ein solches Penisbild erhalten haben, zu vereinfachen, eine Anzeige gegen den Absender aufzugeben, haben sich die Macher von Dickstinction etwas einfallen lassen. Mithilfe der gleichnamigen App soll es Menschen, die durch Dickpics belästigt wurden, binnen 60 Sekunden möglich sein, dies zur Anzeige zu bringen. Denn je früher und schneller gehandelt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Absender gefasst und strafrechtlich verfolgt werden kann. Sofort nach Erhalt des Fotos sollen Betroffene einen Screenshot machen, auf dem auch der Absender des Dickpics zu erkennen ist - also im Falle von Instagram, das Profilfoto sowie der Username. Doch nicht nur Frauen erhalten Bilder mit pornografischem Inhalt - auch Männer können davon betroffen sein. Sie sollten eine Anzeige ebenfalls in Betracht ziehen. 

 Warum tun manche Männer so etwas? 
Woran et jelejen hat? Ja, das fragt man sich, wenn man bedenkt, dass laut "YouGov" bereits 22 Prozent der befragten Briten ungefragt ein Dickpic versendet haben. Die Dunkelziffer wird weitaus höher liegen. Die Frage, die sich die Empfänger eines solchen Phallusbildes stellen, ist schlicht und einfach: "Warum?". Laut einigen Psychologen finden Männer, die Dickpics verschicken, ihren Penis ansprechend und hoffen darauf, eine Frau, die ihnen optisch gefällt, damit von sich überzeugen zu können. Das Problem ist nur, dass Frauen genau gegenteilig denken: "Wer ein Dickpic verschickt, ist ein hohles Brot, mit dem es sich nicht lohnt, eine Konversation zu führen". Frauen stehen auf Gespräche und Charakter - Äußerlichkeiten, vor allem die unterhalb der Gürtellinie, spielen erstmal absolut keine Rolle. 

Dickpicks will wirklich keiner sehen - schon gar nicht ungefragt!

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 So erstellt Ihr Strafanzeige über Dickstinction 

  • Ladet die App Dickstinction im Apple Store oder im Google Play Store herunter
  • Gebt das Datum ein, wann Ihr das Dickpics erhalten habt, ein
  • Ladet einen Screenshot der "Konversation" hoch
  • Gebt den Usernamen des Täters an, falls vorhanden
  • Tragt Eure eigene Adresse ein
  • Jetzt erstellt Euch die App eine rechtlich formelle Anzeige, die ihr als pdf.-Datei zum Ausrucken erhaltet
  • Die ausgedruckte Anzeige könnt Ihr jetzt online bei der jeweiligen Polizeistation hochladen, vorbeibringen oder per Post versenden 
 Übrigens, liebe Männer 
Das Versenden eines Dickpics und damit eines pornografischen Inhalts kann für Euch eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr bedeuten. Außerdem, wenn wir ganz ehrlich sind: Sehen will das wirklich NIEMAND! 

 Hier findet Ihr Hilfe 
Wenn Ihr Opfer sexueller Gewalt geworden seid, aber Ihr Euch für eine Anzeige noch nicht bereit fühlt, bietet Euch das Hilfsportal des Bundesfamilienministeriums Hilfe an. Beim Hilfetelefon des Bundesamt für Familie unter 08000 116 016 findet Ihr zudem kostenlos, anonym und jederzeit einen Ansprechpartner oder eine Ansprechpartnerin.